Chapeau, die Herren!

Die Skepsis war groß als Roland Virkus am 15. Februar 2022 zum neuen Geschäftsführer Sport und Nachfolger von Max Eberl ernannt wurde – übrigens auch bei uns in der MitGedacht.-Redaktion. Wir haben uns damals einen Maulkorb auferlegt und darauf aufmerksam gemacht, dass wir nach der ersten Transferperiode ein Zwischenfazit ziehen. Hier ist es!

Wir geben es direkt zu Beginn dieses Textes offen zu: Dass Roland Virkus vor etwas mehr als sechs Monaten nicht nur zum neuen Sportdirektor, sondern gleich zum Geschäftsführer Sport ernannt wurde, hielten wir für keine besonders mutige und gelungene Idee. Und dennoch schrieben wir damals schon, dass Virkus eine faire Chance verdient habe und es sich bei dieser Lösung eben um eine „echte borussiatypische und borussialogische Lösung“ handele: „Unser Verein folgt selten den Gesetzen des Geschäfts.“

Damals erlegten wir uns selbst eine öffentliche Zurückhaltung über Roland Virkus auf. Wir äußerten zwar öffentlich durchaus unsere Zweifel und Skepsis (schlechte Nachwuchsarbeit in den letzten Jahren, No-Name in der Branche, keine Erfahrung und kein Netzwerk, ausbaufähige öffentliche Kommunikation), wiesen aber bei jeder Gelegenheit darauf hin, dass jeder eine faire Chance verdient habe und man ein erstes Zwischenfazit erst im kommenden Sommer nach der Transferperiode ziehen könne. Dieser Zeitpunkt ist für Virkus, der in den entscheidenden sportlichen Fragen und Transfers übrigens fast immer gemeinsam mit Steffen Korell auftritt, gekommen.

Roland Virkus hat sich freigeschwommen

Rollen wir das Feld mal von hinten auf und starten mit dem Punkt „Kommunikation“: Betrachtet man Virkus heute bei Pressekonferenzen und Interviews, kann man guten Gewissens behaupten, dass sich unser neuer Sportchef freigeschwommen hat. Virkus ist zwar weiterhin nicht der blumig antwortende und einnehmende Kommunikator wie es beispielsweise Max Eberl war. Erstens tickt er aber vom Naturell her ganz anders (und passt deshalb „am langen Ende“ vielleicht sogar besser ins Gesamtkonstrukt Borussia Mönchengladbach) und zweitens nimmt ihm der neue Trainer glücklicherweise große Teile dieses Jobs ab. Ob das so gut ist, kann man sicherlich diskutieren. Es ermöglicht Virkus aber die volle Konzentration auf seinen eigentlichen Job: den Bau eines möglichst erfolgreichen Kaders!

Ein Puzzleteil dabei ist sicherlich der angesprochene Trainer. Auch hier müssen wir Virkus – zumindest nach den ersten Eindrücken – ein großes Kompliment aussprechen. Seine positive Wahrnehmung des ersten Farke-Kennenlernens („Ich hatte Gänsehaut“) wurde uns uns von anderen Entscheidungsträgern. Borussias ebenfalls bestätigt – und auch viele Fans waren nach den ersten Auftritten Farkes förmlich euphorisiert. Die ersten sportlichen Ergebnisse passen, der Trainer benennt klar Probleme und Baustellen. Es scheint zu passen zwischen Farke und Borussia. Freilich muss der Trainer diese ersten vorsichtigen Vorschusslorbeeren in den nächsten Wochen nun bestätigen und veredeln.

Ein gezielter Kader-Kurswechsel

Dabei soll ihm ein Kader helfen, den das Team Virkus/Korell nicht wie ursprünglich angekündigt, komplett umgekrempelt hat. Das war aber nach der einzig logischen und konsequenten Entscheidung für die Trennung von Adi Hütter auch nicht mehr nötig. Vielmehr hat Borussias sportliches Führungs-Duo den ohnehin eher auf Ballbesitz getrimmten Kader gemeinsam mit dem neuen Trainer leicht auf dessen Ansprüche und Ideen umgepolt und ihm einen minimalen, aber wirkungsvollen Kurswechsel verordnet. In einem System, das weniger auf einen wuchtig-klassischen Mittelstürmer setzt, wurde der wechselwillige Breel Embolo für eine stattliche Summe abgegeben, die Trennung von Missverständnissen wie Laszlo Benes, Keanan Bennetts oder Andreas Poulsen war überfällig.

