Trikot ohne Raute? Ein absolutes No-Go!

In diesen Tagen hat Borussia das dritte Trikot für die Saison 2021/22 vorgestellt: Auffällig ist neben einem offensichtlichen Puma-Katalog-Design, das viele andere Vereine ebenfalls benutzen, auch das Fehlen der Raute auf der linken Brust. Ein Novum, das zahlreiche Fans auf die Palme bringt. Dabei wirbt der Verein im exklusiven Puma-Spot auch noch mit Tradition. Unsere Meinung zur Sache!

Vorab sei in diesem Meinungs-Text gleich klargestellt: Trikots sind reine Geschmacksache! Was übrigens dazu führt, dass wir uns in knapp 8 Jahren noch nicht einmal eingehender mit den Trikots unserer Borussia beschäftigt haben. Hintergrund: Auch in unserer MitGedacht.-Redaktion gibt es häufig Diskussionen um Trikots. Die einen finden Trikot X gut, die anderen lehnen es ab. Es ist eben Geschmacksache, was im Übrigen seit Jahren auch die Kommentare anderer Borussia-Fans zeigen.

Das könnte auch daran liegen, dass es in puncto Trikots nur ganz wenige “Traditionen” gibt, auf die sich alle Fans einigen können: In der Mitte prangt der Schriftzug des Hauptsponsors, den man dann mehr oder weniger schön finden kann, dann gibt es noch das Logo des Ausrüsters (meist rechte Brust) sowie das Klubwappen. Vor allem letzteres prangt (seitdem wir denken können) auf der linken Brust der Borussia-Trikots. Das war in den 90ern so, in den 2000ern und natürlich auch in den 2010ern – und übrigens davor ebenfalls. Das macht ein Trikot aus, das macht den Klub aus, das macht die Fan-Seele glücklich: Das Wappen auf der linken Brust. Die Raute am (und damit symbolisch im) Herzen!

Gladbach-Fans lehnen Trikot öffentlich ab

Wir wissen nicht, was Borussia und Puma nun geritten hat, mit dieser Tradition zu brechen. Ja, auf dem neuen dritten Jersey ist die Raute zu sehen. Einige Male engmaschig, im Grunde aber ziemlich versteckt. Sie fehlt aber eben am entscheidenden Platz: Auf dem Herzen! Stattdessen hat sich Borussia mit Puma auf ein ziemlich austauschbares Design geeinigt: Über dem Sponsoren- prangt ein überdimensionierter Borussia-Schriftzug. Mal ganz davon abgesehen, dass dieses Design vollkommen überladen aussieht (was aber wiederum Geschmacksache ist), nutzen dieses Trikot auch zahlreiche andere “Puma-Vereine” – etwa Manchester City, AC Mailand, Olympique Marseille, Fenerbahce sowie die PSV Eindhoven. Ein Trikot von der Stange also! So austauschbar wie eine Unterhose, so langweilig wie die Meisterfrage in den letzten Jahren, null Identifikation, null Herz, null Besonderheit. Einfach eine andere Farbe und ein anderer Name als die oben genannten anderen Vereine. Nun wissen wir natürlich, dass die großen Hersteller es seit Jahrzehnten so machen, dass sie Trikot-Designs für unterschiedliche Vereine nutzen. Nun aber ein solch auffälliges Design so willkürlich und einfach nur nach Farben und Namen angepasst an völlig verschiedene Vereine zu vergeben, gefällt uns nicht.

Die Reaktionen auf das Trikot fallen unisono aus: In den sozialen Medien findet sich kaum ein Kommentar, der sich wohlwollend darüber äußert. Wir zitieren anbei nur einige Kommentare unter Borussias Facebook-Post: “Es war einmal Borussia Mönchengladbach, es lebe Borussia Flatex”, “Name des jeweiligen Vereins drauf und fertig sind die Trikots für mindestens 12 Vereine. Unglaubliche Verarschung!” oder “Unfassbar, dass der Verein das so abgesegnet hat”.

Dortmund-Ultras gingen auf die Barrikaden

Der Verein hat das neue Design übrigens nicht nur abgesegnet, er wirbt gemeinsam mit Puma auch aktiv für das Jersey. Im passenden clippig geschnittenen Spot geht es hauptsächlich um Tradition und die Borussia-eigene Geschichte. Was diese mit dem erstmaligen Verzicht auf die Raute zu tun hat, bleibt wohl für ewig das Geheimnis von Borussia und Puma. Jedenfalls hat dieses Trikot aus unserer Sicht nur eines mit Tradition oder Geschichte zu tun: Dass Borussia nämlich mit genau dieser Tradition bricht. Ob das ein gutes Zeichen ist – gerade in diesen Zeiten, in denen Fans sich nicht mehr zu 100 Prozent mit dem Profifußball identifizieren können? Wir glauben nicht! Unserer Meinung nach ist das Emblem auf dem Trikot eine heilige Kuh! Da bringt es auch nichts, dass Borussia flugs noch die Möglichkeit angeboten hat, die Raute als Fan nachträglich aufs Trikot machen zu lassen – schwarz auf schwarz – top sichtbar!

