Endlich wieder Bundesliga!

Nach erfolgreicher CL-Quali und gelungenem Pokal-Auftakt lädt Borussia zum ersten Bundesligaspieltag. Mit der Werkself aus Leverkusen kommt gleich ein Topteam an die Hennes-Weisweiler-Allee. Für uns der richtige Augenblick den sportlichen Höhenflug mitzunehmen. Unser Vorspiel zum 1. Spieltag.

Wenn die Mannschaften gegen 18:25 Uhr das Feld betreten, der Borussia-Park gut gefüllt ist und die Fahnen wehen, dann steht er kurz bevor: der Bundesliga- Auftakt. Endlich ist es wieder da, dieses Gefühl. Endlich wieder Bundesliga. Vorbei die Wochen der Tristesse, als man zwar mit einer Europameisterschaft und diversen olympischen Disziplinen versorgt wurde, der vertraute Geruch von frischer Bratwurst und kühlem Altbier aber dennoch fehlte.

Die “Erste 18”

Sportlich ging es für unsern Club schon in anderen Wettbewerben frühzeitig in die Vollen. Es lief gut, das ist aber keinesfalls selbstverständlich. Der Auftakt hätte auch tüchtig in die Hosen gehen und für erste Enttäuschungen sorgen können. Doch die Mannen von Coach André Schubert waren vom Start weg vollkommen auf der Höhe. 10 Tore in drei Spielen, ein offensives Feuerwerk im Rückspiel gegen Bern und eine stabile Defensive sprechen eine deutliche Sprache. Jetzt gilt es diesen Schwung mitzunehmen in den anstehenden Liga-Alltag. Klar, könnten wir argumentieren, dass die Spieler schon drei Begegnungen in den Knochen haben. Allerdings hat der VfL in diesen Tagen einen hochwertigen Kader. Müdigkeit oder fehlende Frische? Bislang keine Spur!

Jeder Spieler brennt auf seinen Einsatz. Jeder hat Bock 90 Minuten Vollgas zu geben. Und ein weiterer Vorteil: die Mannschaft scheint vor allem offensiv schon richtig gut eingespielt und aufeinander abgestimmt zu sein. Allerdings liegt es auch in der Verantwortung eines jeden Akteurs sich voll und ganz für die Mannschaft hinzugeben, denn wie sagte es schon Max Eberl unlängst: „Wir haben keine Top-11, sondern eine Erste 18“. Heißt im Umkehrschluss: jeder ist ersetzbar.

Leverkusens vielseitiger Kader

Auch unser heutiger Gegner verfügt über ein ausgesprochen homogenes Team, mit dem er in die XY. Bundesliga-Saison geht. Von der Defensive bis in die vordere Spitze ist Bayer Leverkusen gespickt mit überragenden Einzelkönnern und guten Teamspielern. Und vor allem auf dem Transfermarkt hat Rudi Völler in verantwortlicher Position ein paar Duftmarken hinterlassen: mit Kevin Volland konnte eines der heißesten Eisen der diesjährigen Wechselperiode in rechtsrheinische Gefilde gelockt werden. Als wäre die Werkself dort nicht schon so topbesetztz.

Mit dem Mexikaner Chicharito, Silbermedaillen-Gewinner Brandt, dem pfeilschnellen Bellarabi, Altmeister Kießling sowie Flügelspieler Mehmedi hat Coach Roger Schmidt die Qual der Wahl in Sachen Offensivpower. Hinzu kommt mit Hakan Calhanoglu, Kevin Kampl und Charles Arranguiz ein überdurchschnittlich besetztes zentrales Mittelfeld. Und auch in den hinteren Reihen kann der Vizemeister von 2002 in diesem Jahr wieder aus dem Vollen schöpfen. Doch damit nicht genug – die Herren Papadopoulos, Jedvaij und Toprak bekamen unter der Woche noch einen weiteren millionenschweren Nebenmann zur Seite gestellt: mit dem Österreicher Aleksander Dragovic konnte ein weiteres Schwergewicht von Bayer 04 überzeugt werden.

Qualität? Nicht auf den Rängen!

Egal, was man sonst über Leverkusen denkt, bleibt hierbei zu konstatieren, dass es Rudi Völler versteht die Spieler seines Beuteschemas nach Leverkusen zu locken. Auch wenn da das ein oder andere Milliönchen freilich zuträglich ist (aber wo ist das heute nicht der Fall?), vertritt der Club mittlerweile eine klare Philosophie. Es bleibt abzuwarten, ob sie ihr hohes spielerisches Niveau diesmal auch durch eine komplette Spielzeit ziehen können. Sollten sie anders als im vergangen Jahr über 34 Spieltage an der Champions League schnuppern, ist ihnen vielleicht ein noch größerer Sprung zuzutrauen.

Anders sieht es allerdings abseits des Platzes aus, denn von Seiten des Supports spielt man in der BayArena noch immer maximal Kreisklasse. Dabei sind wir ihnen in Gladbach – so viel Eigenlob darf in dieser Stelle definitiv herausklingen – meilenweit überlegen. Während wir einst mit zehntausend nach Rom aufbrachen, kamen lediglich eine Handvoll „Kreuzritter“ in der vergangenen Saison in die italienische Metropole. Auch die letzten Wochen konnten wir noch einmal unsere Vormachtstellung unter Beweis stellen: 8.000 in der Schweiz, ein proppenvoller Sportplatz in Drochtersen/Assel und ein voller Borussia-Park am Mittwoch gegen die Young Boys. Gladbach ist einfach der geilste Club der Welt! Und hat – mit Verlaub – einfach auch die geilsten Fans der Welt!

Und genau für diese Geilheit gilt es heute Abend den heimischen Fußballtempel zu einem Hexenkessel zu verwandeln. Endlich geht sie wieder los, die Bundesliga. Endlich wieder Woche für Woche in die Stadien der Republik pilgern. Für Borussia. Lasst uns heute Abend den ersten Schritt in eine weitere grandiose Spielzeit gehen. Eine Spielzeit, in der wir zuhause wieder jeden schlagen.

Gemeinsam alles geben. Die Jungs auf dem Rasen. Wir auf den Rängen.

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