Doch ein Happy-End?

Borussia kann gegen den FC Augsburg die Chance aufs internationale Geschäft wahren. Rund um den Klub haben sich in den vergangenen Tagen aber diverse Nebenkriegsschauplätze aufgetan. Ist dies vielleicht eine Chance im Saison-Endspurt?

Ja, in den vergangenen zwei Wochen habt ihr wenig von uns gehört. Ja, uns fehlt nach dem Pokal-Aus immer noch ein bisschen die Lust. Ja, das Borussia-Fansein ist momentan nicht so schön, ein bisschen nervt es sogar. Nicht dass wir mit unserem Klub nicht schon weitaus schlimmere Phasen miterlebt hätten. Irgendwie setzen uns die Nackenschläge dieser Saison aber immer noch zu.

Die Situation um unsere Borussia ist vertrackt. Einerseits hat die Achterbahn-Saison 2016/17 Kraft gekostet. Es hätte alles so schön werden können: Europa-Viertelfinale, Pokal-Finale. Beide Träume sind trotz zweier schwacher Gegner krachend gescheitert, zerplatzt wie eine Seifenblase – einfach so. Wir bleiben dabei: Das kratzt an der Fußball-Lust, das schmälert die Borussia-Vorfreude.

Andererseits hat die Mannschaft nach fast allen Rückschlägen immer eine Reaktion gezeigt – so auch vergangenes Wochenende in Mainz. Wir sind ehrlich: Niemand aus unserer Redaktion hat am Samstag mit einem Sieg gerechnet. Niemand hatte der Mannschaft so eine Reaktion zugetraut. Und das wirft wiederum die Frage auf: Schafft es die Fohlenelf im Fotofinish vielleicht doch noch nach Europa? Ist das Momentum vielleicht wenigstens einmal in dieser Saison auf unserer Seite?

Wie die Mannschaft können auch wir Fans aus dem Mainz-Sieg Motivation ziehen. Wenn die Spieler sich derart aufraffen und nur wenige Tage nach einer auch für sie herben Enttäuschung eine solche Reaktion zeigen, sollte das im Endspurt wohl auch die Nordkurve schaffen. Oder könnte es zumindest versuchen.

Dass das mehr als schwer wird, liegt sicher an diversen Nebenkriegsschauplätzen, die sich in den vergangenen Tagen aufgetan haben. Überstrahlt werden Nachrichten wie die nicht kürzer werdende Verletzungsliste oder das mögliche Karriereende von Josip Drmic sicherlich von der nie enden wollenden Diskussionen um die Ultraszene.

Nach der Choreo-Zerstörung und der Entscheidung, in den verbleibenden Heimspielen im Stadion nicht mehr als Gruppe aufzutreten und keine Stimmung zu organisieren, hat die Ultra-Debatte in Gladbach eine selten dagewesene Dynamik entwickelt. Treue Leser wissen, dass wir uns in dieser Frage klar auf die Seite der Ultras gestellt haben. Wir verstehen den Frust über die zerstörte Choreo, vor allem verstehen wir aber die Frustration über einige missratene Abläufe im Verein. Über die Entscheidung, die die Ultras getroffen haben, maßen wir uns kein Urteil an. Das steht uns einfach nicht zu.

Die Ultras stoßen aber längst nicht überall auf derartiges Verständnis! Viele Fans, das haben wir im Nachlauf zu unserem Choreo-Kommentar erfahren, sehen das nicht so wie wir. Sie können jetzt im Stadion eine Reaktion zeigen. Immer wieder hören wir aus Kreisen unserer Fanszene (vor allem von den älteren Semestern) die Meinung, die Ultraszene sei überflüssig. Obwohl wir das bekanntermaßen anders sehen, können diese Kritiker jetzt ja mal in die Bresche springen. Ohne Megafonanlage, ohne Fahnen, ohne „Ultra-Singsang“. Wir sind gespannt.

Dass die Ultras mit dem Verein weiterhin in Kontakt stehen, freut uns indes. Klar, beide Seiten sind wohl noch recht weit voneinander entfernt, die Fronten bleiben verhärtet. Dass es am Donnerstag aber überhaupt ein erstes Gespräch gab, ist ein gutes Zeichen. Irritiert haben wir allerdings die Berichterstattung des Boulevards über die Maßnahme der Ultraszene zur Kenntnis genommen. Das Thema wird von diversen Medien ganz schön hochgekocht.