Im Gegenzug verstärkte Virkus gemeinsam mit Korell den Kader gezielt sportlich und charakterlich. Die Neuzugänge Ko Itakura und Julian Weigl bringen nicht nur internationale Klasse und Reife auf den Platz, sondern auch menschliche Tiefe in einen Kader, der sich in in der vergangenen Saison zu oft seinem eigenen Schicksal hingab. Dazu konnte Steffen Korell einen Wunschtransfer für die Offensive umsetzen: Borussia hatte Nathan Ngoumou bereits seit der Eberl-Zeit auf dem Zettel – vor allem Korell stand seitdem mit der Spielerseite in Kontakt. Der Franzose bringt das so schmerzlich vermisste Tempo für die Offensive mit und ist eine weitere vielversprechende Option.

Das Horror-Szenario ist abgewendet

Abzuwarten bleibt lediglich, was genau die Idee hinter der Verpflichtung von Oscar Fraulo ist. Die „jungen Wilden“ um ihn, wie Yvandro Borges Sanches, Rocco Reitz, Connor Noß oder der am späten Donnerstagabend nach Burnley verliehene Jordan Beyer, darf man guten Gewissens erst einmal als „Verlierer“ der neuen Borussia-Ära bezeichnen – und zwar trotz Virkus’ mantraatrigen Bekenntnissen zum Drei-Säulen-Prinzip. Trainer Daniel Farke ließ zuletzt keine Gelegenheit aus, darauf hinzuweisen, dass es dem Kader abseits der ersten Elf an Tiefe fehle und er sich „Qualitätsspieler“ wünsche. Zudem haben Fraulo, Reitz und Noß beim nominell vielleicht stärksten zentralen Mittelfeld der letzten Jahre eher spärliche Aussicht auf Einsätze. Abwarten, ob Borussia die guten Kanäle nach Belgien noch einmal aktiviert. Dort dauert die Transferphase noch einige Tage länger an.

Abseits dieser Fragen haben Virkus und Korell noch letzte vertragliche Baustellen des Bestandskaders zu klären. Yann Sommers Vertragsverlängerung ist nach allem was wir hören nur noch Formsache – allerdings hält sich diese Info mittlerweile gefühlt schon zu lange. Bei Marcus Thuram gibt es zwar immer positivere Signale, aber weiterhin auch den Wunsch nach einem Wechsel zu einem Champions-League-Teilnehmer. Ramy Bensebaini hingegen wird die Borussia im kommenden Sommer nach aktuellem Stand ablösefrei verlassen. Bei beiden letztgenannten Spielern bleibt die Hoffnung, dass sich sportlicher Erfolg einstellt und beide vielleicht doch noch mit einer Ausstiegsklausel verlängern. Dass es Virkus und Korell aber bereits geschafft haben, das Horror-Szenario vieler ablösefreier Abgänge abzufedern und die Verträge mit Jonas Hofmann und Alassane Plea zu verlängern, verdient Respekt. Die Klauseln beider Spieler sind dabei aus unserer Sicht völlig marktgerecht und verständlich. Dass zusätzlich ein Urgestein wie Patrick Hermann verlängert hat, ist ein gutes Zeichen. Wir erwarten ähnliches bei Lars Stindl, Christoph Kramer und Tony Jantschke.

Die Aufgaben werden nicht kleiner

Natürlich ist dieses mehr als positive Zwischenfazit der neuen sportlichen Führung nur eine Momentaufnahme. Eins steht aber fest: Das Schiff Borussia stand im vergangenen Jahr zwischenzeitlich kurz vor dem Kentern. Diese Entwicklung hat die neue sportliche Führung um Roland Virkus und Steffen Korell überraschend schnell mit ruhiger, zielgerichteter und pragmatischer Arbeit abgefedert. Wir möchten noch einmal betonen, dass wir die beiden Protagonisten dabei als Team begreifen (unterstützt durch Chefscout Mario Vossen). Das würde im Übrigen auch Roland Virkus genauso unterstützen und unterschreiben. Der alleinige Fokus vieler Fans auf ihn, wird der Rolle von Korell nicht gerecht. Auch Stephan Schippers, der heute übrigens Geburtstag feiert (Herzlichen Glückwunsch), darf bei dieser Gelegenheit erwähnt werden: Er hat die Transfers und Vertragsverlängerungen in einer komplizierten finanziellen Lage erst möglich gemacht.

