Achtung, Red Bull kommt!

Erstmals gastiert am kommenden Sonntag Red Bull Leipzig im Borussia-Park. Für die Gäste ist es das erste Auswärtsspiel nach dem Gewaltexzess in Dortmund – für uns noch lange kein Grund, unsere Kritik ruhen zu lassen. Denn eine kritische Auseinandersetzung mit RB ist gefragter denn je. 

Die Gazetten der Republik kannten in den vergangenen Wochen nur drei Themen: Dass sich die Medien vor allem auf Martin Schulz und Donald Trump stürzen würden, war abzusehen. Der eine dreht seit Wochen im „Land of Freedom“ frei, der andere möchte ab Herbst die Bundesrepublik Deutschland regieren. Zwei definitiv berichtenswerte Thematiken!

Überraschend war für viele allerdings das dritte Thema, das Tageszeitungen, Internet-Portale und TV-Sender seit gut zwei Wochen beschäftigt: Red Bull Leipzig! Der neue Lieblingsklub der Liga hat am vorvergangenen Samstag nach eigenen Angaben das „schlimmste Auswärtsspiel der (achtjährigen) Vereinsgeschichte“ hinter sich gebracht. Vor der Partie bei Borussia Dortmund kam es zu massiven Angriffen auf RB-Fans – und zwar nicht nur verbal oder schriftlich. Den Leipzigern wurde von BVB-Seite leider auf absolut falsche Art und Weise deutlich gemacht, wie willkommen sie in der Bundesliga weiterhin sind.

Gewalt gehört nicht zum Fußball

Um das von vorn herein klar darzustellen: Wir distanzieren uns von jeglicher Form der gewalttätigen Auseinandersetzung. Insbesondere dann, wenn sie sich gegen Menschen richtet, die damit nichts am Hut haben. Kein Fan darf so etwas auch nur im Ansatz tolerieren oder sogar gut finden. Gewalt gegen Andersdenkende ist generell immer verbunden mit Dummheit, Ideenlosigkeit und Schwäche. Niemand hat es verdient, im Rahmen von Fußballspielen Angst haben zu müssen, sich zu fürchten oder in Sorge um sich, seine Freunde oder – noch schlimmer – seine Kinder zu sein.

Es bleibt also festzuhalten: Das, was da vorvergangenen Samstag im Umfeld des Westfalenstadions passiert ist, war absolut dämlich und darf sich unter keinen Umständen wiederholen. Weder in Frankfurt, auf Schalke, in Köln. Und erst recht nicht in Mönchengladbach. Mit einer solchen Art des „Protestes“ erweist man allen aktiven Fans in Deutschland einen Bärendienst. Und drängt den ungeliebten Klub aus Sachsen samt seiner Anhängerschaft obendrein in eine Opferrolle, die die Medienberichterstattung immer weiter beeinflusst.

Sag mal geht’s noch?

Dennoch wollen wir zumindest einige Gedanken zu den Geschehnissen vom 19. Spieltag einwerfen: Wir wundern uns im Nachgang doch sehr, warum in den vergangenen zwei Wochen derart einseitig berichtet wurde. Über das gezielte Zusammenraffen der aktiven Leipziger Fans vor dem Marsch auf die Strobelallee in Dortmund wird kein Wort verloren. Auch über die gezielten Provokationen dieser in schwarz gekleideten Möchtegerns in Richtung Dortmunder Anhang wird nicht berichtet.

Stattdessen: Sondersendungen über das „Problem mit Ultras“, diverse Einschätzungen von „sogenannten Experten“ und die „Wand der Schande“. Presse, Verantwortliche und zuletzt auch der DFB hyperventilierten mit einem fatalen Ergebnis um die Wette: Aussperrung von 25.000 (!) Dortmunder Fußballliebhabern bei einem Spiel des eigenen Vereins. Nur aufgrund des Fehlverhaltens von ca. 350 Idioten – bzw. ein paar Spruchbändern, die zwar mehr als geschmacklos waren, im Grund aber ja niemandem wehgetan haben. Sag mal geht´s noch?

Red Bull tritt unserer Werte mit Füßen

Die Debatten nach dem Leipziger Besuch in Dortmund zeigen aber auch ein ganz anderes Übel: Über Red Bull Leipzig wird in den meisten Medien mittlerweile ausschließlich positiv berichtet. Für zahlreiche Pressevertreter und viele „Allerweltsgucker“ scheint Red Bull schon nach ein paar Jahren zum etablierten Mitglied der Fußball-Gemeinschaft geworden zu sein. Der Klub, der für viele Fans des Fußballsports der Inbegriff von Größenwahn und Kommerz ist, bekommt auf einmal Sympathie entgegengebracht. Das geht unserer Meinung nach jedoch ein gutes Stück zu weit. Denn man muss klar trennen zwischen den ausufernden Vorfällen an jenem Samstag und dem eigentlichen „Problemfall Red Bull Leipzig“.

