Sommer, Sonne, Königsklasse

Auch wegen einer überragenden Wettervorhersage machten sich die Fans unseres Vereines für Leibesübungen am Samstagvormittag schon zeitig auf, um Sonne, Bier und die Vorfreude auf ein packendes Spiel zu genießen. Einige nutzten den Vormittag, um auf die Erlebnisse der aktuellen Spielzeit zurückzuschauen, andere philosophierten über mögliche europäische Gegner und wieder andere planten die Tour nach Darmstadt. Vorfreude auf das anstehende Spiel gegen Bayer verspürten alle. Und tatsächlich: Am Ende wurde niemand enttäuscht. Denn es wurde deutlich: Langweilig wird die kommende Saison keinesfalls. Red Bull Leipzig wir endgültig zum brandaktuellen Thema, die Bundesliga wird montags spielen und wir werden wieder reisen dürfen. Zumindest das ist doch eine schöne Erkenntnis!

Das Spiel hielt, was es versprach. Eine unglaublich temporeiche Partie. Gleich im ersten Angriff traf Oscar Wendt den Pfosten, Traore setzte nach und fiel wohl etwas zu leicht. Auch wenige Minuten später hatte Ibo kein Glück, als sein Schuss knapp über die Latte flog. Völlig freistehend. Kann man mal machen! Egal. Leverkusen spielte auch mit, traf durch Robbie Kruse die Latte und ging nach 20 Minuten in Führung. Chicharito steckt zu Aranguiz durch, der vollendet. 0:1! Unsere Jungs brauchten etwas Zeit, das zu verdauen. Abermals war es dann Traore, der nach einer Energieleistung zum Abschluss kam. Leno wehrte nach vorne ab, wo das Kraftpaket Hahn in Torjägermanier vollendete. Der viel zitierte „psychologisch wichtige Zeitpunkt“. Halbzeit!

Es ist eben nur fast alles möglich!

Die zweite Hälfte gingen unsere Jungs ebenso feurig an, wie sie es in der ersten bereits getan hatten. Eins ums andere Mal parierte Leno jedoch. Mal gekonnt, mal mit etwas Glück. Doch die Schubert-Elf ließ sich vom warmen Wetter nicht klein kriegen. So war es abermals Hahn, der eine Hereingabe von Wendt, die etwas glücklich zu ihm gelangte, in der 79. Minute wuchtig vollstreckte. Geiler Typ, geiler Jubel. Danach brannte nichts mehr an. Und weil Schalke die mühsam erkämpfte Führung eben nicht über das Ziel brachte und Hertha gegen Darmstadt verlor, spielen wir nächstes Jahr ganz sicher in der CL-Quali. Es sei denn, Mainz holt am kommenden Spieltag drei Punkte und 11 Tore auf. Im Fußball ist eben nur fast alles möglich.

Daher lag sich die Nordkurve beim Abpfiff auch kollektiv in den Armen. CL-Quali nach katastrophalem Saisonstart mit fünf (!) Niederlagen in Folge. Damals noch Platz 18, nun Aussicht auf Manchester City. Also bitte, wenn das keine geile Sache ist. Was Mannschaft und Trainer geleistet haben ist Wahnsinn. Den vierten Platz nach diesem Start. Unglaublich. Vor allem aber auch unglaublich verdient. Schließlich haben wir zuhause – bis auf Dortmund – alle Großen geschlagen. Dazu sind wir knapp in einer Champions-League-Gruppe gescheitert, aus der ein EL-Finalist, ein CL-Viertelfinalist und ein CL-Halbfinalist hervorgingen. Kann passieren. Gleiches gilt auch für das ärgerliche Pokalaus gegen die Bremer.

Das ist Zusammenhalt

Zum Abschied einiger Jungs haben wir alles gesagt. Es war emotional. Vor allem die Worte eines Roel Brouwers waren bewegend. Neun Jahre, eine verdammt lange Zeit, in der verdammt viel passiert ist. Schön auch, dass Stranzl das Shirt aus der Fanszene nach Abpfiff stolz trug. Auch Howie wünschen wir alles Gute und haben uns gefreut, dass auch Hrgota und Hinteregger nochmal nach vorne gebeten wurden. Das ist Zusammenhalt. Danke an die Mannschaft. Danke an Max Eberl und alle anderen Verantwortlichen. Danke an André Schubert! Du hast den Verein übernommen und das absolute Maximum aus der Situation gemacht. Dafür hast du Respekt verdient. Die Trainerdiskussion möchten wir hier nicht führen.

Lasst uns alle gemeinsam nach Darmstadt fahren, den Moment genießen und die Mannschaft feiern. Mit Freude, mit viel Alkohol und mit einem breiten Grinsen auf dem Euro-Gesicht. Borussia ist groß!

Wie jedes Jahr: Gladbach international!

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