Der nächste Stürmer-Flop?

Irgendwie will es einfach nicht klappen mit den Mittelstürmern bei der Borussia. Über zehn Millionen Euro hatte Manager Max Eberl im Sommer für Josip Drmic bezahlt. Der Schweizer galt als Wunschkandidat im Sturm, sollte vor allem Tore schießen. Keine sechs Monate später endete die Zusammenarbeit vorerst – als großes Missverständnis. Drmic zog weiter, ließ sich zum Hamburger SV ausleihen. Dort wollte er neu durchstarten, sich unter anderem für die Europameisterschaft empfehlen. Nun der Knorpelschaden im Knie. Operation, lange Pause.

Für Borussia ist diese Verletzung ein Dilemma. Im Winter schien es klar, dass Drmic wohl keine Zukunft im Borussia-Park haben werde. Der Schweizer sollte sich in Hamburg Spielpraxis holen und durch Leistungen seinen gesunkenen Marktwert wieder in die Höhe treiben. Die Hoffnung der Borussia-Bosse: Der Verlust beim Drmic-Geschäft sollte so gering wie möglich ausfallen. Dieser Plan ist nun wohl Geschichte, der Schweizer Stürmer wird mit ziemlicher Sicherheit zurückkehren. Und wohl ungewollt zum nächsten großen Transfer-Flop werden.

Die tragische Drmic-Geschichte ist nur die Krönung einer Entwicklung, die beim Amtsantritt von Lucien Favre anfing – und sich unter André Schubert fortsetzte: Das große Scheitern der Mittelstürmer. Das begann mit Igor de Camargo. Der Belgier schoss zwar wichtige, aber eben wenige Tore. Ein Platz im Spielsystem war für den kantigen Strafraumstürmer selten. Er musste und wollte gehen. Weiter ging es mit Luuk de Jong – wobei diese Geschichte noch etwas tragischer ist. Letztlich kann die Beziehung Borussia/de Jong nur so interpretiert werden: Manager Max Eberl setzte 12 Millionen Euro Ablöse in den Sand. Obwohl Borussia letztlich durch eine Leihgebühr und eine Ablöse knapp 6,5 Million Euro einnahm ein teures Missverständnis.

Mit Branimir Hrgota wird ein weiterer Strafraumstürmer die Borussia am Saisonende nach unseren Informationen verlassen – weil der Verein nicht mehr mit ihm plant und auch er keine Zukunft bei der Fohlenelf sieht. Nimmt man den langzeitverletzten Drmic mal außen vor, ist der Spielertyp Straf- bzw. Mittelstürmer vollends aus Borussias Kader verschwunden. Die Stürmer heißen Raffael, Lars Stindl, Thorgan Hazard, Patrick Hermann, André Hahn oder Jonas Hofmann. Und das ist auch gut so!

Denn was bringt es Millionen in einer Kader-Planstelle zu versenken, die vom Trainer ohnehin nicht vorgesehen ist. Stattdessen sollten Max Eberl und André Schubert weiter intensiv nach einem passenden Stindl- oder Raffael-Ersatz fahnden. Das würde den Kader wirklich verstärken. Und Josip Drmic kommt ja auch zurück. Der Fußball hat schon so viele Märchen geschrieben. Vielleicht feiert der Schweizer nach dieser schweren Zeit ja auch ein solches.

Apropos: Es ist zu wünschen, dass man dem Stürmer bei Borussia genügend Zeit gibt, wieder in Form zu kommen. Drmic ist bei der ganzen Sache die ärmste Sau im Fohlen-Stall. Wir sagen daher voller Überzeugung: Gute Besserung, Josip Drmic!

Foto zu diesem Beitrag: Torfabrik.de

12 thoughts on “Der nächste Stürmer-Flop?

  • 16. März 2016 at 6:43
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    „Mitgedacht“?

    Die Darstellung der Transfers ist so ja nun nicht korrekt. Erstens ist Hrgota kein Strafraum Stürmer, beileibe nicht. Wie kommt man auf so eine Theorie?

    Zweitens hat Eberl bei de Jong keine 12 Mio in den Sand gesetzt, sondern 12 abzgl 1,5 Leihgebühr, abzgl 5,5 Ablöse. Zudem während der Leihe kein Gehalt gezahlt.

