Die richtigen Weichen stellen!

Nach dem Auftaktsieg gegen Bayer Leverkusen muss Borussia heute beim FC Augsburg ran. Die Partie in der Fuggerstadt wird vor der Länderspielpause richtungsweisend. Auch weil sie zeigen wird, wie stark Borussia wirklich ist.

Ein Kommentar in den sozialen Medien ist beim Autor dieses Textes in der vergangenen Woche besonders hängengeblieben. In einem kollektiven Jubelsturm unter einem Artikel über Borussias 2:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen schrieb ein User doch tatsächlich, die Weichen für Europa seien jetzt eindeutig gestellt. Weichen für Europa?

Zugegeben: Das Spiel gegen Bayer Leverkusen war ein mehr als ordentlicher Start in die Bundesliga-Saison. Auch wir müssen uns eingestehen: mit so einer starken Leistung hätten wir nicht gerechnet. Und ja, wir hatten nach einem halben Jahr endlich wieder richtig Spaß an Borussias Fußball. Und dennoch appellieren wir: Überbewerten sollte man diese Partie bitte keinesfalls!

Denn nach der ultimativen Jubel-Woche wartet mit dem FC Augsburg eine mehr als unangenehme Aufgabe. Ein Spiel bei einem wirklichen Angstgegner (nur ein Sieg aus acht Gastspielen), das mit Blick auf die kommenden Wochen als Standortbestimmung dienen wird: Wie viel war der Sieg gegen Leverkusen wirklich wert? Und ist die runderneuerte Mannschaft in ihrem neuen System in der Lage auch defensiv geballte Gegner wie den FCA zu bespielen und Chancen zu kreieren? Oder ist das neue 4-3-3 gerade in solchen Spielen anfällig und offenbart Schwachpunkte?

Klar, die Zeichen könnten vor dem Gastspiel im Süden schlechter stehen: Gegen Leverkusen trat die Fohlenelf souverän und abgezockt auf – wobei diese Tugenden vor allem für Hälfte zwei galten. Im ersten Durchgang hätte die Hecking-Truppe gerne auch mit zwei oder drei Toren in Rückstand geraten können. Diese Betrachtungsweise kam uns im Nachgang des Spiels ehrlich gesagt ein wenig zu kurz. Stattdessen jubilierten Medien und Fans über die Breite des Kaders, die Qualität (wenn Kramer schon auf der Bank sitzt…) und eben über Weichenstellungen in Richtung Europa. Wir sagen dazu: Immer mit der Ruhe, Freunde!

Es stimmt zwar, dass der Kader eine höhere Qualität und vor allem eine neue Breite aufzuweisen scheint (was allerdings vor allem an den überraschenden Auftritten von Youngstars wie Beyer und Neuhaus liegt). Und es stimmt auch, dass das neue System Heckings einen guten Eindruck macht. Am Ende könnte dabei ein besseres Ergebnis rauskommen als in der vergangenen Saison – wenn denn wirklich ALLES passt. Wir stehen aber gerade mal vor dem zweiten Spieltag einer langen Bundesliga-Saison!

Was Borussia braucht, sind Kontinuität und Ruhe – das haben die vergangenen Monate und Jahre gezeigt. Die Vereinsführung hat die Saison 2017/18 angeblich aufgearbeitet und ihre Schlüsse gezogen. Wir waren – wie die meisten Leser wissen – nicht mit jeder Entscheidung einverstanden, akzeptieren diese aber und sind jetzt gespannt, ob diese zünden. Bis dahin unterstützen wir unseren Verein mit ganzer Kraft – und hoffen, dass möglichst viele Borussen mitziehen.

Das gemeinsame Ziel sollte klar sein: Es müssen Weichen gestellt werden. Und zwar keineswegs für Europa, sondern für kontinuierliche Verbesserungen. Am besten schon heute mit einem Sieg in Augsburg!

Foto zu diesem Beitrag: Nordkurvenfotos

3 Gedanken zu „Die richtigen Weichen stellen!

  • 1. September 2018 um 13:56
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    Bin ganz eurer Meinung – erst einmal die Leistung der 2. Hz in Augsburg bestätigen… Das wird schwer genug!!

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  • 3. September 2018 um 15:48
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    Alles wie im letzten Jahr. Auf Hui folgt Pfui. Der Torwart mit den meisten Ballkontakten. Das sagt alles. Die Breite des Kaders? Interessiert Hecking scheinbar gar nicht. Dieselben Jungs auf dem Platz wie gegen die Pillen. Nur der Gegner ein völlig anderer. Auch das, wie gehabt. Hazard blind und eigensinnig. Hofmann zweikampfschwach und fehlerhaft im Passspiel. Rafael unterirdisch und dazu noch lustlos. Jantsche die reinste Katastrophe. Und die hundertprozentigen werden auch weiterhin versiebt. Alles, wie gehabt. Und dann noch die elendigen Spielanalysen der Beteiligten. Auch da hat sich leider nichts geändert. Wieviel Zeit geben wir denn jetzt der Mannschaft und dem Trainer? 3 Spiele oder 10? Hecking ist jetzt schon wieder angezählt. Die Entscheidung, mit ihm weiterzumachen, bleibt aus meiner Sicht weiterhin falsch. Und 45 gute Minuten in 2 Spielen überzeugen mich noch nicht vom Gegenteil. Und was sagt Hecking dazu? Er fordert Geduld ein. Oh my God.

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  • 3. September 2018 um 18:42
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    Es war eine Kampfleistung gegen Augsburg und es war eigentlich wie immer gegen sie. Es ist meiner Meinung nach Quatsch sofort auf den Trainer loszugehen. Er hat ja nach der Pause 2 mal umgestellt, was dann eben auch funktionierte. 4 Punkte sind sehr gut bei den Gegnern die wir hatten. Ich glaube man braucht mindestens 5 Spiele um ein neues System durchzubringen. Es geht auch dabei variabel zu sein und ohne Probleme während eines Spiels auf 4 4 2 umzustellen.
    Wenn der Kopf des Trainers immer wieder gefordert wird liebe Leute, dann bitte sofort einen neuen Trainer nennen mit einer möglichen Spielidee.
    Ansonsten halte ich diese These für nutzlose Kritik, die leider nicht konstruktiv ist

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