Wir sind nun sehr gespannt, wie die heiße Phase mit 11 Spielen in 10,5 Wochen sportlich weitergeht. In erster Linie ist dabei Daniel Farke gefragt. Der Trainer hat sich den Kader in dieser Zusammenstellung gewünscht (mit Ausnahme eines Backup-Neuners, der letztlich aber nicht mehr zu finanzieren war) und wird diesen nun entsprechend moderieren müssen. Vor allem die Ausrichtung des zentralen Mittelfeldes sowie die Chancen von Ngoumou auf einen Startelfeinsatz werden dabei spannend zu beobachten sein. Doch auch für Virkus und Korell bleibt wenig Zeit zum Durchatmen. Vor dem Winter und der WM-Zwangspause ab November will Borussia die drängendsten personellen Baustellen bei größtmöglichem sportlichen Erfolg schließen. Darüber hinaus muss sich der Verein auch mit der weiterhin angespannten finanziellen Situation und den Herausforderungen unserer Zeit befassen.

Die Aufgaben bleiben riesig, ein erster Grundstein für eine erfolgreichere Zukunft ist allerdings gelegt. Wir sagen deshalb aus vollem Herzen und ohne großen Überschwang erst einmal: Chapeau, Roland Virkus! Chapeau, Steffen Korell! Ihr habt es geschafft, diesem Verein gemeinsam mit Daniel Farke wieder Leben einzuhauchen! Ihr habt es geschafft, den Fans die Lust zurückzubringen! Ihr habt es geschafft, dass wir uns wieder auf Borussia-Spiele freuen! Vor einigen Wochen hätten wir das noch für unmöglich gehalten. Dafür an dieser Stelle einfach mal ein fetter DANK!

Und jetzt: Weitermachen! Die Arbeit ruft!

21 Gedanken zu „Chapeau, die Herren!

  • 1. September 2022 um 20:46
    Permalink

    Top Zwischenfazit! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Im Mai noch an den teilweisen Untergang (nicht falsch verstehen: Borussia wird niemals untergehen ;)) geglaubt, keine vier Monate später herrscht rund um den Borussia-Park eine Aufbruchstimmung – wie zuletzt 2019 nach der Verpflichtung und der ersten Halbserie unter der Leitung einer gewissen Pissnelke. Mit geringen finanziellen Mitteln (der Verkauf von Breel Embolo hat uns jetzt nicht zum finanzstärksten Verein gemacht, gerade nicht in Zeiten von “Corona”) geschafft, den Kader zu verstärken, gerade mit Itakura, Ngoumou und Weigl. Dazu noch mit absoluten Leistungsträgern (AP14 und JH23) verlängert. Top Arbeit.

    Fazit der ersten Transferperiode: 10/10 (auch ohne Verpflichtung eines klaren Neuners)

    Antwort
  • 1. September 2022 um 20:50
    Permalink

    Danke euch für diesen sehr ehrlichen und auf den Punkt gebrachten Artikel! Vielen Dank auch von mir an alle Verantwortlichen unserer Borussia! So freut man sich endlich wieder auf jedes nächste Spiel! Herzlichen Dank und macht genau so weiter! LG Wolle
    FOHLEN FAN for ever

    Antwort
  • 1. September 2022 um 21:07
    Permalink

    Ja, es läuft sehr gut. Aber wenn man ehrlich ist, hätten alle vier Spiele auch verloren gehen können. Ein gewisses Spieglück war immer dabei. Das gehört aber auch zu einem erfolgreichen Team dazu. Unverdient sind die acht Punkte aber auch nicht. Wir werden sehen, wie die nächsten Wochen so laufen. Ich bin daher durch positiv gestimmt mit einem kleinen Maß an Skepsis. Gruß

