Stranzl: „Werde alles tun, um nochmal auf dem Platz zu stehen“

Was MitGedacht.-Leser schon gestern wussten, ist seit heute leider offiziell: Unser Abwehr-Chef Martin Stranzl beendet mit Ablauf der Saison seine aktive Fußball-Karriere bei der Borussia. Die besten Aussagen von seiner emotionalen Abschieds-Pressekonferenz haben wir hier für Euch zusammengefasst.

Martin Stranzl über…

…die endgültige Entscheidung: „Wir haben immer gesagt, wenn es etwas zu verkünden gibt, dann machen wir das. Nun ist es so, dass in diesem Sommer Schluss sein wird. Es ist keine einfache Entscheidung gewesen, die sich aber über Wochen rauskristallisiert hatte. Dennoch, den richtigen Moment für ein Karriere-Ende gibt es einfach nicht.“

...die Verletzungsmisere in diesem Jahr: „Die Verletzungen waren sicher Signale Schluss zu machen. Aber Verletzungen gibt es immer wieder im Profi-Fußball – ich hatte schon zu Jugendzeiten viele davon. Allerdings merkt man schon, dass der Körper nicht mehr der jüngste ist. Da ich alles zu 100 Prozent machen will, wurde ich dann auch gern mal – wie man in Österreich sagt – zum ´Ungustl´.“

…die Familie: „Eine Situation wie in diesem Jahr, in dem ich oft nicht spielen konnte, ist es auch für die Familie nicht einfach und sie bekam das tagtäglich mit. Das ist nicht gut und das war dann der Moment zu sagen: Okay, das war es jetzt. (…) Wir fühlen uns hier im Rheinland sehr wohl und werden sicher hier bleiben. Unsere Kinder gehen hier zu Schule und in Büderich, wo wir wohnen, haben wir uns in den Jahren einen großen Freundeskreis aufgebaut. Außerdem haben die Kinder hier einfach bessere Ausbildungsmöglichkeiten als in unserem österreichischen Dorf.“

…die nächsten Wochen: „Ich werde alles dafür tun, um noch einmal auf dem Platz zu stehen und mich als Spieler von den wunderbaren Fans zu verabschieden. Momentan sieht es so aus, dass ich in drei Wochen beim Freundschaftsspiel gegen Arminia Bielefeld wieder ein paar Minuten spielen soll. Dann hoffe ich der Mannschaft auf der Bank oder auf dem Spielfeld bestmöglich helfen zu können.“

Die Zusammenarbeit und das Miteinander waren sensationell in diesem Verein. Dafür möchte ich mich bei allen von Herzen bedanken.

…seine Zeit im Borussen-Trikot: „Die Zusammenarbeit und das Miteinander waren sensationell in diesem Verein. Dafür möchte ich mich bei allen von Herzen bedanken. Das habe ich so nirgendwo anders miterlebt. Auch die Fans und all die Leute, die mir entegegengetreten sind, haben einen großen Anteil an der Tatsache, dass ich mich hier so wohl fühle. Sie sind für die einzigartige Atmosphäre verantwortlich. Es gab da viele Momente, die speziell und angenehm waren und man wird sicherlich viel vermissen.“

…ob es nicht schon sinnig gewesen wäre vergangene Saison aufzuhören oder nochmal nach Österreich zu wechseln: „Ich bereue es nicht, nicht schon im letzten Sommer aufgehört zu haben. Wir haben ja immer nur Ein-Jahresverträge gemacht, um zu schauen, ob und wie es noch geht. Und im Anschluss an die letzte, grandiose Saison wollte ich einfach das Aussergewöhnliche, die Champions-League noch einmal miterleben. Da als Aktiver mitwirken zu dürfen, und wenn es nur auf der Tribüne war, werde ich nie vergesssen. Auch ein Wechsel nach Österreich oder in eine andere Liga kam für mich nicht in Frage. Ich habe nie als Profi in Österreich gespielt, sondern bin mit 16 nach München gegangen. Für mich kam da jetzt auch nur die Bundesliga und Borussia in Frage.“

…seine Zeit nach der aktiven Karriere: „Zunächst freue ich mich erstmal mehr Zeit mit der Familie zu verbringen, die sicher in den letzten Jahren hinten anstehen musste. Dann nehme ich mir in Ruhe die Zeit um herauszufinden, was für mich passen könnte. Entweder hier bei Borussia oder irgendwo anders  – das wird man sehen. Ich bin aber sehr Stolz darüber, dass mir hier die Türen immer offen stehen.“


Max Eberl über…

…die Rücktrittsentscheidung und den Spieler Martin Stranzl: „Vor knapp zwei Wochen ist Martin mit mir zusammengetreten und hat mir seine Beweggründe erläutert. Leider wird nach der Saison Schluss sein, doch wir haben ein intensive Zeit zusammen gehabt. Er ist vor mehr als fünf Jahren in den Verein gekommen, um die Relegation zu schaffen und danach sind wir weiter einen gemeinsamen, grandiosen Weg gegangen. Martin ist kein normaler Profi, sondern vielmehr ein Vollprofi von dem jeder Spieler profitiert. Alle reden über Reus, Dante oder ter Stegen, doch über allem steht meiner Meinung nach Martin Stranzl. Viele Spieler wären ohne ihn nicht da, wo sie heute sind. Mich freut es einfach welche Wertschätzung er heute hier erfährt.“

…die Zukunft vom zukünftigen Fußball-Rentner im Verein: „Ich habe Angst, dass er jetzt meinen Job übernehmen will. (lacht) Aber ganz im Ernst: es gibt sicherlich viele Verein im Westen, doch der Club zu dem er einzig und allein passt, ist einfach Borussia. Er braucht aktuell noch etwas Zeit, über seine Zukunft nachzudenken und die werden wir ihm gerne geben. Die Tür steht für Martin immer offen und wir würden uns freuen ihn an anderer Stelle in den Verein zu integrieren.“

…über die restlichen zwei Monate im Trikot der Borussia: „Viele sprechen davon, dass es jetzt sofort schon vorbei ist. Doch noch haben wir zwei Monate in denen Martin alles für den Verein, für die Mannschaft und in der Kabine tun wird. Und ich hoffe, dass er da noch dem einen oder anderen Spieler  in den Arsch treten wird, damit wir unsere Ziele erreichen werden – und das wird er auch.“

Foto zu diesem Beitrag: Fohlen.tv

2 Gedanken zu „Stranzl: „Werde alles tun, um nochmal auf dem Platz zu stehen“

  • 9. März 2016 um 16:00
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    Martin wird immer mit den Aufschwung der Borussia genannt werden.Ein Spieler wie er hat ein großes Abschieds Spiel verdient.

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  • 9. März 2016 um 20:49
    Permalink

    Seit dem Wechsel von Netzer nach Madrid hat mich kein Abschied mehr so mitgenommen. Stranzl wird als einer der großen Anführer in Erinnerung bleiben. Es wäre schön, wenn er dem Verein erhalten bliebe.

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