Derby-Boykott: Verständlich oder nicht?

Das Derby wirft seine Schatten voraus. Die Kölner Ultraszene wird aufgrund der Sanktionen des DFB boykottieren und will in Rheydt demonstrieren. Nun erklärte auch die Gladbacher Ultraszene, dass sie im Stadion keine Stimmung machen wird. Sind die Boykotte verständlich oder nicht? Die MitGedacht.-Redaktion ist gespalten.


Contra: Ein Bärendienst für alle Fans

Dass große Teile der Fanszene des 1. FC Kölns das Spiel in Gladbach boykottieren, ist kaum nachvollziehbar! Das DFB-Sportgericht hat im Nachgang des vorletzten Derbys ein eindeutiges Urteil gefällt: Die Reduzierung des Gästekartenkontingentes. In der genauen Urteilsverkündung heißt es: „Dieses (Sicherheitskonzept, Anm.d.Red.) muss insbesondere beinhalten, dass der 1. FC Köln im nächsten Auswärtsspiel bei Borussia Mönchengladbach nur die Hälfte des zulässigen Kartenkontingentes für den Gastbereich anfordert und erhält.“

Zur Erinnerung: Es waren Kölner Ultras, die im Februar 2015 völlig hirnlos agierten und nach Spielschluss auf den Platz rannten. Zwar liefen letztlich nur einige wenige Fans auf dem satten Grün in Richtung Nordkurve. Das lag aber vor allem daran, dass vielen weißen Malern letztlich der Mumm fehlte oder sie aus Angst vor der Polizei schnell wieder zurück in den Gästeblock flüchteten. Von „wenigen Einzeltaten“ zu sprechen, ist daher faktisch falsch.

Es ist in Deutschland verboten als Fan auf den Platz zu laufen. Wer es dennoch tut, muss mit Konsequenzen rechnen. Mit ihrer Aktion haben die am Platzsturm beteiligten Anhänger allen in Deutschland aktiven Fans einen Bärendienst erwiesen. Durch ihr unüberlegtes Handeln haben sie viele Bemühungen um einen Dialog auf Augenhöhe mit Verbands- und Vereins-Vertretern sowie Politikern mit Füßen getreten. Dass man jetzt „für den Erhalt der Fankultur“ demonstrieren will, mutet da fast polemisch an. Gleiches gilt übrigens auch für die Begründung der Kölner zu ihrer Demonstration: „Die anhaltenden Diskussionen um angebliche Sicherheitsprobleme, welche in Verboten und Auflagen münden, müssen endlich wieder versachlicht und entschärft werden!“ Da wäre es doch angebrachter, sich im Stadion bei den Derbys zunächst einmal vernünftig zu benehmen.

Natürlich ist es nicht fair, dass mit dem DFB-Urteil gleich die ganze Fanszene, also auch unbeteiligte Ultra-Gruppen, Kutten oder Normalos, bestraft wird. Nun ist die Kölner Fan-Landschaft in den vergangenen Jahren aber nicht gerade durch Selbstregulierung und -reflektion aufgefallen. Daher und aufgrund von immer neuen Straftaten aus FC-Reihen blieb kaum eine andere Maßnahme als ein Teilausschluss. Übrigens hätte der Verein diesen ja auch selber konsequenter umsetzen und den am Platzsturm beteiligten Gruppen keine Karten zuteilen können. Nun aber als ganze Fanszene den Unschuldigen zu mimen und sich hinter dem Protest gegen Kollektivstrafen zu verstecken ist billig!

Das Argument, dass das Unverständnis gegen die Boykottpläne der FC-Fans zu einfach sei, weil die Borussia-Fans im Hinspiel ja gleich gehandelt hätten, ist übrigens einfach auszuhebeln. Der Boykott des Hinspiels richtete sich vor allem gegen die ungerechte Bestrafung einer unschuldigen Fanszene: Nämlich gegen die Maßnahme des Heim-Vereins, der das eigenmächtig begrenzte Kartenkontingent an die eigenen Fans verhökerte. Womit wir auch schon wieder beim Ausgang der ganzen Diskussion wären. Wer hat noch einmal den Platz gestürmt und wurde vom DFB-Sportgericht dafür bestraft?