    Antwort
    • 1. September 2022 um 22:03
      Permalink

      Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Top Kommentar.
      Konsequente Trennung von Hütter, zu dem die vorhandenen Spieler nun mal nicht passten, etwas Glück gehabt, dass Favre Favre ist und mit Farke ein – zumindest für weite Teile der Fans – unbeschriebenes Blatt geholt.
      Dazu der Itakura-Transfer und teilweise sogar überraschende Verlängerungen wie die von Pléa. Nun Neuverpflichtungen, von denen man vor Kurzem nicht mal geträumt hätte.
      Und das alles ohne einen Vertrauensvorschuss, ganz im Gegenteil, die typische Social Media-Häme war mehr als hochgekocht.
      Man kann wirklich nur Respekt vor der Leistung von Virkus (und natürlich seinem Team um Steffen Korell) haben! Hut ab!

      Antwort
  • 1. September 2022 um 23:16
    Permalink

    Die Verantwortlichen meiner Borussia haben die letzten Woche wirklich Gute Arbeit gemacht. Das lässt mich die letzten 1.5 Jahre schnell vergessen, ganz ehrlich, das war echt schlimm!. Farke ist ein toller Trainer und Virkus vielleicht der bessere Eberl..die nächsten Jahre werden es zeigen. Es lebe Die Borussia.

    Antwort
  • 2. September 2022 um 5:49
    Permalink

    Ich freu mich auf die nächsten 4-5 Spiele mit den “neuen” und etablierten Spielern. Vom Namen her sollten wir mit dem Kader die nächsten Spiele Positiv gestalten und uns da “oben” festlegen!
    Glückwunsch an die Herren Virkus, Korell und Farke! Weiter so…BORUSSIA

    Antwort
  • 2. September 2022 um 6:10
    Permalink

    Ich freue mich trotz aller Skepsis viele Kritiker,die Roland Virus an seinem Amtsantritt entgegen gebracht wurde.Unsere Borussia an einem Zeitpunkt zu übernehmen,an dem sie komplett am Boden lag und ein sportlicher Scherbenhaufen war ,war mehr als mutig. Egal wie diese Saison weiter geht, es macht wieder Spaß zu zusehen.Auch wenn man weiß,das nicht alles so funktioniert,wie man sich es wünscht,unser Verein lebt wieder und das ist für mich das entscheidende.Danke Roland

    Antwort
  • 2. September 2022 um 6:34
    Permalink

    Daniel Farke, ist keine Labertasche.
    Sachlich… Alles fachlich, auf den Punkt.
    Mit Roland Virus hatte ich schon Berührungspunkte und wusste daher, dass er jemand ist, der in der Lage ist, einen eigenen Weg zu gehen.
    Und es stimmt, jeder, dem Verantwortliche Vertrauen schenken, hat unser Aller Vertrauen und somit eine Chance verdient. Ich freue mich auf meine nächsten gemeinsamen 43 Jahre mit Borussia. (Ich wäre dann… 100 Jahre.. :))

    Antwort
  • 2. September 2022 um 9:58
    Permalink

    Nach grosser Skepsis endlich mal wieder ein gelesen Gefühl der Vorfreude aufs nächste Spiel. Gruß an alle Fohlen- Toni aus Mastbruch

    Antwort
  • 2. September 2022 um 11:24
    Permalink

    Glückwunsch zu dem ehrlichen, wertfreien Kommentar zu Borussias Entwicklung unter Virkus Führung. Eberls Fußstapfen sind groß hieß es. Man muss ja nicht reintreten, sondern sich einen eigenen Weg suchen. Das haben Virkus und Korell in vorbildlicher Weise geschafft. Und wenn man bedenkt, daß Sie mit abgezähltem Geld einkaufen mussten, ist die bisherige Leistung nochmal so hoch einzuschätzen. An kaufmännischen Grundtugenden festzuhalten ist aller Ehren wert. Doch außergewöhnliche Ereignisse verlangen auch außergewöhnliche kaufmännische Aktivitäten, um ein Unternehmen am Leben zu erhalten. Nur ausgeben was man einnimmt, damit ist es da leider nicht getan. Und Notverkäufe wie Zakaria sind auch keine Lösung. Man muss sich ja nicht Schalke und Hertha zum Vorbild nehmen. Die ganze Entwicklung wäre eine abgerundete Sache, wenn Herr Schippers die beiden finanziell so ausstatten würde, daß die beiden restlichen Baustellen beendet werden könnten. Es sei denn, die beiden wollen aus anderen Gründen weg. Dann sollen sie sich ins Zeug legen, damit Borussia im internationalen Geschäft sich die wegfallenden Ablösen teilweise reinholen kann. Was hindern eigentlich Sommer und Thuram daran, zu verlängern wie Plea und Hofmann, mit Klausel, um bei einem Wechsel Borussia eine wertgerechte Ablöse zu ermöglichen. Was Nizza für Sommer geboten hat, würde ich als persönliche Beleidigung empfinden. Wie Sie richtig schreiben, dauern die Gespräche mit Sommer eigentlich zu lange. Aber wir schauen ja nicht hinter die Kulissen und man muss das Beste draus machen. Jetzt sind beide erstmal bis zum Winter da und lassen hoffentlich in Ihren Leistungen nicht nach bzw. werden von Verletzungen verschont.

