Aufgalopp.

Mittwoch Amtsantritt und Trainingsauftakt, Donnerstag Neuverpflichtung, Freitag Trainingslager. Für unsere Borussia geht es gleich wieder in die Vollen. Während der gemeine Fan langsam aus seinem Weihnachtsschlaf erwacht, muss der Verein die Weichen für eine erfolgreiche Rückrunde stellen. MitGedacht. mit einer Bestandsaufnahme.

Als am Mittwoch der neue Coach Dieter Hecking zu seiner ersten Trainingseinheit stapfte, brandete unter den 200 Trainingskiebitzen Applaus auf. Gemeinsam mit seinem ewigen Assistenten Dirk Bremser sowie den Alt-Gladbachern Uwe Kamps und Frank Geideck, leitete er den Rückrundenauftakt unserer Borussia. Bei einem Wetter, das genauso durchwachsen war wie die Hinrunden-Ergebnisse der Mannschaft, endete der Urlaub für die Mannschaft nun endgültig. Es ging gleich zur Sache: Hier unterbrach der Ex-Wolfsburger energisch, dort nahm er sich Mo Dahoud lautstark zur Brust, an anderer Stelle wirkte er ruhig und sachlich mit seiner Erfahrung auf die Mannschaft ein. Alle konnten sehen: jetzt wird es wieder Ernst!

Über den Jahreswechsel neue Kraft getankt

Auch wir registrieren den neuen Schwung um den heimischen Borussia-Park. Langsam kommt wieder Leben in die Szenerie „Borussia“. Denn wenn wir ehrlich sind: Die Winterpause kam genau zur rechten Zeit. Durch Niederlagen-Serie, Reisestrapazen und Trainerentlassung endete das Jahr stressig und trübte zunehmend auch den Alltag. Doch nachdem wir nun die Zeit um Weihnachten und Neujahr nutzen konnten, um ein bisschen Kraft zu tanken, heißt es auch für uns wieder: Segel setzen und in die Rückserie starten.

Klar ist: so wie das Jahr endete, darf es nicht weitergehen. Doch nach der vermehrt aufkommenden Kritik zum Ende der Rückrunde, die sich vor allem auch an die Person André Schubert richtete, konnten die sportlichen Verantwortlichen ihre Entscheidungen ruhig und souverän vollziehen. Mit Neutrainer Hecking präsentierten sie uns kurzerhand einen alten Hasen für die Trainerbank. Er wird sich an Ergebnissen messen lassen müssen, das ist klar – sowohl kurzfristig in Liga und Pokal, als auch langfristig bei der Entwicklung junger Spieler in der Ausrichtung des Vereins.

Neuzugang Kolo auf dem Papier der perfekte Ersatz

Die Zeit zur adäquaten Vorbereitung sollten wir ihm dennoch geben und auch wenn der altbekannte Schubert-Effekt – also zehn Bundesliga-Spiele ohne Niederlage gleich zu Beginn – nicht zu wiederholen ist, darf im Umfeld der Borussia auf gar keinen Fall wieder Unruhe aufkommen, nur weil sich nicht gleich der Erfolg wieder einstellt. Dazu wurde mit Timothee Kolodziejczak ein Neuzugang vorgestellt. Auf dem Papier ein perfekter Ersatz für den Invaliden Álvaro Dominguez. Trotz seiner 25 Jahre schon erfahren, ein Linksfuß, vielseitig einsetzbar und mit zwei Europa-League Titeln dekoriert. Wir hoffen, dass Eberl beim Franzosen ein ähnlich gutes Händchen bewiesen hat wie beim Dominguez-Transfer.

In den letzten Wochen hat uns jedoch erstaunt, wie in den sozialen Medien und den Gesprächen unter den Fans bereits gegen den neuen Trainer gehetzt wurde. Ein Coach, der nicht einen Tag für den Verein gearbeitet hatte – und zunächst über jeden Zweifel erhaben sein sollte. Lassen wir Hecking und sein Team die Vorbereitung in Ruhe gestalten und ihm von Beginn an das nötige Vertrauen schenken. Denn das entspannte Miteinander, das Vertrauen in die handelnden Personen und der stabile Umgebung ist das, was unsere Borussia in den vergangenen Jahren ausgemacht hat. Vor allem nach den letzten Monaten und der ständigen Unzufriedenheit gegenüber Spielern und dem Trainer sollten wir jetzt einfach alle mal die Klappe halten!