Es ist daher auch unverständlich, dass Teile der aktiven Gladbacher Fanszene auf den Support verzichten wollen. Wer Solidarität mit den Kölnern verspürt, kann diese gerne mit Spruchbändern oder Aufklärung im Vorfeld zum Ausdruck bringen oder einen kurzen, symbolischen Teil-Boykott durchführen. Im Stadion aber einer Fanszene, die sichtbar Scheiße gebaut hat, zur Seite zu springen, ist wenig konsequent. Im September vergangenen Jahres wurde das eigene friedliche Verhalten bei besagtem Platzsturm noch als Argumentationsgrundlage im eigenen Kampf gegen die ungerechte Bestrafung genutzt. Mit einem 90-minütigen Stimmungsverzicht schlägt man sich aber nun auf die Seite der (angeblich ja zu Unrecht bestraften) Kölner. Ganz davon abzusehen, welches Signal an die Spieler ausgeht: Wir stehen hinter Fans, die den Platz stürmen?!

„Dass große Teile der Fanszene des 1. FC Kölns das Spiel in Gladbach boykottieren, ist kaum nachvollziehbar!“ Die Ausgangs-These beinhaltet eine kleine Einschränkung. Denn: Dass die halbierten Kölner Gästetickets personalisiert ausgegeben werden, ist natürlich ein Schlag ins Gesicht für alle Fußballfans. Hier zählen die Argumente aus dem Hinspiel. Es kann nicht sein, dass sich Fußballfans für Spiele anmelden müssen und für eine Karte ihren Namen oder ihre Adresse hinterlegen müssen.

Doch muss man alleine wegen dieser Sache gleich 90 Minuten auf Stimmung verzichten? Die klare Meinung dieses Autors: Nein!


Pro: Die individuelle Verantwortung

Die Folgen des Platzsturms einiger Kölner sind auch ein Jahr später noch allgegenwärtig. Unsere Szene litt im September unter dem erarbeiteten Sicherheitskonzept, jetzt trifft es die Kölner. Genau wie wir im September wehrt sich die Fanszene unseres Derbygegners nun. Immer wieder hört man aus den Mündern vieler Fans unserer Borussia, dass die Kölner doch selbst schuld seien. Schließlich ging der Platzsturm vom Gästeblock aus. Das stimmt zwar, ist jedoch zu kurz gedacht. Der Autor dieser Zeilen versucht zu erklären, warum der Protest absolute Berechtigung hat. Warum er gar wichtig ist.

Im vergangenen September haben auch wir noch kräftig die Werbetrommel für den Boykott unseres Spiels in der Domstadt gerührt. Damals war sich unsere Fanszene relativ einig, dass wir unschuldig und daher zu Unrecht bestraft werden. Darüber herrscht(e) Einigkeit. Schließlich waren es Kölner, die den Platz stürmten. Insbesondere in unserer Fanszene gibt es daher Leute, die sagen, dass die Strafe gegen die Kölner also nur gerecht sei. Schließlich habe die Kölner Fanszene zum wiederholten Male Grenzen überschritten. Das müsse bestraft werden! Dass daher nur halb so viele Kölner in unseren Borussia-Park dürfen – „Nur logisch“, sagen viele! Zu kurz gedacht, sage ich!

Den damaligen Platzsturm gilt es zu verurteilen. Die Täter mussten damit rechnen, dass ihr unbedachtes Handeln Konsequenzen haben würde. Aber da gilt es anzusetzen! Wer waren denn die Täter? Es handelte sich um eine Gruppe von 20 bis 30 Personen, die in den Innenraum vordrangen. Einige wenige rannten auf den Rasen in Richtung Nordkurve. Und für dieses Verhalten einer kleinen Gruppe sollen nun mehr als zweieinhalb tausend Menschen von einem Fußballspiel ausgeschlossen werden? Der Rest soll Karten nur erwerben dürfen, wenn er seine Daten abgibt? Die Strafe verhängte der DFB gegen den 1. FC Köln.

Leider – und da setzt die Kritik der Kölner an – handelt es sich dabei um eine Kollektivstrafe. Eine Gruppe haftet für die Taten einzelner Personen. Wikipedia bezeichnet als Kollektivhaftung „die rechtliche Verantwortung einer Gruppe für Handlungen eines oder mehrerer Mitglieder.“ Diese Praxis widerspräche der „aufgeklärten Grundhaltung europäischer Kulturtradition, wonach jeder für seine Taten individuelle Verantwortung trägt“, so das Online-Lexikon weiter. Dem ist eigentlich kaum etwas hinzuzufügen. Nach rechtsstaatlichen Prinzipien ist es geradezu grotesk, dass tausende Unschuldige mitbestraft werden. In allen anderen gesellschaftlichen Bereichen wäre der Aufschrei groß. Im Fußballkontext bleibt er leider allzu oft aus.