    Antwort
    • 2. September 2022 um 14:40
      Permalink

      Thuram und Bensebaini könnten im Falle eines Wechsels an Vetragsende eine Menge Handgeld einsacken. Der Gedanke, mit einer Vertragsverlängerung der Borussia etwas zurückzugeben ist wohl zu romantisch bzw sogar naiv 🤷🏽‍♂️

      Antwort
      • 3. September 2022 um 23:59
        Permalink

        Hätten Plea und Hofmann auch gekonnt. Sie haben sich aber scho für Borussia entschieden, wenn auch mit dem Hintertürchen, jederzeit wechseln zu können.

        Antwort
  • 2. September 2022 um 11:26
    Permalink

    Bei allem Dank, dem ich mich trotz anfänglicher Skepsis gerne anschließe, sollten wir einen Mann nicht vergessen, der uns immer im Spiel gehalten hat – Yann Sommer!! Da habe ich noch ein bisschen Magendrücken. Bleibt er oder wird er den Verein wie Bensebaini nächstes Jahr ablösefrei verlassen? Ich hoffe doch nicht 🙏

    Antwort
  • 2. September 2022 um 20:15
    Permalink

    Besser kann man es nicht ausdrücken.
    Alle Verantwortlichen habe in Ruhe weiter gearbeitet und sich nicht aus der Ruhe bringen lassen, der Erfolg gibt Ihnen recht.
    Aber es gibt immer gewisse ach so Experten, die erst einmal die Klappe weit aufgemacht haben, und es besser zu scheinen wussten. Hau drauf Mentalität nennt man so etwas, ohne Sinn und Verstand. Eine gewisse Schadenfreude konnte ich mir hierbei nicht verkneifen.

    Antwort
  • 2. September 2022 um 22:20
    Permalink

    Ich könnte es mir jetzt einfach machen und sagen: Nach dem Scherbenhaufen den Eberl über anderthalb Jahre hier hinterlassen hat, kann der Nachfolger ja nur noch glänzen.

    So einfach mache es mir aber nicht. Sehr richtig schreibt ihr davon, dass sich Virkus freigeschwommen hat. Er bringt seinen eigenen Stil ein und der hebt sich wohltuend von dem ab, was wir hier auch schon erlebt haben. Diesen Stil kann man wohl einfach auf den Punkt bringen:
    Gute Arbeit abliefern und ansonsten kein Wort zu viel.

    Sehr hoch muss man Rollo anrechnen, dass «Missverständnis» Hütter schnell beendet zu haben und mit Farke einen Trainer verpflichtet zu haben, der von seinem Spielverständnis besser zu unserer Mannschaft passt und von seiner Persönlichkeit auch viel besser zum Verein und zu den Fans.

    Wenn die letzten beiden Neuverpflichtungen jetzt noch so einschlagen, wie Itakura, dann sind wir auf einem richtig guten Weg.

    Fürs Erste einmal: Danke Roland Virkus. Danke Daniel Farke.