Mannschaft mehr denn je gefordert

Die Mannschaft selbst weiß nur zu gut, dass es jetzt auf sie ankommen wird. Mehr denn je gilt auch hier: wer nicht mitziehen will, ist draußen. Es wird keine Rücksicht mehr auf Namen genommen – denn gerade ein Hecking scheut sich nicht davor, auch gestandene Spieler mal ins zweite Glied zu schieben. Bestes Beispiel dafür war die Degradierung des Wolfsburger Kapitäns Diego Benaglio vor dieser Saison. In der Vergangenheit war unsere Mannschaft immer dafür bekannt, dass sie negative Phasen verarbeitet und aus ihnen lernt. Das wird sie auch in dieser Rückrunde beweisen und uns nicht enttäuschen. Da sind wir uns sicher!

Euch allen wünschen wir zum Jahresauftakt von Herzen ein Frohes Neues Jahr 2017! Die Borussia wird uns alle in diesen Tagen, Wochen und Monaten begleiten. Wir hoffen, dass wir bald wieder mehr zu bejubeln haben, als nur die Pulle Sekt zu Silvester und gemeinsam auf den VFL anstoßen können. Auf eine erfolgreiche Rückrunde, auf ein Team, das wir stolz bewundern und auf einen Coach, der unser Vertrauen nicht enttäuscht!

 Auf geht’s Borussia, auf ein neues Jahr…

Foto zu diesem Beitrag: Twitter-Kanal Borussia Mönchengladbach

6 Gedanken zu „Aufgalopp.

  • 8. Januar 2017 um 10:25
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    Wieder mal ein sehr guter und ehrlicher Artikel. Ich freue mich, endlich wieder gute Kommentare zu lesen, ohne Hetze und miese Stimmungsmache. Auf ein mit Sicherheit besseres zweites Halbjahr für unsere Borussia.

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  • 9. Januar 2017 um 17:01
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    Ich mache einfach ‚mal die Klappe auf und zitiere aus Spiegel online – der Artikel ist übrigens keine 3 Monate alt.

    „Hecking ist es nicht gelungen, aus einer Sammlung talentierter Einzelkönner mit nicht gerade platzsparendem Ego und einem kühlen Verhältnis zum Standort Wolfsburg eine funktionierende Einheit zu machen. Er vermochte es nicht, Spieler wie Max Kruse, André Schürrle, Julian Draxler und Mario Gomez zu Höchstleistungen zu inspirieren, wirkte überfordert von dem Überangebot an Spitzenspielern in seinem Kader. Und er scheiterte an veränderten Umständen.

    Kein Mann für Favoritenfußball

    Mit De Bruyne konnte es sich die Mannschaft leisten, dem Gegner das Spiel zu überlassen. Nach Ballgewinn schaltete sie rasend schnell um, und dann war der Ball auch schon im Tor. Außenseiterfußball in Vollendung. Seit der vergangenen Saison geht das nicht mehr. Die Wolfsburger haben vermehrt den Ball, müssen das Spiel machen. Dafür hatte Hecking keinen Plan, zumindest keinen, der funktionierte. Der Trainer kann keinen Favoritenfußball. Das wurde im trüben Liga-Alltag offensichtlich, gegen Mannschaften wie Werder Bremen, Darmstadt oder Mainz.“

    Ich hoffe sehr, dass dieser Trainer nun 3 Monate später und bei einer anderen Mannschaft, genau der Richtige ist.

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  • 9. Januar 2017 um 21:05
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    Wer, Herr Mathiszik , wäre denn der richtige Trainer bzw. die richtigen Spieler für sie?
    Welche Formation soll gespielt werden?
    Wenn sollen wir für Eberl holen?
    Welche Abwehrspieler sollen wir aus Madrid, Barcelona, Turin oder Bayern verpflichten?
    Welche Mittelfeldspieler sollen wir verpflichten?
    Für den Angriff schlage ich Ronaldo, Messi, und Suarez vor……
    Ich schlage vor, dass sie doch besser den Verein wechseln sollten!
    Leider haben sie in diesem Block noch nie ein gutes Haar an der Borussia gelassen.
    Um es kurz zu machen. SIE NERVEN FÜRCHTERLICH MIT IHREM „DUMMGESCHWÄTZ“
    Ich hoffe sie arbeiten in einer kleinen Firma! Dann müssen eben nur wenige Menschen sie den ganzen Tag ertragen