Dass aber nun gar einige Fußballfans sagen, die Bestrafung habe doch eine Berechtigung, gleichzeitig aber dem Protest gegen diese Strafe die Berechtigung absprechen, ist fatal! Bei der Diskussion ist es völlig unerheblich, dass hier unser Erzfeind bestraft wird. Es geht um grundlegende Rechte und die Zukunft unserer geliebten Fankultur. Dabei spielen die Farben ausnahmsweise einmal überhaupt keine Rolle. Denn wir können davon ausgehen, dass tausende Kölner am Samstag friedlich im Stadion gestanden hätten. Und auch im letzten Jahr friedlich im Stadion standen. Diese Menschen konnten ebenso wenig für den Platzsturm wie wir als Gladbacher. Vor allem haben sich diese Menschen sicher ebenso über das Verhalten einiger Mitstreiter im Gästeblock geärgert. Möglicherweise haben einige von ihnen gar versucht mit den Platzstürmern in einen Dialog zu kommen. Die Kölner Szene hat Fehler eingestanden und die Aufarbeitung der Vorkommnisse gelobt. Das haben sie schon einige Male behauptet, werden manche behaupten. Das stimmt! Dennoch steht es uns nicht zu, einer anderen Szene vorzuschreiben, wie sie solche Vorkommnisse aufzuarbeiten hat.

Bei unserem Boykott im September haben wir die richtigen Punkte angesprochen. Wir haben uns klar gegen überzogene Sicherheitsmaßnahmen und Kollektivstrafen gestellt. Dieser Linie müssen wir treu bleiben. Die Auflagen die die Kölner Fanszene zu ertragen hat, sind ein Schlag ins Gesicht. Und zwar ins Gesicht aller Fußballfans. Kollektivstrafen lösen keine Probleme. Sie sorgen für eine weitere Entfremdung zwischen Verbänden, Polizei und den Fans. Vorfälle wie beim letzten Derby in Mönchengladbach müssen aufgearbeitet werden. Gemeinsam. Im Dialog!

Diesen Dialog verhindern kollektive Bestrafungen, da sie 99% der Fans unschuldig bestrafen. Das ist nicht gerecht. Das löst keine Probleme. Am Samstag werden wir ein Derby ohne Derbyatmosphäre sehen.

Für volle Gästekontingente. Gegen kollektive Bestrafungen!


Was haltet Ihr vom doppelten Derby-Boykott. Kommentiert den Beitrag und teilt uns Eure Meinung mit!

Bild zum Beitrag: Nordkurvenfotos.de

24 Gedanken zu „Derby-Boykott: Verständlich oder nicht?

  • 16. Februar 2016 um 20:24
    Permalink

    Gegen Pyro, Gegen Gewalt, Pro Personalisierte Tickets. Am Samstag wird nix boykotiert.

    Antwort
    • 16. Februar 2016 um 21:27
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      Richtig. Stimme 100% zu. Unter diesen Umständen habe ich auch das letzte mal gespendet! Wer Fan sein will, der unterstützt seinen Verein.

      Antwort
  • 16. Februar 2016 um 21:04
    Permalink

    Sorry, die Kölner haben sich daneben benommen (wie schon desöfteren – ich erinnere mal gerne an die geklauten Banner) und sind vom DFB dafür bestraft worden. Die Gladbacher haben sich die letzten Male in Köln zumeist gut benommen (Jedenfalls im Stadion) und wurden trotzdem bestraft. Das ist ungerecht und daher war der Bykott in Köln auch in Ordnung. Hier werden die Kölner für ihr eigenes Fehlverhalten bestraft, es handelt sich hier nicht um eine friedfertige Fanschar die mal ausnahmsweise über die Strenge geschlagen hat, sondern andauernd unangenehm auffällt. Diese Szene nun auch zu unterstützen ist absolut armselig, besonders da diese ja auch noch provokant wie sie nun mal sind auch unbedingt in Gladbach “demonstrieren” wollen. Bisher war ich ja immer ein Unterstützer der Ultra Szene, weil diese sich auch noch eher angenehm zurückhlalten. Dies ist aber ein komplett falsches Signal. In Köln lacht man sich wahrscheinlich schon darüber kaputt. Daher Ultras gebt eure Karten dann doch ab an Fans die die Manschaft lieber unterstützen.

