Derby-Talk im Fanhaus

Am Abend fand in unserer geliebten Vitusstadt ein etwas anderes Vorspiel statt. Der Supporters Club hatte in Kooperation mit Borussia zu einer Diskussionsrunde geladen. Die 250 Gäste erlebten einen munteren Abend. Für den FPMG-Supporters-Club sprach Thomas Ludwig, 1. Vorsitzender. Von Vereinsseite äußerte sich Geschäftsführer Stephan Schippers.

Das allgemeine Stimmungsbild wurde schon nach wenigen Minuten überraschend deutlich: Der Großteil der anwesenden Borussia-Fans, dabei erfreulich viele Mitglieder der aktiven Fanszene, sprach mehrfach offen von einem Boykott. Schon an dieser Stelle wollen wir jedoch betonen, dass an diesem Abend keine offizielle Entscheidung über ein Vorgehen am Derby-Tag gefallen ist. Lassen wir uns also überraschen, was die kommenden Tage so bringen.

Trotzdem wollen wir für alle Nicht-Anwesenden noch einmal die Aussagen von Herrn Schippers dokumentieren. Unser Geschäftsführer sprach sich deutlich gegen einen Boykott des Derbys aus. Auch wenn seine Argumentation in unseren Augen nicht in allen Punkten niet- und nagelfest war, akzeptieren wir diese – sicherlich auch durch die Vereinsbrille ausgesprochene – Meinung.

Stephan Schippers über…

– … die Geschehnisse im Borussia-Park im Rückspiel 2014/15: „Uns war immer wichtig zu betonen, dass das besonnene Verhalten unserer Fans ganz besonders ist.“

– … das Kartenkontingent für das Auswärtsspiel am 19.09.2015: „Uns stehen 100 Prozent des Karten-Kontingentes zu. Aber: Bei den Gesprächen, die wir geführt haben, ist es so, dass der Gästekäfig in Köln ungefähr sieben Prozent des Kontingentes ausmacht. Also haben die Kölner gesagt, dass sie auch nur diese sieben Prozent verkaufen wollen.“

– … den Aufstand vieler aktiver Fans gegen die neuen Derby-Maßnahmen: „Wir können die Haltung, dass wir jetzt unnötig bestraft werden, nachvollziehen. Aber wir als Borussia sehen das nicht so. Es geht sich gar nicht um das eine Spiel. Es geht um viel mehr. Die Frage ist doch: Wo wollen wir mit der Fankultur hin?“

– … den immer größer werdenden Eingriff der Politik in den Fußball: „Wir haben von Innenminister Jäger, den Sie ja alle kennen, einen Brief gekriegt. Darin schreibt er – ganz verkürzt – dass wir gut zusammen arbeiten, dass bei Risikospielen aber das Gästekontingent maximal verkürzt werden könnte. Und die Karten, die noch verkauft werden, sollen nur an die „richtigen“ Fans gehen. Da haben wir als einziger Verein in NRW gesagt: Das sehen wir nicht so – und haben einen dreiseitigen Brief geschrieben. (…) Warum schreibt der Innenminister einen solchen Brief? Warum gehen Schalke und Dortmund zusammen hin und akzeptieren eine Reduzierung des Gästekontingentes auf fünf Prozent? Wir müssen als Verein eingreifen. Sonst können wir ein Derby mit Gästefans nicht mehr gewährleisten.“

Wir wollen noch einmal klar festhalten, dass wir sehr froh über die Kooperationsbereitschaft unseres Geschäftsführers sind. Macht euch euer eigenes Bild, wägt eure Derby-Teilnahme gut ab und trefft für euch eine Entscheidung! Das Derby ist ein unglaublich wichtiger Tag für jeden Borussen. Es ist jedoch Teil einer Fankultur, über deren Fortbestehen ihr euch Gedanken machen solltet. Es wird sicherlich einiges passieren.

Haltet Augen und Ohren offen!

Beitrag zu diesem Bild: borussia.de

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