„Express“-Schreiberling Achim Müller frohlockte am Donnerstagabend, die Ultras hätten den Boykott aufgehoben und würden nun doch im Stadion sein. Dabei hatte es zuvor doch gar keinen Boykott gegeben. Sottocultura hatte sogar immer angekündigt, im Stadion zu sein und die Mannschaft zu unterstützen – nur eben nicht organisiert als Gruppe. Zu allem Überfluss garnierte „Bild“-Mann Christian Hornung seinen Text am Freitagmorgen (unter der einfallsreichen Überschrift „Ultra-peinlich oder ultra-einsichtig“) mit dem Satz: „Selbst das Fanprojekt hat sich öffentlich gegen die Ultras gestellt.“ Dabei hat der Supporters Club (den Hornung sicher mit Fanprojekt meint) sich gar nicht zur Ultra-Debatte geäußert. Nach unseren Informationen hat noch nicht einmal ein FPMGSC-Mitarbeiter mit Hornung gesprochen. Peinlich!

Insgesamt sind wir ehrlich gesagt froh, dass bald Sommerpause ist. Zuvor ist aber noch einiges möglich! Es sind aber nur noch drei verdammte Spiele! Drei Spiele, um eine absolute Achterbahn-Saison erfolgreich abzuschließen. Drei Spiele, um die Tristesse der vergangenen Wochen doch noch zu verjagen. Drei Spiele, an deren Ende wohlmöglich doch noch ein Saisonerfolg steht.

Vielleicht können wir Fans gemeinsam mit den Spielern allen Widrigkeiten zum Trotz für ein Happy-End sorgen. Versuchen wir es!

Foto zu diesem Beitrag: Nordkurvenfotos.de

9 Gedanken zu „Doch ein Happy-End?

  • 5. Mai 2017 um 18:39
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    Eine zerstörte Choreo ist nicht nur am materiellen Wert zu messen, der Frust dazu bemisst sich wohl eher aus Aufwand und dem Frust darüber, daß man nicht zeigen konnte, wie sehr man hinter der Manschaft steht.
    Aber der Mannschaft jetzt deshalb die Unterstützung zu versagen, in einem Moment, in dem jeder Rückhalt für den Endspurt gebraucht wird, halte ich für das falsche Signal.
    Die Mannschaft kann nichts dafür, daß einzelne Verantwortliche beim Timing mit der Putz-Kolonne gepennt haben!
    Sicher hat man das im Verein bereits verstanden.
    Deshalb glaube ich nicht, daß Max Eberl und seine Manschaft nicht alles daran setzen, eine Widergutmachung zu ermöglichen.
    Auch wenn sich dabei ein befiedigendes Ergebnis vielleicht erst bis in die nächste Saison hinein erzielen läßt.
    Fazit:
    Die Fans hätten gerne ihre Choreo gezeigt, die Mannschaft und jeder andere hätte sie gern gesehen!
    Aber jetzt gilt: zusammenhalten!
    Hand auf die Raute! Bedingungslose Unterstützung für die Elf vom Niederrhein!!!

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  • 5. Mai 2017 um 19:05
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    Genau Jungs. Bin absolut eurer Meinung. Man sollte nicht andauernd auf Ultras schimpfen. Eine gezielte Kritik wenn denn notwendig sollte erlaubt sein und dann ist gut. Die zerstörte Choreo von Donnerstag ist natürlich für alle sehr sehr traurig. Aber…..Gladbach Fans sind schon immer tolle Fans gewesen. Genau deshalb sollten wir alle für uns und unser Team alles geben. Denn wir alle zusammen sind BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH.

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  • 5. Mai 2017 um 20:50
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    Zu 1900 % habt ihr meine Zustimmung.
    Bin echt gespannt was passiert wenn die Ultras keinen Support machen.
    Haben es doch in Mainz erlebt als sie 15 Minuten später in den Gästeblock kammen.
    Einfach nichts war an anfeuern zu hören.
    Die Ultras sind die Mitte der Fanzene…ist nun mal so.
    Unsere Fohlen brauchen uns , unser Support , uns als 12. Mann.
    Und mit uns mein ich die Sotto und wir !!!