    Antwort
  • 16. Februar 2016 um 21:10
    Permalink

    Warum – fragt man sich – kann es einem Fussballfan seine Sicherheit und körperliche Unversehrtheit nicht wert sein, durch entsprechende Maßnahmen ge- und beschützt zu werden? Wer nicht gewillt ist, seine Identität preiszugeben, um sich mit Spaß ein Fußballspiel ansehen zu können, gerät wie selbstverständlich in den Verdacht, neben dem eigentlichen Sportgeschehen ein wenig kriminell tätig zu werden. Die Spacken, die gewillt sind, Plätze zu stürmen, sich zu vermummen, ja ganze Fangruppen zu bedrohen, genau die dürfen(und sollen) mittels Namen und Adressen für Ihre Taten die Verantwortung übernehmen!
    Ich personalisiere mich, weil ich nix zu verbergen habe, und wer jetzt noch in purer Blödheit auf den “Datenschutz” hofft bzw.pocht,hat lediglich den Knall nicht gehört. Deshalb : Auf zum Derby und richtig fett Stimmung machen, aber nur intoniert gegen die Scheisse vom Dom……….

    Antwort
  • 16. Februar 2016 um 22:03
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    An die Pro-Seite: Die Lösung ist doch ganz einfach: Ohne strafbewehrte Taten gibt es auch keine Strafen (weder kollektiv noch individuell).

    “Es geht um grundlegende Rechte und die Zukunft unserer geliebten Fankultur.” HäH? Was ist mit dieser hohlen Phrase gemeint?

    Etwa:
    Pöbeleien gegenüber anderen Fahrgästen im Zug. Fankultur? Rechte?
    “Alter hau hier ab, hier wird’s gleich heiss”. Selbsterlebt in Zürich, nachdem die Ullas endlich ihren Platz gefunden haben. Fankultur? Rechte?
    Böllerschmeissen auf unbeteiligte Passanten. Fankultur? Rechte?
    Pyro im Stadion. Fankultur? Rechte?
    Abzocken generischer Farben. Fankultur? Rechte?
    Fahnen – und Sichtschutzklau. Fankultur? Rechte?
    Bei Bierdusche in die Fresse treten. Fankultur? Rechte?
    Verkehrspoller über Kölner ziehen. Fankultur? Rechte?
    Busse von der Straße drängen und mit Steinen bewerfen. Fankultur? Rechte?

    So sieht leider die gelebte Fankultur von Personen und Gruppierungen – auch bei uns – aus. Und genau diese Personen/Gruppierungen verstecken sich nun mit der Contraposition im Kollektiv aller Borussen, um weiter ihr Unwesen zu treiben.

    Und am Samstag: Volle Unterstützung für unsere Farben!

    Antwort
    • 16. Februar 2016 um 22:35
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      Danke hierfür. Klasse argumentiert. Dem gibt es nichts hinzuzufügen.

      Antwort
  • 17. Februar 2016 um 1:02
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    Meiner Meinung nach soll die Kölner Demo in MG nur provozieren und garantiert wird es nicht friedlich abgehen ohne das man ein großer Prophet sein muß, denn es werden auch genug Borussen in Rheydt sein die mit dem Shuttle-Bus von dort aus zum Stadion fahren, da ist Krawall vorprogrammiert!

    Das einzige Gute was man der Demo abgewinnen könnte wäre wenn es dort so richtig knallt und die DFL und die Polizei zu dem Schluss kommen das man die sogenannten “Fans” im Stadion zukünftig wieder besser kontrollieren kann als an 2 Orten irgendwo in der Stadt bei einer Demo und im Stadion und der Polizeiaufwand dafür noch höher ist als mit der Maßnahme der Reduzierung des Ticketkontingentes erreicht werden sollte!

    Denn wenn jeder Gastverein in Zukunft mit einer Demo statt des Stadionbesuchs am Spielort demonstriert hat die DFL und die Polizei ein größeres Problem als man denkt, denn anscheinend kann man solche angemeldeten Demos ja nicht verbieten lt. Aussagen von Stadt und Polizei!

