Erfolg kommt manchmal unerwartet

Borussia gegen Borussia – vor dem Westschlager stellt sich für die Fohlenelf vor allem eine Frage: Kann sie die positiven Resultate aus Leipzig und gegen Stuttgart veredeln? Oder wird die Hecking-Truppe zum Dortmunder Kanonenfutter? Unser Vorspiel.

Eigentlich kann man sich als Gladbacher Allesfahrer den Weg nach Dortmund ja traditionell sparen: Von den letzten zehn Duellen im Westfalenstadion konnte die Fohlenelf nur ein einziges gewinnen. Das grausame Torverhältnis bei den neun Niederlagen: 4:30. Na dann: Herzlichen Glückwunsch!

Zugegeben: Der aktuelle Lauf unseres Gegners stimmt uns jetzt nicht wirklich positiver. In den vergangenen Wochen zerlegte der BVB zumindest auf Bundesliga-Ebene so ziemlich alles, was ihm in die Quere kam. Vor allem unser Lieblingsgegner aus der Domstadt kann davon sicherlich ein Lied singen – auch wenn man sich in Köln die krachende 0:5-Klatsche ja noch irgendwie mit dem Videoschiedsrichter schönzureden versuchte. Fakt ist: Der BVB ist in absoluter Topform. Tabellenführer – vor diesem Spieltag die meisten Tore geschossen (13), die wenigsten kassiert (0).

Was uns dennoch positiv stimmt, dass am Samstagabend was geht? Na, ganz einfach: Unsere Truppe hat aber mal gar nichts zu verlieren. Selten waren die Vorzeichen bei einem Auswärtsspiel in Dortmund so klar. Spielten wir in den vergangenen Jahren immer mal wieder ebenfalls oben mit und hofften zumindest auf einen Teilerfolg gegen den BVB, sind die Schwarzgelben dieses Mal absoluter Favorit.

Niemand rechnet wirklich mit einem Punktverlust, die wenigsten rechnen sogar mit einem Gegentor. Zugegeben, diese Anerkennung hat sich der BVB unter Peter Bosz erarbeitet. Zur ganzen Wahrheit gehört aber eben auch, dass die Dortmunder mit Wolfsburg, Hertha, Freiburg, Köln und Hamburg bislang noch keine wirklichen Kaliber vor der Brust hatten. Auch wenn wir unsere Borussia aktuell ebenfalls nicht als eben solches bezeichnen würden, glauben wir schon, dass unser Team zumindest nominell die besten Möglichkeiten hätte, den BVB vor Schwierigkeiten zu stellen.

Das wird allerdings nur gelingen, wenn die Hecking-Truppe endlich einmal konstant über 90 Minuten ihre Leistung abruft. Wir haben die unerklärlichen zwei Gesichter ja schon nach dem Leipzig-Spiel thematisiert. Gegen Stuttgart spielte die Fohlenelf besser, tat sich gegen einen extrem tief stehenden Gegner (ähnlich wie Frankfurt) aber wieder einmal schwer. Zu Glück wird dies gegen Dortmund anders sein.

Entscheidend aus unserer Sicht wird am Samstag die Arbeit im Kollektiv sein: Schafft es unsere Mannschaft defensiv gut zu stehen und gleichzeitig schnelle Tempogegenstöße zu lancieren? Nur dann – das hat das BVB-Auswärtsspiel in der Champions League gegen Tottenham gezeigt – ist die Bosz-Truppe verwundbar. In der zweiten Hälfte gegen Leipzig haben Kramer, Stindl und Co. bewiesen, dass sie genau dieses Spiel beherrschen. Sicher ist aber auch: Tritt unser Team derart uninspiriert wie in Hälfte eins in Leipzig auf (lange Bälle, viele Ballverluste, individuelle Fehler) könnte es uns gleich ergehen wie unseren Freunden aus Kölle.