    Zudem zu glauben, Eberl hätte de Jong und speziell Drmic gegen den Willen von Favre geholt, ist ein weiteres Märchen. Speziell Drmic und auch der in der Versenkung verschwundene Mlapa waren Favres Wunschspieler, wurden von ihm aber nicht integriert bzw passten gar nicht in sein System. Man wollte einen anderen Stürmertyp, speziell Favre, weil er mehr Gefahr aus dem 16er heraus kreieren wollte. In der Saison 14/15 vielen kaum Tore von hier. Man wollte weniger ausrechenbar sein. In der Saison 14/15 machten manche Mannschaften das Zentrum dicht und Gladbach hatte größte Mühe, da die Option Kopfballspieler im Zentrum komplett wegfiel.

    Nun kann man zurecht zu dem Schluss kommen, dass das auch nicht unser Spiel ist, ein Stürmer, der auch das noch kann, eine Preiskategorie und vor allem gehaltskategorie über uns ist. Vor allem das Thema Gehalt kommt mir viel zu kurz, denn Gladbach muss versuchen Spieler zu suchen, die es weiterbringt, die entwicklungsfähig sind, aber zu einem niedrigeren Gehalt als bei der Konkurrenz um die oberen Plätze. Ein nicht leichtes Unterfangen.

    Vorrangig ist zunächst allerdings eh die Suche nach 1-2 IV und einem 6er bzw einem Spieler, der beides abbildet.

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    • 16. März 2016 at 9:29
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      „Manuel“?

      In unseren Augen ist die Darstellung schon korrekt. Über die Frage, ob Hrgota ein Strafraumstürmer ist oder nicht, lässt sich sicher ausführlich streiten. In unseren Augen hat er seine Stärken aber eher als Strafraumstürmer als auf den Außen. Deshalb haben wir ja auch nicht vom Mittel- sondern vom Strafraumstürmer geschrieben.

      Dass Eberl bei de Jong 12 Millionen in den Sand gesetzt hat, ist in der Tat nicht ganz richtig. Wir danken für den Hinweis, haben ihn im Text so übernommen. Allerdings bezogen sich unsere Ausführungen vor allem auf die Ablöse. Daher ist es sicher nicht ganz falsch.

      Dass Eberl die Spieler gegen den Willen von Favre geholt hat, schreiben wir explizit nicht! Wir skizzieren nur eine Entwicklung, dass der Typus Strafraumstürmer im System eine untergeordnete Rolle gespielt hat / spielt. Mit Mlapa sprichst du ja sogar ein weiteres treffendes Beispiel an. Zu deinen Schlussfolgerungen und Transfer-Gedanken: Sicher ist es nicht ratsam einen „fertigen“ Spieler zu holen. Das ist und war aber auch nicht Borussias Philosophie. Es muss ein Spieler gefunden werden, der entwicklungsfähig und dennoch dann zur Stelle ist, wenn die „Arrivierten“ (Stindl, Raffael, Hazard) ausfallen.

      Beste Grüße. Die vier MitGedacht.’ler

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      • 16. März 2016 at 12:05
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        Natürlich wird hier kein Spieler von Max Eberl im Alleingang verpflichtet (kann ich mir zumindest nicht vorstellen). Aber auffällig ist natürlich, dass Typen wie Mlapa, Hrgota, Drmic und de Jong, die sich doch alle von der Spielanlage her ähneln, bei uns fast kein Bein auf die Erde bekommen. Wenn man sich die von admin erwähnten Spieler Stindl, Raffael und Hazard anschaut (ich würde auch noch Herrmann erwähnen), sind das doch alles eher wendige, schnelle Leute. Deswegen stellt sich mir hier einfach mal die Frage, welches System man denn spielen lassen will? Mlapa und Co. sind ja nun Spieler, die einfach überwiegend Flanken brauchen. Aber das alles weiß man doch vorher. Wenn ich also den technisch feinen Fußball mit wenig Ballkontakten spielen möchte, den Lucien Favre sozusagen bei uns eingeführt hat, müsste man vorher erkennen, dass das mit Mlapa und Co. nicht so einfach umzusetzen ist.

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        • 16. März 2016 at 15:07
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          Hallo Dirk. Genau so sehen und meinten wir das auch! Viele Grüße, die vier MitGedacht.’ler

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  • 16. März 2016 at 10:56
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    Die Darstellung mit den 12 Mio, ist wie bereits dargestellt falsch. Diese Position ist bei fast allen Vereinen schwierig zu besetzen. Eberls Gesamtbilanz ist sensationell gut, dies sollte erwähnt sein.