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  • 6. Mai 2017 um 1:00
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    Ich war damals mit meinem Sohn damals 9 Jahre jung zum abstigsgifel gegen Bochum im Stadion. Diese 90 und. …. Minuten waren die atemberaubensten die wir je erleben durften bis heute aber nicht weil borussia super spielte aber das Tor einfach nicht traf sondern wegen der fens die die Mannschaft bis zum Schlusspfiff immer wieder nach vorne peitschte daß war sensationell und genau das braucht die Mannschaft jetzt und in Zukunft auch Fens die 100 Prozent hinter ihr steht. Also auf geht’s liebe Leute laßt uns gemeinsam Stimmung machen das hat sich die Mannschaft verdient für all die schönen Stunden die wir alle gemeinsam erleben durften DANKE

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  • 6. Mai 2017 um 17:49
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    Was war das denn? Erneuter seelenloser Auftritt einer verunsicherten Manschaft.Null Emotionen. Kein Kampf. Kein Garnichts. Aber vor allem auch kein Spielsystem erkennbar. Hofmann stolpert gewohnt unglücklich über den Platz. Hahn rumpelt 93 min über den Platz und trifft dann tatsächlich gegen die Augsburger, die einem leid tun müssen. Und der Trainer? Bringt die Offensivgenies Kramer und Strobl.
    Traumwetter, volles Stadion, machbarer Gegner. Fussballherz, was willst du mehr.
    Und dann so etwas. Das Spiel – das mieseste der gesamten Saison – hinterlässt bei den Allermeisten wohl Ratlosigkeit und eine Menge Verärgerung über die Art und Weise, wie die Mannschaft heute Zuhause aufgetreten ist.

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  • 7. Mai 2017 um 11:08
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    Ich denke, die sogenannten „Ultras“ („jenseits“ von was eigentlich?) haben jetzt das, was sie so sehnsüchtig begehren: Mediale Aufmerksamkeit!
    Denn worum geht es ihnen eigentlich? Ständige Bestätigung, dass sie super wichtig sind? Eine regelmäßige Bühne für ihre internen Nachrichten („xxx wir sind bei Dir“, „5 Jahre Fanclub xyz“ etc.)?
    Wenn es ihnen aber um die Unterstützung ihres Lieblingsvereins geht, dann sollten sie endlich realisieren, dass sie mit ihrem Narzissmus genau das Gegenteil bewirken.
    Vielleicht sollten sie mal mehr für ihren Verein handeln, als für sich (oder gegen Vereine, die gar nicht zugegen sind – Stichwort: Anti-Köln-Gesänge).
    Immerhin nennt sich die Gruppierung, die sich am aufdringlichsten in den medialen Vordergrund schiebt selbst „Subkultur“ – das verstehe ich als Eingeständnis, dass diese Gruppierung sich die Normen der allgemeinen Fankultur nicht gänzlich auf die Fahnen schreibt.
    Kleinster Gemeinsamer Nenner sollte aber die Borussia sein. Die existierte schon, als es die diversen Fanclubs von heute noch gar nicht gab (und holte auch ohne sie Titel – wie haben die das nur geschafft?)
    Ansonsten würde ich vorschlagen, dass sich diese subkulturellen Vereinigungen an Spieltagen irgendwo außerhalb des Stadions trifft um gemeinsam das Spiel zu schauen – wahlweise können sie sich dann auch mit dem Rücken zum Bildschirm drehen, um sich gegenseitig anzuheizen.
    Mein Fazit @ „Subkultur“ & Co.: Es ist schön, dass es euch gibt und ihr macht mit euren Choreos auch den Normalo-Fans wie mir sehr oft große Freude, aber nehmt euch bitte nicht wichtiger als ihr seid!

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  • 7. Mai 2017 um 12:34
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    Bravo Fucien Lavre,
    Damit ist doch alles gesagt.
    Was wollen wir in Europa ??
    Bleibt Sportlich !

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  • 7. Mai 2017 um 15:28
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    Genau so ist es. Das gestrige Spiel war eine Frechheit und das zum dritten Mal in Folge (Do, Fra + Augs). Und dann wird das Publikum als peinlich bezeichnet!
    Nein Freunde, peinlich waren die Auftritte der Mannschaft in den drei genannten Spielen. Ersparen wir uns doch bitte europäische Blamagen im nächsten Jahr und konzentrieren uns auf die BL!

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  • 7. Mai 2017 um 20:48
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    Es war gestern wirklich fürchterlich. Aber von europäischen Blamagen zu sprechen ist Blödsinn. Unsere Auftritte in Europa waren alle in Ordnung. Ich glaube wir werden Europa auch nicht mehr schaffen. Aber wir sollten unser Team auch nicht auspfeifen. Wir haben eine junge Mannschaft und die braucht Unterstützung. Bleibt fair

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