Abschließend ein Appell an alle Fans, die mit der Einstellung nach Dortmund fahren, dass dort ohnehin nichts drin ist: Bleibt zuhause! Nur wenn wir geschlossen mit 8.000 richtigen Borussen im Auswärtsblock stehen und Vollgas geben, haben wir eine realistische Chance auf einen Erfolg im Westfalenstadion. Wer schon vor dem Spiel abschenkt oder nach 20 Minuten anfängt zu pfeifen, weil er ein Feuerwerk unserer Truppe erwartet, sollte die Partie lieber mit einem Bierchen auf der Couch verbringen. Ist auch mal ganz schön!

Allen anderen sei gesagt: Manchmal kommen die Erfolge unerwartet. Geben wir also alles für einen Sieg. Vielleicht denkt der Fußballgott ja mal an uns – und wir sind die Spielverderber vorschneller schwarzgelber Meisterträume…

Foto zu diesem Beitrag: nordkurvenfotos.de

5 Gedanken zu „Erfolg kommt manchmal unerwartet

  • 23. September 2017 um 10:35
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    Ich habe euren Rat schon vorher umgesetzt.
    Mit gehen die Niederlagen in Dortmund so auf den Sack, dass ich seit zwei Jahren, obwohl ich dafür immer Karten habe, nicht hinfahre.
    Auch wenn ihr es hier schön formuliert habt, wir werden in den 15 Minuten überrannt.
    Einzig stimmt mich positiv, dass der am schönsten nachschauende TW Sommer nicht im Tor steht.

    Antwort
    • 23. September 2017 um 19:24
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      Ein paar Minuten länger hat die falsche Borussia gebraucht aber ansonsten alles richtig vorhergesagt und vor allem – und richtig gemacht.
      Im Latschenkino hat man wenigstens die Möglichkeit sich dem Rest der Leistungsverweigerung zu verweigern. Noch mehr als das amateurhafte Abwehrverhalten regen mich die „Abschlüsse“ unserer Offensivstars in den Situationen “ Ich & der Torwart allein im 16er “ auf. Das kannst du keinem erzählen, das mußt du live gesehen haben.

      Antwort
  • 23. September 2017 um 20:01
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    Stand : Samstag 19.46 Uhr. 4 : 0
    Ich sehe Provinzfussball gegen Europäische Spitzenklasse.
    Ich kann sie nicht mehr hören, diese Sprüche vom Erfolg, der unerwartet kommt.
    Stand : 19.54 Uhr 5 : 0
    Woher soll dieser Erfolg kommen ?
    Jeder Dortmunder Spieler ist motivierter als alte Klappergäule auf Fohlenseite.
    Das ist absolutes Mittelmass. Was will der Hecking mit der Truppe erreichen ?
    Platz 10 ??
    Sie könnens nicht besser.
    Ich bin sooowaaas von sauer !!
    Schade für alle Fans, die nach
    Dortmund gefahren sind.

    Antwort
  • 23. September 2017 um 22:37
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    Und täglich grüßt das Murmeltier.
    Sich die Spiele des VFL in Dortmund anzusehen, hat schon etwas mit Masochismus zu tun. Egal. Nächstes Jahr neuer Versuch. Und immerhin ein Gegentor geschossen.
    Dennoch 1 Gedanke dazu: Wer bisher nicht verstanden hat, warum der BvB Ginter abgegeben hat, der sollte nun Bescheid wissen.

    Antwort
  • 24. September 2017 um 10:35
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    Man fragt sich, ob sie es nicht können oder nicht wollen.
    Auch ein Herr Hecking muss doch sehen welche katastrophalen Fehler in der Mannschaft gemacht werden. Was machen die im Training ??
    ( Die gewollte Abwehr von Hofmann vor dem 6 : 1 )
    Dieses mal war ich nicht im Stadion, hätte mich sonst fremd geschämt.
    Schönen Sonntag !

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