Wir bleiben bei unserer These: Das Projekt Leipzig tritt unsere Werte von Fußballsport, von Fairness und unsere Vorstellung von Fankultur mit Füßen. Es macht all das kaputt, wofür tausende aktive Anhänger in der Republik stehen und wofür sie Woche für Woche auf den Rängen lautstark kämpfen. Und nein, dabei vergessen wir nicht, dass auch unsere Borussia von Sponsoren abhängig ist bzw. dass auch Borussia eine Menge Geld kassiert und als GmbH im modernen Fußball mitmischt. Denn der Unterschied liegt dennoch auf der Hand: Unser Verein, bei dem übrigens jedermann jederzeit gegen einen geringen Betrag Mitglied werden kann, hat sich dieses Geld über Jahrzehnte und seine Teilnahme beim „Konzert der Großen“ in Bundesliga und Champions League hart und kontinuierlich erarbeitet.

Aggressiver Protest rückt RB in eine Opferrolle

Ganz anders Red Bull! Dieser Verein, wenn der Begriff „Verein“ hier überhaupt angebracht ist, lässt keinen Zweifel aufkommen wonach er strebt: nach möglichst schnellem, möglichst großem Erfolg. Das Kleingeld für den langfristigen Aufstieg in die Bundesliga-Elite gibt es auf dem Festgeldkonto zu Hauf. Hinter dem Leipziger Retortenclub steht mit dem Red Bull-Konzern und seinem Boss Dietrich Mateschitz ein milliardenschweres Imperium. Letztlich dient der Leipziger Fußball-Klub lediglich als astreine Marketingfabrik, der leider tausende Fußball-Sympathisanten blind hinterherrennen.

Egal wie wir die Debatte drehen und wenden, wir kommen immer zum gleichen Ergebnis: Red Bull Leipzig ist für uns kein Bundesligaverein und wird es auch nie werden! Wir wünschen uns daher, dass sich am Sonntag möglichst viele Borussia-Fans unserer Meinung anschließen. Lasst uns gemeinsam gegen das Projekt RB protestieren, allerdings nicht gewalttätig oder aggressiv wie die Kollegen aus Dortmund. Das bringt wirklich gar nichts – bis auf eine neue Opferrolle für RB Leipzig und seinen Anhang, die dem Klub und seinem Image in unserer mediengetriebenen Welt mehr nützt als schadet.

Vielmehr sollte jeder Fan der Fohlenelf im Stadion wie bereits im Hinspiel zeigen, was einen „richtigen“ Verein ausmacht. Einen Verein wie Borussia Mönchengladbach, dem Traditionsverein seit 1900. Von unserer Vereinsführung wünschen wir uns hingegen, dass sie den friedlichen Protest der vielen Borussia-Fans akzeptiert und unterstützt – damit meinen wir alles was dazu gehört: Aktionen vor und im Stadion oder Banner. Es wäre ein fatales Zeichen, vor der hyperventilierenden Öffentlichkeit zu kuschen. Grüße an Rolf Königs!

Alle zusammen für Borussia – und damit gegen den modernen Fußball!

15 Gedanken zu „Achtung, Red Bull kommt!

  • 14. Februar 2017 um 19:18
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    Danke. Wort für Wort spiegelt das meine Meinung wieder.

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  • 15. Februar 2017 um 7:55
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    Gut geschrieben, werde im Park sein … friedlich aber genau dieser Meinung.

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  • 15. Februar 2017 um 8:52
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    Freue mich über kreative Banner und hoffe das es ansonsten ein Fußballfest wird,bei dem Alle friedlich und entspannt mitfiebern können.

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  • 15. Februar 2017 um 15:56
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    Genau auf den Punkt gebracht. Sehr gut geschrieben. Genauso sehe ich es auch. Bitte Sonntag friedlich gegen RB protestieren. Wird bestimmt genial.Rautengruß vom Tommi.💚⚽💚⚽💚⚽💚

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  • 15. Februar 2017 um 17:33
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    Ich sehe das alles genauso aber wir werden kein bisschen Änderungen betreiben. Ich fahre schon über 30.Jahre zu Borussia und liebe den Verein.Aber ich mit 55.jahren muss ehrlich sagen das ist schon lange nicht mehr mein Fußball!!!!