    Wenn man es also aus dieser Sicht betrachtet ist die Demo der Kölner in MG als Provokation gar nicht mal so dumm um die DFL und die Polizei zum nachdenken zu bewegen um nach anderen Lösungen als Kollektivstrafen zu suchen………

    Antwort
  • 17. Februar 2016 um 10:50
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    Stimme Klara Sprudel vollständig zu. Der Bykott schadet nur unserer Manschaft die für die ” Fankultur” im kollektiv Bestraft wird. Es gibt sicher andere Möglichkeiten und Gelegenheiten zu protestieren.
    Ihr schadet nur der Manschaft.

    Antwort
  • 17. Februar 2016 um 11:01
    Permalink

    Ich finde, euer Boykott geht nicht weit genug. Ihr solltet bis auf weitere ALLE Borussia-Spiele boykottieren. Die Folgen: 10 000 “Normalo-” und Oldschoolfans in der Nordkuve müssten nicht mehr das Geplärre aus dem Megaphon ertragen, die “In-Block-16-Oben-Steher” hätten wieder frei sicht auf das GANZE Spielfeld und der Support wäre wieder spielbezogen (worin ich den größten Gewinn sähe).

    Antwort
    • 17. Februar 2016 um 12:41
      Permalink

      Hallo Rolf. Was meinst du mit “euer” Boykott? Wir von MitGedacht. sind Teil der aktiven Fan-, nicht Ultraszene. Es ist also keinesfalls “unser” Boykott wie du bei genauer Lektüre sicher bemerkt hast. Wir spiegeln in diesem Bericht lediglich die zwei beherrschenden Sichtweisen wieder, die in der aktiven Fanszene im Hinblick aufs Derby aufeinanderprallen. Beste Grüße, die vier MitGedacht.’ler

      Antwort
  • 17. Februar 2016 um 11:06
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    Ich gehe ins Stadion um mein Team zu unterstützen!!!

    Um meine Meinung kund zu tun, meiner Unzufriedenheit Ausdruck zu verleihen oder zu protestieren, nutze ich andere Möglichkeiten, wie diese.

    Ihr leistet unserer Mannschaft einen Bärendienst und stellt eure Interessen über die unseres Vereins.
    Wie bereits ein Blogger vor mir geschrieben hat, werde ich in Zukunft auf Spenden für Choreos verzichten, sollte es beim geplanten Boykott bleiben.

    Geht doch gemeinsam mit den Kölnern schmollend auf die Strasse, nehmt euch ans Händchen und gebt eure Tickets denjenigen, die sich darauf freuen unser Team zu supporten.
    Vergesst dabei aber nicht wütend mit den Füssen auf den Boden zu stampfen, wie beleidigte Kleinkinder das so gerne machen.

    Kopfschüttel
    Netzers-Friseur

    Antwort
    • 17. Februar 2016 um 12:42
      Permalink

      Moin moin. Wie auch bei einem Kommentator vor Dir wollen wir Dich gerne darauf aufmerksam machen, dass Du mit deiner direkten Ansprache an uns vollkommen daneben liegst. Wir von MitGedacht. sind Teil der aktiven Fan-, nicht Ultraszene. Es ist also keinesfalls „unser“ Boykott wie du bei genauer Lektüre sicher bemerkt hast. Wir spiegeln in diesem Bericht lediglich die zwei beherrschenden Sichtweisen wieder, die in der aktiven Fanszene im Hinblick aufs Derby aufeinanderprallen. Beste Grüße, die vier MitGedacht.’ler

      Antwort
  • 17. Februar 2016 um 16:34
    Permalink

    Wer nicht huepft der ist ein Ultra aehm Koelner. Sry nicht nachvollziehbar und keine gute Idee. Bleibt dann weg die boykotieren wollen und lauft in Rheydt mit.

    Antwort
  • 17. Februar 2016 um 17:57
    Permalink

    Liebe MitGedacht`ler.

    Sorry, wenn das falsch rüber gekommen sein sollte.
    Es lag mir fern euch persönlich zu diskreditieren.

    Ich dachte mir nur dass die Personen die es betrifft, sich schon angesprochen fühlen würden.