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    • 16. März 2016 at 15:07
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      Hallo Gerd. Das ist zweifelsohne der Fall und wurde von uns bereits mehrfach lobend erwähnt. Max Eberl gehört ein Denkmal gesetzt! Ein paar Fehlgriffe hat jeder Manager mal dabei. Das ist gar nicht auszuschließen. Viele Grüße, die vier MitGedacht.’ler

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      • 16. März 2016 at 16:34
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        Ein Fehlgriff ist für mich was anderes. Auch Luk hat ein großen Teil der Summe wieder eingebracht. Nachzahlung kam auch noch zu den bereits genannten Summen dazu. Auch ein Drmic kann noch Gewinn einspielen, bei dem Alter durchaus noch denkbar. Da ist erst was verloren, wenn man es aufgibt.

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  • 16. März 2016 at 12:30
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    War es immer der selbe Scout der die Spieler(flop) beobachtet ???
    eventuell austauschen

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  • 16. März 2016 at 12:47
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    Alles möglich

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  • 16. März 2016 at 16:03
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    De Jong ist auf Eberls Mist gewachsen…nehme ich zumindest stark an.
    Er sagte einmal das er diesen Spieler schon seit dessen Jugendzeiten beobachtet hat,also zu einer Zeit als Favre noch kein Thema war. Zudem konnte Eberl zum Zeitpunkt der Verpflichtung de Jongs wohl eher davon ausgehen,das Favre den Verein verlassen,oder zumindest nicht verlängern würde.
    Ist aber kein Vorwurf,da de Jong ja aktuell beweist kein Schlechter zu sein,und die Gesamtbilanz der Transfers die Eberl getätigt hat herausragend zu nennen ist.
    Drmic war wohl als Kruse Ersatz geplant,bis man merkte das der eigentliche Kramer-Ersatz Stindl (auch ein Volltreffer) der bessere ist. Somit hatte Drmic auch keine wirkliche Chance mehr.
    Nächste Saison wird man wohl auf 3 Hochzeiten tanzen und Drmic vielleicht noch die Möglichkeit bekommen seinen Wert unter Beweis zu stellen.
    Wenn nicht ,wird sich vielleicht Stoke City,die Wolverhampton Wanderers,der FC Southhampton oder sonst irgendein durchschnittlicher Club der Premiere League bereit erklären 10 Millionen plus zu überweisen.

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    • 18. März 2016 at 11:46
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      Wieso hätte Eberl bei der Verpflichtung von de Jong davon ausgehen sollen, dass Lucien Favre den Verein verlässt? Selbst wenn das so gewesen sein sollte, wird solch ein Transfer sicher nicht innerhalb von 10-14 Tagen unter Dach und Fach gebracht. Die Verhandlungen haben sich sicher länger hingezogen, und somit dürfte Favre sicherlich eingeweiht gewesen sein.

      Dass Luuk de Jong beweist, dass er kein Schlechter ist, dürfte sich wohl auf die niederländische Ehrendivison beziehen. Ohne unseren Nachbarn zu nahe treten zu wollen: Der Vergleich zwischen Ehrendivison und Bundesliga hinkt doch gewaltig. Da gibt´s vielleicht 2-3 Mannschaften, die Bundesliga-Niveau haben. Aber ansonsten…

      Nun werden wir wohl nie erfahren, wie stark de Jong in der Bundesliga wirklich wäre, wenn er regelmäßig spielen würde.

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      • 18. März 2016 at 17:35
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        Erinnern wir uns…als de Jong verpflichtet wurde hatte Gladbach gerade Reus-Dante-Neustädter abgeben müssen. Eine Achse die Favre für ähnlich wichtig hielt wie Messi-Xavi-Iniesta für Barca.
        Favre war extrem angefressen und kokettierte mehr als einmal mit seinem Abgang. Er hatte immer noch seine Erfahrungen bei der Hertha im Kopf,die Presse spekulierte laufend mit dem angeblichen Interesse der Bayern und seine Interviews konnten kaum distanzierter sein.
        Als Manager muss man auch Entscheidungen treffen die unabhängig vom Trainer sind.
        Ich halte es für mehr als wahrscheinlich das Eberl nicht mit dem Verbleib Favres gerechnet hat ,und einen Spieler,eben de Jong,verpflichten wollte von dem er überzeugt war,ohne gross auf Favres Wünsche einzugehen.

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