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  • 15. Februar 2017 um 18:14
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    Super Artikel! Was heißt denn, denn “Aktionen vor dem stadion”? Würd mich mal Interessieren, weil ich bei froedlichen aktionen gegen RB doch gerne dabei bin!

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  • 15. Februar 2017 um 20:05
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    Sorry, aber wofür steht denn der “gemeine” Fan.
    Das zeigen doch die letzten Wochen.
    Bengols, Prügel und Randale.
    Das ist nicht mein Fußball.
    Neid muss man sich hart erarbeiten. Mitleid bekommt man geschenkt!!!!
    RB mischt die BuLi auf und alle haben nur Angst davor.
    Ich, als Fan des FC Bayern, finde das Projekt RB gut. 😊

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  • 15. Februar 2017 um 20:11
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    Hallo Mitgedachtler,
    so sehr ich Euch neulich nach dem immer noch lächerlichen Lob trotz zweier Verletzter der Pyroaktionen der Leverkusener Vermummten kritisierte, so sehr muss ich Euch heute loben!

    Der Kommentar zum RB-Spiel trifft genau meine Auffassung. Borussia sollte die – friedlich dargestellte – Meinung der Fans unterstützen statt dämonisieren.
    Hoffen wir auf drei Punkte!

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  • 16. Februar 2017 um 0:56
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    Fehler schon im ersten Satz: Die Mannschaft heißt Rasenballsport Leipzig. So wird das nie ein gescheitert Artikel und ich verliere die Lust zum Lesen gleich am Anfang. Schade, aus Dortmund nichts gelernt.

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  • 16. Februar 2017 um 11:13
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    Ihr Lieben Traditionsfans,
    Eure Tradition nimmt euch keiner weg.
    Jedoch seit ihr vom Neid und Hass verblendet.
    Stände RasenBallsport Leipzig, und nicht Red Bull,( wie ihr euch das gerne in den Mund legen wollt) am Tabellenende, so würde euch RB Leipzig überhaupt nicht interessieren.
    Mit dem Traditionsgewand gewinnt ihr auch keine Punkte.
    Das aufwiegeln zum Protest endet schließlich immer im Chaos wie ihr das in Dortmund verfolgt habt. Auch ihr habt radikale Chaoten unter euch.
    Schöne Grüße aus Baden-Württemberg

    Antwort
  • 16. Februar 2017 um 15:35
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    Was soll die permanente Aufregung um RB Leipzig überhaupt? Warum regt sich keiner über Wolfsburg, Leverkusen oder Hoffenheim auf? WOB ist zu 100 % VW, Leverkusen zu 100 % Bayer. Wo ist der Unterschied? Ohne die beiden o.g. Konzerne wären die beiden Vereine auch nichts. Und jetzt also RB Leipzig. Leute, lasst doch mal die Kirche im Dorf. Bei RBL spielt kein Messi, kein Ronaldo, kein Pogba. Es ist überwiegend eine Truppe der Namenlosen von wenigen Ausnahmen mal abgesehen. Aber es gibt dort keine Superstars, wie ich sie vorher erwähnt habe. Warum also der ganze Hype? Ich glaube, dass die Teams aus LEV und WOB wesentlich mehr kosten, als die Mannschaft von RBL. Auch der FC Schalke hätte ohne Gazprom sicherlich eine ganz andere Mannschaft. Man kann das jetzt beliebig fortführen.

    Was in Dortmund passiert ist, war ein absolutes NO GO!!! Da dürften wir uns alle einig sein. Wer da anderer Meinung ist, ist arm im Geiste.

    Lasst uns lieber unsere Borussia anfeuern, ohne irgendwelchen dumpfen Parolen zu brüllen.

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  • 18. Februar 2017 um 19:55
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    ich bin seit über 30 jahren gladbach fan und verstehe die ganze sache um rb nicht!
    jede mannschaft hat einen grossen sponsor….. hoffenheim hat sap, rb leipzig eben red bull…. was soll das ganze?
    ich glaube, wenn red bull an die borussia gekommen wäre, wäre jeder im dreieck gesprungen….

    fussball ist nicht mehr fussball…..geld regiert den fussball, das ist aber überall… fc bayern. real madrid usw….,

    ich bin ossi… und sehe das ganze positiv, auch für die infrastrucktur von leipzig!

    lg

    Antwort
  • 18. Februar 2017 um 20:06
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    ….als anhang…. gewalt gehört nicht zum fussball!!!! obwohl es das schon immer gab, nicht in diesem ausmass wie heute!!!!

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