    Gruß
    Netzers-Friseur

    P.S.: Das “Moin-moin” ist wohl vpm vergangenen WE noch haften geblieben… ;o)

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 7:32
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    Während ich im Hinspiel den Boykott nachvollziehen konnte (schließlich ging die Kartenbegrenzung ganz alleine vom 1.FC Köln aus und nicht vom DFB/DFL), fehlt mir jetzt jedes Verständnis. Die Kölner wurden zu Recht bestraft. Weil eine Selbstregulierung nicht funktioniert hat, ist auch die sog. “Kollektivstrafe” vollkommen in Ordnung.
    Die Demonstration in Rheydt erinnert mich sehr an die Märsche des Oranier-Ordens in Nordirland. Provokation pur.
    Ein Stimmungsboykott unserer Ultras ist ein schlechter Witz. Es schadet der Mannschaft und spaltet unsere Fanszene. Selbstdarstellung ist wichtiger als Borussia, typisch Ultra ! Dann verzichte ich in Zukunft lieber auf Choreos o.ä., denn von mir werden auch keine Spenden mehr kommen.

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 8:14
    Permalink

    Ich boykortiere den Boykott! Für mich ist das Derby gegen Köln schon vor Jahren gestorben, weil es in eine wiederwärtige Hassorgie abgeglitten ist. Was jetzt geschieht ist eine Konsequenz daraus, dass zu viele die Grenze zwischen Rivalität und grenzenlosem Hass nicht mehr wahrnehmen. Diese entglittene Hassorgie hat damit nichts mehr zu tun. Und ich frage mich, ob ich diese Schmäh- und Hassgesänge noch mitsingen soll, weil ich damit zu viele in ihrem Hasswahn unterstütze, der bei zu vielen dann in endgrenzter Gewalt endet. Was vielfach in den letzten Jahren bei den Derbys abgelaufen ist, hat für mich mit Fankultur nichts gemein. Fahnenklau, Schals und Trikots klauen und Medienwirksam am Zaun verbrennen. Pyroorgien die nicht nur die Sicht sondern auch bei vielen in ihrem Alkohol- und Drogenwahn die Sinne vernebeln und aus menschlichen Wesen empathielose Gewaltverbrecher machen. Mich widert das an.
    Für mich ist Fußball gelebte Emotion. Es wird gesungen, angefeuert und auch mal der Gegner geschmäht oder verhöhnt. Nur beim Verhöhnen und Schmähen betreten wir eine Grenzregion, in der die Sache schnell in Hass umschlägt und zu viele dann meinen, sie müssten dann vor, während und nach dem Spiel noch zur Tat schreiten. Da ich dieses nicht unterstütze, werde ich unsere gesammelte Palette an Schmähgesängen nicht mehr mitsingen. Wenn sich alle im Griff hätten, könnte man ein hochemotionales Derby im Stadion begehen. Aber eins muss klar sein. Nach dem Spiel gehen alle gemeinsam nach Hause und man fachsimpelt auch mit den gegnerischen Fans übers Spiel ohne sich in die Fresse zu hauen. So viel Zivilisation müsste doch drin sein. Dann könnten wir uns den ganzen Polizeiaufwand auch sparen. Dann bräuchte sich keiner über personalisierte Karten, Überwachung und Polizeigängelung zu beschweren. Bevor ich mich immer über DIE anderen beschwere, sollte jeder über seinen Eigenanteil an der Situation nachdenken.
    Und wer das nicht kann, sollte einfach zu Hause bleiben. In die die die Gewaltfreaks kennen, sollten endlich diesen unmissverständlich klar machen, das ihr Verhalten nicht erwünscht ist. Soll mir keiner behaupten, dass die Leute nicht bekannt sind. Wenn man manches Heldenepos im Bus mit anhört, schwingt mir bei vielen Zuhörern zu viel stille Bewunderung mit.
    So wie jetzt kann es nicht weitergehen. Jeder sollte erst mal bei sich schauen, was er ändern kann, damit die Gewalt- und Hassspirale durchtrennt wird. So wie es jetzt läuft, geht es nicht weiter. Ich wünsche mir mal ein Derby ohne Polizei. Ob wir das hin bekämen?

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 8:49
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    Ich komme mir vor wie in einem Kindergarten. Ich werde als Borusse in der Nordkurve nicht still bleiben und unsere Mannschaft lautstark unterstützen. Sowie es sich für einen Fan gehört. Man sollte doch einmal hinterfragen warum “bestimmte Fans” keine personifizierte Eintrittskarten wünschen.

