„Deutscher Meister wird nur der VFL“: Den Meister geschlagen!

Endlich wieder ein Heimsieg – und dann noch gegen die Bayern. Das Team und das ganze Stadion haben Samstagabend gezeigt, warum unsere Borussia zurecht als „Mannschaft der Stunde“ gehandelt wird. Unser kleiner Nachbericht zur Partie gegen den Rekordmeister.

Es war eine Umarmung, die sinnbildlich für die vergangenen 90 Minuten stand: Abwehrhühne Verstergaard herzt Weltmeister Christoph Kramer und sie liegen sich sekundenlang erleichtert in den Armen. Beide hatten ihre ganz eigene Geschichte in der Neuauflage des Bundesliga-Klassikers. Während Kramer in der zehnten Spielminute vom Dänen unglücklich ausgeknockt wurde, hielt dieser im Anschluss das Abwehrbollwerk des VFL zusammen und sicherte mit seinem beherzten Einsatz den Sieg über die Bayern. Nun, fast zwei Stunden später, fiel die ganze Anspannung ab. Drei Punkte für Borussia.

Eine beherzte Borussia setzt den Bayern zu

Es war eine packende Partie im Borussia-Park. Vor allem in der ersten Spielhälfte standen die Jungs von Dieter Hecking kompakt. Auf der einen Seite ließen sie – mit Ausnahme eines Kopfballs von Tolisso und der Hacken-Pfosten-Kombi von Lewandowski – so gut wie nichts zu. auf der anderen Seite waren sie ab und an gefährlich, machten zwei Dinger und führten verdient 2:0 zur Pause.

Erst hatte Nationalspieler Süle blöderweise unerlaubt die Hand an das runde Leder gebracht, so dass der Elferschütze vom Dienst, Thorgan Hazard, aus elf Metern versenkte. Auch hier mit ein wenig Glück, denn Torhüter Ulreich war deutlich am Ball, konnte diesen jedoch nur an den Innenpfosten hieven. Der Führungstreffer für die Borussen.

Was sie im Anschluss ganz stark machten: Sie verwalteten die Führung nicht nur, sondern setzten mit all ihrer spielerischen Klasse sogar noch nach. Edeltänzer Raffael setzte sich dabei gut gegen Kimmich durch, spielte auf Hazard. Der Belgier steckte wunderschön auf den einlaufenden Stindl durch, dessen Flachschuss am langen Pfosten Matze Ginter traf. Dieser bugsierte den Ball dann – etwas glücklich – mit dem Unterschenkel in das leere Tor.  Die Bayernabwehr konnte nur staunend zuschauen und wirkte vor allem überrascht.

Schwarz-weiß-grüner Fußball-Gott

Weniger überraschend, für die mehr als 52.000 Anhänger im natürlich restlos ausverkauften Stadion, kam in Halbzeit 2 dann der Sturmlauf des Tabellenführers. Angetrieben von einem emsigen Arturo Vidal und einem immer stärker werdenden Joshua Kimmich schnürten sie unsere Fohlenelf vor deren Strafraum ein. Doch lange wussten sich Elvedi, Ginter und Co. Zu verteidigen. Manchmal half das ausgestreckte Bein, der in den Schuss geworfene Schädel oder aber der rechte Pfosten.

Allerdings hatten auch wir Fans in der zweiten Halbzeit unseren Anteil am Erfolg. Als die Nordkurve merkte, dass unseren Jungs im Angesicht der dauerdrückenden Weltklasse aus München etwas die Kraft zu schwinden drohte, ging immer wieder ein Ruck durch das Stadion. Immer wieder gab es Versuche, die Ostgerade mitzunehmen, die die Wechselgesänge leider nur unzureichend mittrug. Dafür waren die Jungs und Mädels auf den Sitzplätzen zumindest dabei, wenn es um Pfiffe und Pöbeleien gegen die Roten ging. Und auch wenn da auf dem Rasen elf Weltklassekicker aus München standen, die vermutlich schon alles erlebt haben, glauben wir, dass unermüdliche Pfiffe und Provokationen manchmal trotzdem dafür sorgen, dass der eine oder andere Pass etwas ungenauer oder zögerlicher kommt. Und selbst wenn wir uns das nur einbilden, dann gehören Emotionen, Pfiffe und Provokationen von den Rängen eben dazu. Das macht ein Heimspiel aus. Das ist Fußball! Denn die Emotionen von uns Fans dienen ganz sicher dazu, ein paar Prozentpunkte für den Support freizusetzen und die eigenen Nerven zu beruhigen. Denn die letzte Viertelstunde fühlte sich an wie Stunden. Mindestens!

Doch irgendwann kam er dann, der erlösende Abpfiff. Tausende Borussen auf den Rängen und sicherlich auch vor den Bildschirmen in der Republik fielen sich freudetrunken in die Arme. Da war er der – gar nicht mal unverdiente – Sieg im Prestigeduell.

Unverhoffter Punktgewinn gibt Wind für die nächsten Wochen

Diese drei hart erkämpften Punkte waren nicht eingeplant. Umso schöner ist dieser Erfolg, weil er  unsere Position in der Liga festigt. Vor allem gegen das Maß der Dinge in der Bundesliga etwas Zählbares mitzunehmen, sollte uns Auftrieb für die anstehenden Wochen geben. Am kommenden Wochenende müssen wir in die Autostadt nach Wolfsburg. Kalt, nass, scheiß Fußballverein und noch grauenvollere Anstoßzeit: nicht gerade die Traumvoraussetzungen für einen Sonntagabend-Kick.

Dennoch sind wir guten Mutes, dass unsere Jungs das schon wuppen werden. Nach den letzten Wochen ist ihnen bis zur Winterpause – sind wir mal ehrlich – alles zuzutrauen. Sie präsentieren perfekten Ergebnisfußball. Haben das personelle Grundgerüst gefunden und haben endlich auch mal Spielglück in dieser Saison. Warum sollten wir uns da nicht auch über den Winter hinaus in der obigen Tabellenregion festspielen können?

Jetzt gilt es für Anhänger und Spieler diesen – nicht alltäglichen – Sieg zu genießen und das beste für die nahe Zukunft rauszuziehen. Leidenschaft, Herzblut und Einsatz für unseren VFL. Denn: Deutscher Meister wird nur der VFL!

Foto zu diesem Beitrag: Nordkurvenfotos.de

Ein Gedanke zu „„Deutscher Meister wird nur der VFL“: Den Meister geschlagen!

  • 27. November 2017 um 14:32
    Permalink

    Super kommi…. Das wäre das allerschönste Geschenk, wenn die Fohlen Meister werden. Ich werde immer zu dir stehn, die Seele brennt. LG aus Erkner

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.