    Antwort
  • 4. September 2022 um 14:07
    Permalink

    Jedem ist eine Chance zu geben, da bin ich sofort dabei. Der totale Ausverkauf wurde verhindert und ein interessanter Trainer verpflichtet. Alles gut soweit. Allerdings stecken wir noch ganz am Anfang der Saison bzw. der Neuausrichtung. Ein Fazit kann nur bedingt gezogen werden. Die letzten Spiele waren nicht total überzeugend. Mit Rückblick auf den Auftritt bei S04 und dem überragenden spätSOMMER war die Leistung eher erschreckend. Man merkt der Mannschaft an, dass sie mit angezogener Handbremse spielt. Gibt es Gründe für, schon klar. Es scheint für diesen Kader, der seit geraumer Zeit unverändert ist, schwierig zu sein seine finale Spielidee zu finden. Hier hat nun Farke die nächste Chance es hinzubekommen. Vielleicht hätte aber ein echter Umbruch neue Kräfte freigesetzt. Union Berlin ist hier ein sehr gutes Beispiel. Na ja, vielleicht kracht es heute heftig und wir hauen Mainz aus dem Stadion. Es darf nämlich gerne etwas mehr Feuer auf dem Platz sein.

    Antwort
  • 4. September 2022 um 19:51
    Permalink

    Roland Virkus gebührt Respekt. Gut gemacht. Wider Erwarten. Umso besser.
    Nur schießt der leider keine Tore. Und verhindert auch keine. Aus Euphoria praecox wurde heute durch Mainz 05 Euphoria interruptus. Die Mainzer in allen Belangen besser. Das muss man konstatieren. Schon die letzten Spiele der Fohlenelf waren wenig überzeugend. Der Auftritt von Union Berlin gestern Abend hat Borussias Punkteteilung in München noch einmal deutlich relativiert. Diesen euphorischen Singsang im Vorfeld konnte ich eh nie nachvollziehen. Spielerisch hat das Farke Team bis dato nicht überzeugt. Also besser die Emotionen runterladen und abwarten. Das Mainzspiel war vielleicht der richtige Dämpfer zur richtigen Zeit lieber Dieter.

    Antwort
  • 4. September 2022 um 20:07
    Permalink

    Zur Euphorie sehe ich noch keinen Grund. Irgendwie scheint die auch bei der Mannschaft verloren gegangen zu sein. Bis die richtig im Spiel sind, ist mindestens eine Viertelstunde rum. Und die Chancenverwertung ist nach wie vor lausig. Thuram macht aus 4 Superchancen nicht ein Tor!! Und warum die ersehnten Neuzugänge erst so spät eingewechselt wurden, kann ich nicht nachvollziehen.

    Antwort
  • 5. September 2022 um 7:51
    Permalink

    Mainz ist ein sehr gutes Beispiel dafür, um eine gewisse Stagnation in der Entwicklung dieser Mannschaft belegen zu können. Früher ein sicherer 3 Punkte Lieferant. Leider könnte ich daneben noch andere Vereine nennen, die in den letzten Jahren ordentlich zugelegt haben und längst auf Augenhöhe mit der Borussia sind, da hilft auch keine schöne Stadionlandschaft. Wichtig ist auf dem Platz. Klingt komisch ist aber letztendlich so.
    Seit mindestens drei Jahren die typischen Verhaltensweisen. Der Einstieg in das Spiel wird verschlafen, Lethargie auf dem Platz (und das bezieht sich nicht nur auf unsere französischen Teilzeitkräfte), Abschlussschwäche, eine mit einfachsten Mitteln auszuhebelnde Abwehr usw.
    Farke darf sich gerne an dem Haufen ausprobieren und ich wünsche ihm allen Erfolg dieser Welt. Die DNA der Mannschaft zu ändern muss sein Ziel sein und auch die der sportlichen bzw finanziellen Leitung.

    Antwort
    • 5. September 2022 um 18:17
      Permalink

      Erst mal abwarten ob Mainz, Union, Freiburg dieses Level über viele (!) Jahre halten können. Dann wird ein Schuh draus. Mit Blick auf die letzten 15 Jahre stehen nur Bayern, die Majas und Fuschl am See besser da als wir. Tendenziell sehe ich Frankfurt ähnlich. Schalke, Bremen, Wolfsburg, etc. haben stagniert, sich bzw. Rückwärts entwickelt.
      So ein Spiel wie gestern passiert, dumm gelaufen. Mir hat aber die viel zitierte Resilienz sehr gefallen. Also positiv bleiben!

      Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.