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 9:21
    Permalink

    @Matthew
    Zu deiner Argumentation bzgl personalisierter Tickets :
    Ich habe Anfangs auch die Auffassung gehabt, dass personalisierte Tickets kein Problem für diejenigen sind, die nichts “Böses” tun und deshalb nichts zu befürchten haben. Aber – zu kurz gedacht!
    Für ein Spiel, wie z. B. gg Köln, musst du die Karten weit im voraus bestellen, um überhaupt in den Genuss der Tickets zu kommen. Zu diesem Zeitpunkt steht in der Regel der Termin für das Spiel noch gar nicht fest. Nun kommt der Termin heraus und du kannst dann gar nicht, weil du Arbeiten musst, oder Krank bist, oder oder oder…
    Und nu? Ganz einfach – Karten in die Tonne kloppen – Geld in den Sand gesetzt!
    Denk mal drüber nach 😉

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 10:22
    Permalink

    Ich halte den Boykott ebenfalls für falsch. Die Argumente von Klara und Netzer kann ich nur unterstreichen.

    Den Protest aus dem Hinspiel konnte ich noch nachvollziehen. So sehr ich die Ultras als Motor der Fanszene auch schätze, es reicht nun aber mit Abwesenheit und der Verweigerung des Supports. Hoffe die restliche Nordkurve -und dies ist die große Mehrheit- brüllt sich die Seele aus dem Leib und sorgt für Stimmung, denn der Verein steht im Mittelpunkt, die Mannschaft braucht knisternde Atmospähre.

    In Rheydt wird es knallen, die Domstädter kommen sicher nicht zur gemütlichen Altbierverkostung.

    Schaut mal über den Tellerrand, gegenüber manchen europäischen Ligen ist die Fanszene in Deutschland doch das reinste Schlaraffenland. Damit das so bleibt, ist Disziplin und Selbstregulierung notwendig.

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 12:29
    Permalink

    Servus zusammen,
    völlig unverständlich ist es für mich das Team (11 kämpfende Spieler) nicht mit dem Support zu unterstützen den sie ja in der momentanen Lage benötigen und brauchen. Ich stehe hinter der Borussia am Samstag und halte die Strafmaßnahmen gegenüber der Kölner Fangemeinschaft für mehr als akzeptabel. Seit Jahren findet kein Umdenken in der Kölner Szene statt, von Selbstreinigung wie sie so oft bei uns stattfindet ist nichts zu hören.
    Von positiven Schlagzeilen über Kölner Fans wie Sie über unsere Fans gibt, höre ich seit langen nichts mehr.
    Ich finde es traurig das es so weit gekommen ist aber daran sind bestimmt nicht nur 10-20 Leute schuld sondern mehr. Die die Gewalt und Hass im Fußball akzeptieren und tolerieren tragen eine Mitschuld.

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 14:46
    Permalink

    Damit das klar ist: Ich bin 100% Borussiafan und das von Kindheit an. Dieses Jahr werde ich die 60 Jahre vollmachen und bin mit der gleichen Begeisterung und Enthusiasmus dabei wie von Beginn an.
    Auch ich werde den Boykott boykottieren, weil unsere Mannschaft uns jetzt braucht. Wir müssen zusammen stehen, wenn aus dem Durchhänger der letzten Wochen nicht eine handfeste Krise entstehen soll. Wenn es sportlich nach unten gehen sollte, wird es sowohl schwer Leistungsträger zu halten und noch schwerer etwa gleichstarke Spieler (oder Spieler mit entsprechendem Entwicklungspotential ) zu überzeugen, dass Gladbach für sie ein guter Verein ist. Vielleicht sind wir jetzt an einem Scheideweg, aber gefühlt ist es für mich so, dass der weitere Verlauf der Saison stark davon abhängt, ob wir das Derby für uns entscheiden können.
    Klar kann ich auch alle verstehen, die die Meinung vertreten, dass es keine Kollektivstrafen geben soll, weil ja nicht ganze Gruppen über einen Kamm geschoren werden können, ohne dass man im hohen Maße ungerecht ist. Dem schließe ich mich an. Kollektivstrafen sind immer auch Ausdruck von nicht zulässigen Verallgemeinerungen, wie z.B. “die Ultras verhalten sich kriminell” o.ä.
    Nur eines geht ganz schlecht: Auf der einen Seite die persönliche Verantwortung betonen, auf der anderen Seite selbst ständig ganze Gruppen von Menschen mit Schmähgesängen und Hass verfolgen ( Fans anderer Clubs, rassistische Äußerungen, Hass gegen Schwule). Dabei meine ich nicht das, was sich im üblichen Rahmen bewegt, aber Aufrufe zur Gewalt gehören sicher nicht dazu (Textzeile aus B.O. Anti-Köln Song “…schlag ihm ins Gesicht und du wirst sehn: Kölner wehren sich nicht.” – ja,- ich mag B.O. sonst auch! – Aber das geht nicht! Umgekehrt natürlich auch nicht: wie gestohlene Fahnen, Würfe mit Steinen auf den Borussia- Fan-Bus etc.)
    Also: Überdenkt das noch einmal mit dem Boykott! Unser Team braucht Eure Hilfe! Denn: Wir sind Borussia!!!

