So wie in alten Tagen…

Borussia schwebt auf einer Welle des Erfolges. Diese schwappt im Eiltempo auch auf Klub und Anhängerschaft über. Es scheint, als könne uns so schnell nun wirklich gar nichts mehr erschüttern, so souverän spielt das Hecking-Team ihren Stiefel Woche für Woche runter. Warum also nicht noch ein bisschen mittragen lassen? Ein Blick auf die aktuelle Situation der Fohlenelf.

Was die Borussia im Spätherbst von der aus dem Frühjahr unterscheidet, wurde am vergangenen Sonntag schon nach wenigen Augenblicken deutlich. Wäre man im März nach dem dummen, frühen Rückstand gegen Hannover 96 wohl gar nicht mehr ins Spiel zurückgekommen oder an der großen Aufgabe zerbrochen, steht heute ein ganz anderes Team auf dem Feld. Als sei sie unverwundbar und ginge unerschütterlich weiter ihren Weg, treu des Mottos: „Scheiss egal, wir wissen genau, was zu tun ist“. Und sie lieferten weiter, und wie!

Hazard mit einem Schlenzer in den Winkel, Lang mit dem Tunnel nach einem Zuckerpass von Jantschke, Traumvolley von Lars Stindl und Zakaria in Torjägermanier nach Weltklasse-Zuspiel von Tobi Strobl. Das Rezept, mit dem man Hannover mit 1:4 nach Hause schickte, schien so einfach. Und uns auf den Rängen und Tausenden am TV-Gerät hat es hat einfach Bock gemacht, den Jungs beim Zocken zuzusehen. Wie schon häufig in dieser Spielzeit – denn trotz einiger negativer Ausreißer können wir konstatieren: Borussia spielt insgesamt wie aus einem Guss!

Besser als je zuvor?

Vieles erinnert schon sehr an das Fabeljahr 2014/2015, als man sich unter Lucien Favre und mit den Herren Kruse und Raffael durch die Liga und bis in die glorreiche Champions-League spielte. So wie in alten Tagen also? Wir wollen sogar noch einen Schritt weitergehen. Unseres Erachtens ist das Ganze zurzeit das Beste, was wir die vergangenen 20 Jahren gesehen haben: Die brutale Abgezocktheit im Spiel, die Intelligenz auf dem Platz, das nicht Ausrechenbare der Truppe – all das macht unseren VFL aktuell zu einer der Spitzenmannschaften der Fußball-Bundesliga. Man darf gerne weiter hoffen, dass das Ganze gerne noch ein bisschen andauert.

Doch wie gehen wir mit alledem als Fan um? In komplette Euphorie verfallen und heimlich schon die Meisterschale in Pappe basteln? Oder sich doch fortwährend sagen: „Es wird auch noch eine schlechte Phase in der Saison kommen, mach Dir keine Sorgen“? Wahrscheinlich liegt die richtige Antwort in der berühmten goldenen Mitte. Aus unserer Sicht ist es jedenfalls der falsche Ansatz, andauernd nur das Negative zu suchen. Freilich waren Gegner wie Hannover und Bremen nicht der ultimative Gradmesser, auch die Bayern haben wir zu einem sehr günstigen Zeitpunkt bekommen (und düpiert) – womit wir auch schon beim Kernaspekt wären: Wer nach 12 Spieltagen da oben steht, der rangiert dort zurecht. Basta!

Respekt an Hecking und Co.

Wir sollten den Moment so genießen, wie er gerade ist. Damit tun wir der Mannschaft und dem ganzen Verein, aber auch unseren Nerven einen riesen Gefallen. Genau das machen auch Eberl, Hecking und Co., denn nach jedem Spiel rufen sie die alte favresche´ Melodie in die Mikrofone der wartenden Journalistenschar: “Von Spiel zu Spiel denken!” Doch auch unsere Chefs wissen wohl ziemlich genauso, dass ihre Ideen zur Zeit aufgehen. Es war ein starkes Zeichen, dass man im Sommer sagte – im Gegensatz zur Stimmung im Fanlager –, man wolle sich erst einmal sportlich (und im Mannschaftsstab) ein wenig verändern. Aber den Weg zunächst mit dem alten Trainer auch weitergehen. All das hätte ganz schön in die Hose gehen können, ohne Zweifel!

