Reichlich Arbeit!

Das erste Spiel des Jahres und damit auch die Hinrunde der Saison 16/17 sind Geschichte. Was nach der Partie in Darmstadt vor allem zu erkennen war: Borussia ist mehr denn je im Abstiegskampf angekommen. MitGedacht. mit einem Blick zurück und der konkreten Forderung alle im Borussen-Umfeld: Seht der Realität ins Auge!

Wer am Samstag gegen kurz vor halb sechs den gefrorenen Waldweg weg vom Böllenfalltor entlang stapfte, merkte allerorts vor allem eines: Ernüchterung. So sehr hatte man gehofft etwas vom „neuen Schwung“ der Vorbereitung zu sehen. Nur ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung, dass sich der Wunsch nach Verbesserung einstellen könnte. Doch weit gefehlt. Borussia knüpfte mit der Leistung nahtlos an die kraftlosen Vorstellungen der Hinserie an. Es ist Zeit aufzuwachen!

Klar ist, wir möchten nichts schwarz malen. Es ist erst die Hälfte der Saison gespielt und noch reichlich Möglichkeit vorhanden, den einen oder anderen Erfolg einzufahren. Doch was die Mannschaft da teilweise gezeigt hat, war einfach zu wenig. Bei – zugegebenermaßen – miesen Temperaturen und einem unangenehmen Gegner wirkte die Truppe von Neu-Coach Dieter Hecking mut- und zahnlos. Als ob sie sich sagen würden: „Mit dem Punkt können wir leben“ oder „Hauptsache nicht verlieren“.

Natürlich würde nie ein Spieler zugegeben, dass er verunsichert ist – und auch unsere Leserschaft wird uns sicherlich nicht vollumfänglich zustimmen wollen. Doch das oftmals formulierte Understatement hat in den vorangegangenen Monaten die Seiten gewechselt. Von der mit reichlich Selbstvertrauen gepickten „Favoritenrollen“ und „Wir können jeden schlagen“, hin zu einem verunsicherten Haufen, der froh ist erstmals in dieser Saison auswärts ohne Gegentor zu bleiben. Ist das der neuen Anspruch Borussias?

Auf das Trainerteam um Dieter Hecking wartet in den kommenden Wochen ordentlich Arbeit. Und zwar in allen Bereichen. Der Mannschaft fehlt noch immer das zündende Etwas, genau das konnte selbst während der Winterpause nicht gefunden werden. Dass der Kader die Qualität für mehr als nur Platz 14 hat, steht außer Frage. Aber zum Fußball gehört halt eben weit mehr als ein hoher Marktwert bei Transfermarkt.de. Auch Einsatzwille, Mut und Frische gehören dazu. Was wir gut finden: Mit der Auswechslung von Raffael und der Einwechslung des Debütanten Bu-Muaka Simakala hat der Trainer ein Zeichen gesetzt. Hecking signalisiert: Ich nehme keine Rücksicht auf große Namen! Es spielt nur der, der zu 100% bereit dazu ist. Punkt. Aus.

Die Mannschaft weiß schon seit Weihnachten, dass einzig und allein sie jetzt gefordert ist. Sie weiß aber auch, dass ein bisschen Sonnenschein in Marbella und gutes Zureden nicht ausreichen, um die Liga zu halten. Denn das ist es, worum es in den nächsten Wochen geht: Da unten rauskommen! Es zählt kein DFB-Pokal in Fürth, es zählt auch nicht der europäische Betriebsausflug nach Florenz – es zählt nur noch das nächste Spiel! Und das heißt Rückrunden-Auftakt in Leverkusen!

Was uns abseits des Rasens aber auch verwunderte, war der spärlich besetzte und gefühlt etwas unmotivierte Gästeblock. Kein wirkliches Borussia-Feeling, kein knallender Support, wie wir es von uns nach fünf Wochen „Fußball-Pause“ eigentlich gewünscht hätten. Wir nehmen uns da nicht aus und stellen dennoch fest: Auch das geht nicht! Wir dürfen nicht die Augen vor der Realität verschließen, denn solche Spiel wie in Darmstadt oder in zwei Wochen gegen Freiburg sind die Partien, in denen es ums Überleben geht. Die Punkte können uns im wahrsten Sinne des Wortes „den Arsch retten“ oder eben in der Endabrechnung auch fehlen. Wollen wir nicht vielleicht alle ein bisschen was zur Rettung beitragen?