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 15:19
    Permalink

    Kann mich 90 % der Vorrednern nur anschließen. Ich möchte am Samstag im Stadion, in einem ungemein wichtigen Spiel (geht der Zug noch nach Europa, oder wenden wir uns dem Mittelmaß zu?) und in einem Derby volle Stimmung machen und erleben!

    Dieses einzige verbliebene Kollektivstrafenargument hängt mir zum Hals raus!
    Um die Kette mal von unten nach oben und zurück darzustellen: Ein Einzelner begeht Straftaten, diese sind doch Teil einer weiteren Gruppe (Boyz, Wilde Horde etc) die nichts dagegen unternimmt, der Verein unternimt wiederum nichts gegen die Gruppe (da Kollektivstrafe), der DFB verhängt die Kollektivstrafe, die alle Fans betreffen….
    Na super, dann ist ja der DFB Schuld und die Masse zieht sich aus der Verantwortung. NEIN! Die Verantwortung fängt beim Kollegen an, der seinen Fanclubkumpel nicht zurückhält und aufgrund der “Ehre” auch nicht verpfeift. Geht weiter zu den Fans, die sich solidarisieren über den Verein der es sich nicht mit seiner Fanszene verscherzen will. Am Ende ist nicht der Steinewerfer der Schuldige, sondern der DFB?

    Für mich ist das keine ungerechtfertigte Kollektivstrafe. Wenn ich z.B. aus einer Masse heraus keine erste Hilfe leiste kann ich ja auch bestraft werden. Wenn ich es als Fanclub wiederholt nicht hinbekomme Gewalttäter auszugrenzen, kann ich auch nicht ewig darauf verweisen, das ich selber ja keine Gewalt ausübe. Ich bin ja Teil des Systems – stelle dem Einzelnen (z.B. im Maleranzug) die Möglichkeit mich in der Masse und damit der Bestrafung zu entziehen.

    Antwort
  • 18. Februar 2016 um 23:39
    Permalink

    Sry, Freunde, an diesem ganzen Scheiss sind nicht nur die von der Stadt ohne Namne schuld – insgesamt betrachtet ist es ein nehmen und geben, leider auch von einigen unserer Fans.
    Allesamt sind die uneinsichtigen aller Lager Schuld, dass es zu dieser Scheissituation gekommen ist – statt die Idioten aus den eigenen Reihen auszusortieren kann man ja besser auf dem Gegner herumhacken (beidseitig)…
    Kurz: Die wenigen Idioten beider Lager sind Schuld daran, dass ALLE leiden müssen. Schämt Euch, was immer bei Euch falsch gelaufen ist!!

    Wenn es denn hilft, unsere (und nicht nur die der Ultras) Fankultur zu erhalten: Dann personaliert die Tickets solange, bis der letzte Depp verstanden hat, dass man keine Plätze stürmt, den eigenen Verein nicht in Verruf bringt (und sich als Fan ausgibt!?!?) und das Sportfandasein auch sportliches Verhalten und Denken erfordert.

    Voller Support für unsere Borussia!
    Bis Samstag

    Antwort
  • 19. Februar 2016 um 9:09
    Permalink

    Volle Unterstützung für unsere Fohlen am Samstag!! Die Ultras versuchen sich in der Vordergrund zu drängen durch diese Aktion und ihre Sicht der Dinge als die Richtige darzustellen. So sehr ich deren Engagement bezüglich der Choreos respektiere, so kritisch sehe ich vieles andere, was von deren Seite ausgeht. Und da gehört der Boykott für Samstag dazu.
    Der Respekt vor der Mannschaft erfordert eine lautstarke Unterstützung mit fairen Gesängen. Und wir im Block 17 werden das uns mögliche tun.

    Antwort

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