Interessanter Randaspekt: Ein Verein fehlt auf der Liste der neuen Puma-Super-Trikots: Borussia Dortmund. Im Mai wurden rund um unsere Lieblings-Namenscousine nämlich ziemlich ähnliche Trikot-Pläne geleaket. Das Ende vom Lied: Die Fans liefen Sturm – in den sozialen Medien, auf der Geschäftsstelle, rund ums Stadion. Im Fokus: BVB-Geschäftsführer und Marketingchef Carsten Cramer. Die Dortmunder Ultragruppe “Desperados” brachte gegenüber der Geschäftsstelle sogar ein Spruchband an: “Cramer: Das BVB-Logo ist kein Spielzeug für deine Boni!” und “Wer das Wappen nicht ehrt, ist Borussia nicht wert!”

Wir sind sehr selten einer Meinung mit Dortmunder Fans. In dieser Sache müssen wir aber zustimmen: Ein Vereins-Logo ist unantastbar! Übrigens hat der BVB damals relativ schnell erklärt, die Trikot-Pläne seien längst nicht final. Zu dieser Saison läuft der BVB mit einer abgewandelten Version auf: Mit Wappen! Zwar nicht auf der linken Brust, aber gut sichtbar in der Mitte des Vereinsschriftzuges. Geht also doch – wenn man denn will…

8 Gedanken zu „Trikot ohne Raute? Ein absolutes No-Go!

  • 19. August 2021 um 14:44
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    Ich finde das Trikot auch nicht schön .Na ja man sollte nicht vergessen das es das Eventtrikot ist. Also wenn überhaupt im DFB Pokal genutzt wird. Und die Ablehnung kann man sehr gut über Verkaufszahlen ausdrücken . Da sollten dann alle an einem Strang ziehen. Vielleicht erklärt Puma auch mal wieso man sich dazu entschieden hat dieses Design Europaweit so zu nutzen!?

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  • 19. August 2021 um 14:55
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    Hallo liebe Mitgedachtler,

    sehr schön auf dem Punkt gebracht! Vielen Dank!
    Mir als Sammler, mit knapp 200 Trikots aus allen Epochen von Trikots unserer Borussia tut das auch buchstäblich „im Herzen“ weh. Über Design kann man immer streiten (manche sind heute im Nachhinein sogar Kult geworden), aber ein Trikot ohne Raute geht gar nicht 😱

    Beste Grüße

    Antwort
  • 19. August 2021 um 15:01
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    Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Dann schauen wir Borussenfans mal ob man uns hört und was

    ändert!!!! Kann natürlich auch sein das wir teures Geld dafür zahlen müssen und die Raute noch extra löhnen. So kann man sich auch Tradition erwerben.

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    • 19. August 2021 um 15:40
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      Nicht schön und ohne Raute geht absolut nicht

      Antwort
  • 19. August 2021 um 15:40
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    Ich gehe seit dem Aufstiegsspiel gegen Wormatia Worms ins Stadion. Noch nie habe ich einen Spieler von Borussia Mönchengladbach ohne eine Raute auf dem Trikot sehen müssen und hoffe dies wird auch so bleiben. Verschenkt die bereits produzierten Trikots doch an Borussia Neunkirchen, damit kann man einem früheren Gegner sicher eine Freude machen.

    Antwort
  • 19. August 2021 um 15:46
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    Früher hießen die Shirts in dem Design „Trainings-Shirt“ und haben nur ein drittel des Trikots gekostet…

    Antwort
    • 19. August 2021 um 20:05
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      Ich wußte zwar auch im ersten Moment nicht warum, aber ich dachte auch, dass es sich um das “Trainings-Shirt” handelt und erst im dritten oder vierten Post habe ich kapiert, dass das unser drittes Trikot ist. Eigentlich mag ich schwarze Shirts, aber das finde ich nur so lala. Ich denke dann immer, dass es Geschmackssache ist und ich ein alter Sack. Aber offenbar geht es anderen Fans ebenso. Inzwischen bin ich definitiv aus dem Alter raus, in dem ich mich über Trikots aufrege. Spätestens seit dem Postbank-Streifen… In diesem Jahr gefällt mir übrigens das weiße Trikot am besten. Also falls ich mir eins kaufe, dann das…

      Antwort
  • 20. August 2021 um 8:43
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    Wir als Fans haben doch ein ganz einfaches Druckmittel, damit zukünftig nicht noch einmal so ein “Ausrutscher” passiert: Einfach dieses Trikot nicht kaufen, ein simpler Boykott reicht schon aus. Und wir werden mit Sicherheit einen solchen Stofffetzen nie wieder vorgesetzt bekommen.

    Schade, dass unsere Borussia aus dem Thema Entfremdung zwischen Fans und Verein in diesem Frühjahr überhaupt nichts gelernt zu haben scheint. Die fortschreitende Kommerzialisierung trägt leider ihren Preis dazu bei.

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