Und auch wir MitGedacht´ler waren mehr als skeptisch, als es hieß, der grantige Dieter bleibt weiter an der Seitenlinie. Doch nach wenigen Monaten wir müssen eindeutig Flagge beziehen uns sagen: „Dieter, wir haben uns getäuscht. Hut ab und Gratulation zum neuen Vertrag.“ Mit der Systemumstellung und der Deregulierung des Alltäglichen rund um den Borussia-Park hat man sich nämlich deutlich verbessert.

Klaren Kopf bewahren

Dennoch – und so viel ist auch klar – haben wir nun erst knapp ein Drittel der Spielzeit rum. Noch kann vieles passieren. Wir haben erst kürzlich gesehen, wie schnell das gehen kann. Denn in den kommenden Wochen fehlt nicht nur Max Eberl im Hintergrund, sondern mit Matze Ginter auch DIE Stütze in der Hintermannschaft (an dieser Stelle gute Besserung an beide!). Es wird interessant zu sehen sein, wie die Jungs das auffangen können – immerhin warten mit Leipzig, später Hoffenheim und dann auch Dortmund keine ganz kleinen Kaliber auf unsere Fohlenelf!

Doch daran sollten wir erst einmal keine Gedanken verlieren. Und träumen darf für uns Fans ja ohnehin erlaubt sein. Denn wenn ein Strobl weiter solche sezierende Pässe verteilt, ein Plea sich an die Krone der Torschützenliste schießt und ein Sommer die Unhaltbaren aus der Ecke kratzt…dann, ja dann, sollten wir schleunigst mal für den Mai zwei Wochen Urlaub einreichen. Es könnte nämlich tagelang feuchtfröhlich hergehen am Niederrhein. So, wie in alten Tagen eben…

Foto zu diesem Beitrag: Nordkurvenfotos.de

5 Gedanken zu „So wie in alten Tagen…

  • 29. November 2018 um 17:06
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    Überragender Kommentar zu unseren jungen/alten Fohlen vom Niederrhein! Schließe mich als treuer Borusse der Netzer-Vogts- und Heynckes-Ära eurer Meinung an.
    VfL, VfL, VfL

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  • 29. November 2018 um 17:56
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    Momentan ist das Quäntchen Glück dabei, aber selbst wenn das weg fallen sollte ist die Mannschaft noch stark. Europa Liga ist absolut drinnen. Wer weiss wies mit der CL aussieht. So wie in alten Tagen wird es wieder sein !

    Antwort
  • 1. Dezember 2018 um 0:38
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    Alles richtig. Und in der Euphorie wird sogar der Fehlpass von Jantschke zum „Zuckerpass“. Toni war, wie so oft beim Gegenpressing ( Leipzig lässt grüßen) , völlig überfordert und lief bereits in den Gegner. Sein Passversuch in höchster Not wurde geblockt und nahm dadurch einen unvorhersehbare Flugkurve ein, die alle, bis auf Lang, überrascht hat. Dazu gibt es keine 2 Meinungen ( ich saß praktisch auf Ballhöhe). Genau so war es. Aber egal, ansonsten Topleistung. Und die wird in Leipzig bestätigt. Der Brauseclub hat gegen eine bärenstarke Borussia keine Chance. Mein Tip: 1:3! Auf geht‘s.

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  • 2. Dezember 2018 um 22:22
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    Ja Toll, da sind sie wieder.
    Die beiden Gesichter.
    2:0, beide Tore mit Sicherheit vermeidbar.
    Jetzt noch die Abwehr stabilisieren und dann bleiben wir dort oben.
    Bekommt Herr Hecking das hin ?
    Grüße aus LA.

    Antwort
  • 3. Dezember 2018 um 19:47
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    Die Arroganz von Herrn Hecking bei dem Interview nach dem Spiel, ist nicht zu ertragen.

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