Uns darf es nicht egal sein, was auf dem Platz passiert. Es darf nicht der klassische Untergangs-Sarkasmus schon während der 90 Minuten Einkehr halten im weiten Rund: Sprüche wie “Hofmann spielt hier die Hinrunde seines Lebens”, “Hallo? Wir haben unsere Auswärtspunkte verdoppelt” oder “Jetzt muss man gucken, dass man ohne Probleme in die Rückrunde kommt” sind zwar lustig, bringen uns aber alle nicht weiter. Wir müssen es alle zusammen wieder hinbekommen, dass die Kraft von der Tribüne auf den Rasen übergeht. Das ist die Nordkurve, das ist Borussia – und das ist Abstiegskampf der reinsten Sorte.

Also Borussia, endlich Eier zeigen! Auf und neben des Platzes!

5 Gedanken zu „Reichlich Arbeit!

  • 24. Januar 2017 um 11:18
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    Der war voll wie immer, der Gästeblock, das Bölle war ja ausverkauft. Nur führt halt dieses langweilige uninspirierte Gekicke dazu, dass sich das Publikum anderweitig unterhält. Ich habe noch nie bei einem Auswärtsspiel so viele Gespräche um mich herum erlebt die sich mit allem beschäftigten, nur nicht mit dem Spiel.

    Da muss jetzt einfach mal langsam auf dem Rasen mehr von unseren Trainingslager-Verbalhelden (“jetzt ist wieder Zug im Training”, wenn ich so einen Mist schon höre) kommen, dann ist das Publikum auch wieder konzentrierter.

    Aber Danke für den Artikel, das ist alles ganzheitlich richtig. Schön dass Ihr hier auch in den letzten Wochen die grausige Realität zur Kenntnis nehmt und Euch Stückchen für Stückchen von der “offiziellen” Vereins-Schönrednerei distanziert.

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  • 24. Januar 2017 um 14:21
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    Hauptsache Herr Stindl ist endlich wieder motiviert!

    Mag ja jeder anders sehen, weshalb er keinen Bock mehr hat. Aber bei mir war die Trainerentlassung der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Zusammenhalt und “ein Team” sind offenbar nur Fassade. Ein einig Volk von Brüdern wäre gemeinsam da durch gegangen. Aber die Spalter hetzen gegen den Trainer, der uns nach Barcelona geführt hat und Borussia reagiert in deren Sinne. Grausam.

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  • 24. Januar 2017 um 16:00
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    So lange man denen das Vertrauen schenkt, die die Mannschaft in diese Situation gebracht haben – frei nach Heckings Motto: erst ‘mal nicht so viel ändern- wird das nix. Spätestens seit Darmstadt sollte allen klar sein, mit Kramer, Wendt und Stindl geht es weiter, wie gehabt. Und der Hammereinkauf Kolo, von Eberl angekündigt, als ob Iniesta zur Borussia wechseln würde, braucht jetzt doch noch Eingewöhnungszeit. Wegen der Bundesliga. Er kommt ja aus der drittklassigen spanischen Liga mit Barca, Real und Atlético. Da braucht man Eingewöhnungszeit. Ist doch klar. Burgstaller macht auf Schalke gleich ‘ ne Bude und kommt aus der 2. Liga. Und Kolo braucht Eingewöhnungszeit. Benes auch. Sow soundso. Da muss uns dann hoffentlich bald Strobl helfen. Au weia.

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  • 24. Januar 2017 um 22:27
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    Vielleicht lstört das schöne Gerede! !!!
    Ein Punkt ist mir zuwenig! !!!
    Kramer und Männer die soviel Geld gekostet haben bringen es nicht!!!!
    Vielleicht sollte man die jungen ranlassen! !!
    Die nicht soviel Geld verdienen und sich den arsch auf reissen für Borussia! !!

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  • 24. Januar 2017 um 23:37
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    Ich kann mich meinen Vorredner nur anschließen Typen wie Wendt ( kann Verantwortung übernehmen) in diesem tollen Verein . Ich könnte durchdrehen wenn ich sehe wie langsam und lauf faul wie wenig Motivation dieser Maulheld im Spiel zeigt oder seine Köpersprache sagt schon alles aus, der ist kein Führer in einer Krisensituation oder ein Raffael der komplett neben sich steht die Leistung die der z. Zeit abruft reicht einfach nicht. Kramer u. Dahoud als 6er der eine zeigt untersten Durschnitt Kompliment an Leverkusen ihn für 15Mill. abgegeben zuhaben, ist von dem was er z. Zeit zeigt 1/3 Wert, der andere Dahoud ist doch gedanklich bei seinen vielen Angeboten, wenn er nicht verlängern möchte bitteschön möglichst viel Kohle abgreifen u. weg damit, last Benes oder Sow ran, Simakala ist Inder derzeitigen Verfassung von Raffael die bessere Alternative, Spieler die noch was wollen, die Charakter zeigen,nicht bereits satt sind u. nur durch Phrasen dreschen auffallen. Die wollen wir hier nicht mehr sehen!!!!

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