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    • 10. Januar 2017 um 1:46
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      Lieber Herr fan66,
      geht es auch einmal ohne persönliche Beleidigungen? Hecking mußte Wolfsburg vor 3 Monaten aus den gleichen Gründen verlassen, wie Schubert vor 3 Wochen Mönchengladbach. Das ist leider Fakt und kein Dummgeschwätz. Und jetzt hoffen wir ‚mal, dass er es in Gladbach besser macht, damit ich Sie in “ diesem Block“ – oh my god tut das weh – auch wieder zufrieden zurücklassen kann.

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  • 9. Januar 2017 um 22:47
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    Genau richtiger Kommentar. Klar brauchen wir nach dem Start in der Saison 2016/2017 eine Top Rückrunde, um wieder auf dem Spasslevel der Vorjahre anzukommen. Aber mal ganz ehrlich und ohne den Satz “ wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen“… nach längerer „Leidenszeit“ haben wir alle Lust daran gefunden, guten Fußball unserer Borussia zu sehen und das auch noch international … Aber jetzt geht es darum, dass auch wir auf Topniveau supporten und klar die Truppe in die Pflicht nehmen. An all die, die seit 10 Spielen Schubert nicht mehr ertrugen und Hecking nicht wollen – scheiß drauf, bleibt zu Hause und misepetert da rum! Eberl macht einen grandiosen Job. Erfolg haben wir alle zusammen oder gar nicht. Wir sind Borussia – auf nach Darmstadt!

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  • 10. Januar 2017 um 12:24
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    @fan66 u. Emil Mathiszik

    Liebe Leute. Warum muss im neuen Jahr direkt wieder Gift versprüht werden? Lassen wir dem Mann doch erst mal etwas Zeit, bevor wir uns ein Urteil erlauben. Der erwähnte Artikel bei Spiegel online ist die persönliche Meinung eines Journalisten. Dass dieser Artikel wenig positiv über Dieter Hecking ist angesichts des Tabellenplatzes der Wolfsburger verständlich. Aber auch dort wird, wie fast immer, dem Trainer die Hauptschuld an der sportlichen Misere gegeben. Vielleicht kennt sich Herr Mathiszik beim VfL Wolfsburg besser aus als ich. Aber ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Hecking über die Verkäufe von de Bruyne, Kruse, Schürrle etc. erfreut war. Spieler dieser Qualität gleichwertig zu ersetzen, ist kein Zuckerschlecken. Da kannst noch so mit den Millionen durch die Lande ziehen. Bei uns ist es im geringeren Umfang doch ähnlich. Xhaka ist weg (man kann natürlich lange über dessen Qualitäten diskutieren), und plötzlich fehlt der Truppe ein Leader.

    Um noch mal auf Wolfsburg zurückzukommen: Nicht von ungefähr musste nach Dieter Hecking ja dann auch Klaus Allofs seinen Posten räumen. Als Dieter Hecking mit Wolfsburg den DFB-Pokal gewonnen hat, werden die Kommentare sicherlich anders ausgefallen sein.

    Wenn´s läuft, sind die Trainer die Helden (siehe André Schubert in den ersten Monaten nach seinem Amtsantritt). Wenn´s dann aber mal nicht läuft, sind sie auch direkt die Deppen. Ich mag mich täuschen, aber die Trainer sind doch nicht in erster Linie die Hauptverantwortlichen für die Zusammenstellung der Mannschaft. Dafür gibt es doch den Manager/Sportdirektor. Und deshalb sehe ich hier auch nicht André Schubert als Alleinschuldigen für die sportliche Krise. Auch Max Eberl sollte sich mal überlegen, ob er alles richtig gemacht hat.

    Noch mal zu Dieter Hecking: Bei den Alternativen, die sich hier ergaben, war er für mich die beste Wahl. Aber das ist halt meine absolut subjektive Meinung. Jeder hat doch das Recht, seine Meinung zu vertreten. Muss man sich bei konträren Meinungen direkt anfeinden?

    Abschließend noch mal mein Appell: Geben wir Dieter Hecking Zeit. Es wird ab nächste Woche sicher nicht von 0 auf 100 gehen.

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