Schönes Kind, diese Borussia

Ein Feuerwerk von Beginn an. Gänsehaut-Moment beim Führungstreffer. Und eine Nordkurve, die wieder einmal bewies, dass sie einzigartig in Europa ist. Warum es letztlich auch nicht so schlimm ist, nur einen Punkt mitgenommen zu haben und wir einfach nur stolz sein können: MitGedacht. schaut zurück auf den gestrigen CL-Abend im Borussia-Park. 

Es ist kurz nach halb Elf an diesem 03. November 2015, als der Schiedsrichter aus der holländischen Nachbarprovinz die Partie abpfeift. 1:1 lautet das Endergebnis. Zu wenig, um in der CL zu überwintern. Letztlich haben den direkten Vergleich gegen Juventus Turin verloren und somit keinerlei Chancen einen der ersten beiden Plätze in unserer „Todesgruppe“ zu erreichen. Mist, verdammter.

Moment?! Bin ich wirklich auch nur ansatzweiße enttäuscht darüber, dass wir hier keinen Dreier eingefahren haben. Gerade erst haben wir zweimal in Europas höchster Spielklasse gegen den letztjährigen Finalisten gespielt. Das kann nicht mein Ernst sein!!

Wir, die Borussen vom schönen Niederrhein, haben es am heutigen Abend wieder einmal ganz Europa gezeigt. Einsatzwille, Leidenschaft, Geilheit auf Fußball. Auf und neben dem Platz wurde ein Feuerwerk abgebrannt. Unsere Jungs ackerten was das Zeug hält. Liefen mehr als der Gegner. Hatten schon fast katalanisch-anmutende Ballbesitzstatistiken. Übertrugen die Energie der letzten Wochen und die der Anhängerschaft in jeden ihrer Angriffe. Das ist es doch was unser Gekicke so einzigartig macht!

Höhepunkt eines offensiven Beginns war der Führungstreffer von Fabian Johnson. Als der US-Boy einen Angriff über Wendt und Raffael satt und trocken in die linkere untere Ecke abschloss, brach es aus Allen heraus. Nicht nur, dass die Nordkurve vollkommen eskalierte – auch die Mannschaft zeigt in diesen Tage bei jedem Torjubel, wie unfassbar Bock sie auf ihr eigenes Spiel, auf Fußball und letztlich auf unseren Verein haben. Einfach nur großartig!!

Sind wir realistisch, auf einer Stufe mit Juventus Turin oder Manchester City, haben wir uns mit Sicherheit nie gesehen. Aber es sind diese Abende, diese Momente, die für uns Borussen den Fußball dieser Tage so speziell machen. Jede Mannschaft ist schlagbar. Wir führten City eine Halbzeit lang vor und sind letztlich an ihrer Abgewichstheit gescheitert. Gestern musste Juventus 30 Minuten harten Beton anrühren und sich auf ihren Opa im Tor verlassen, um überhaupt mit einem Punkt nach Hause fahren zu dürfen. In beiden Heimspielen erlebten wir eine Stimmung im Borussia-Park, von der wir noch unseren Enkeln erzählen werden. Das ganze wurde von zwei überragenden Stadion-Choreografien unterstützt. Diese Gedanken allein reichen für eine große Portion Stolz und dicker Gänsehaut auf dem Rücken.

Und noch ist auch nichts verloren. In wenigen Wochen gastiert unser ärgster Konkurrent um die Europa-League im Nordpark: der FC Sevilla. Nicht allein nur wegen des verkorksten Hinspieles haben wir noch einige Hühnchen mit den Andalusiern zu rupfen. Dank ihrer großen Schauspiel-Kunst und diversen Nicklichkeiten konnte sie zu Jahresbeginn uns im Sechzehntel-Finale schlagen und so letztlich auch das Finale in Warschau erreichen. Doch diesmal wird schon kurz Weihnachten ihre diesjährige Reise enden. Ganz gewiss.

Also Borussen, lasst uns der Schubert-Truppe zeigen, dass es einfach nur geil ist, was wir in diesen Tagen erleben dürfen. Europa ist noch nicht vorbei. Mindestens zwei Spiele stehen noch an – und wir haben es sogar in der eigenen Hand zumindest international zu überwintern. Wir wollen mehr solcher Abend von gestern. Denn von denen werden wir noch Jahre erzählen. 

Danke Jungs. Danke Nordkurve. Borussia ist und bleibt einfach der geilste Klub der Welt!

« 1 von 7 »
Fotos zu diesem Beitrag: Nobbi Schmitz, Christian Kessen, MitGedacht. Danke!

Ein Gedanke zu „Schönes Kind, diese Borussia

  • 5. November 2015 um 17:31
    Permalink

    Diese Mannschaft und diese Fans haben Europa verdient.Also Sieg 😤 gegen Sevilla und einen Punkt in Manchester.Auf gehts VfL

    Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.