Eine magische Nacht!

Borussia schlägt die AS Rom mit einer absoluten Willensleistung 2:1 – und korrigiert damit den Ausrutscher gegen den Wolfsberger AC. Wir finden: Dieser Abend war eine der wahrlich magischen Europapokal-Nächte, die unseren geliebten Sport so geil machen!

Donnerstagabend, BORUSSIA-Park, 22.51 Uhr. Dennis Zakaria schlägt einen Ball in den Strafraum, Alassane Plea legt ab auf Marcus Thuram. TOR! Eine wahre Gefühls-Explosion! Ein Torjubel, wie wir ihn lange nicht mehr erlebt haben! Kategorie De Camargo! Einfach Ektase pur. Ein ganzes Stadion rastet komplett aus!

Die Nordkurve entwickelt sich zu einem kollektiven Schweinehaufen. Wildfremde Menschen liegen sich in den Armen. Schreien ihr Glück lautstark raus. Bierbecher fliegen wild durch die Gegend. Es sind solch magische Momente, die den Fußball besonders machen. Die die Faszination dieser europäischen Nächte ausmachen. Borussia schlägt die AS Rom mit 2:1 – und nur ein Wort beschreibt es perfekt: Wahnsinn!

Unglaubliche Comeback-Qualitäten 

Trotz aller Last-Minute-Treffer in dieser Saison und auch wenn der BORUSSIA-Park in dieser 95. Minute noch ziemlich voll war und das Team lautstark unterstützte: Ein derartiges Finish hatten unserer Mannschaft wohl nur noch die wenigsten zugetraut. Die Mannschaft kämpfte gegen die AS Roma zwar überragend, hatte vor allem in Hälfte zwei aber einige Fehler im eigenen Spiel und wirkte bisweilen etwas behäbig und platt. Dazu kamen einige gefährliche Konter der Italiener, die dem 2:1 zumindest zwischen der 60. und 85. Minute näher schienen als wir.

Und dennoch: Diese Comeback-Qualitäten sprechen einfach für unser Team. Es ist überragend, diese Mannschaft zu sehen: Wie sie trotz angesprochener Fehler an sich glaubt. Wie sie einfach weitermacht. Wie sie gefühlt zu jederzeit in der Lage ist, ein Tor zu erzielen. Beispiel Stefan Lainer, der sich nach 60 Minuten über den Platz schleppte und aus dem gefühlt bei jeder Aktion die Sehnsucht nach einem Sauerstoffzelt sprach. Beispiel Marcus Thuram, der schon nach 70 Minuten eine kurze Diskussion mit Marco Rose führte, ob er wirklich noch weiterspielen kann. Beispiel Matthias Ginter, der die Sommer-Rakete (die vermutlich jeden von uns ins Koma geschickt hätte) einfach wegsteckt und anschließend zwei unfassbar wichtige Duelle gegen Dzeko gewinnt. Kurzum: Einfach überragend!

Foto: Ina Fassbender / AFP / Getty Images
Identifikation pur

Das gilt auch für die Feierei nach dem Spiel. Wir haben es schon mehrfach betont, aber es macht uns einfach glücklic, mit dieser Truppe nach dem Spiel gemeinsam den nächsten Sieg zu bejubeln. Weil wir das Gefühl haben, dass da endlich wieder Typen auf dem Platz stehen. Noch einmal Beispiel Thuram mit seinem Eckfahnen-Jubel. Was für ein geiler Kerl, der sich mitunter – so viel sei verraten – hinter den Kulissen sehr intensiv mit der Fangeschichte und Fanszene unserer Borussia auseinandersetzt und total interessiert ist. Er scheint sich – und das ist doch das größte Kompliment für unseren Verein – sehr mit Borussia zu identifizieren.

Ein Lob wollen wir an dieser Stelle auch an alle Stadionbesucher aussprechen. Gefühlt war gestern auch das Publikum des BORUSSIA-Parks ein Faustpfand für den Sieg. Bis zum Ende sind fast alle Fans geblieben und haben die Mannschaft mit ihrem Support ermutigt, doch noch einmal alles für den Sieg zu versuchen. Wir haben das Gefühl: Da wächst richtig was zusammen. Das zeigt beispielsweise auch Marco Rose, der nach einem Tackling an der Seitenlinie, das vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert wird, in Richtung der Fans applaudiert. Solche kleinen Gesten tun nach Jahren des Unmuts und der gegenseitigen Skepsis wirklich gut!

Dass es nicht immer so weitergehen wird, ist klar und sollte allen einleuchten. Der Zusammenhalt kann unseren grandiosen Klub aber nur stärken und vielleicht dauerhaft in europäischen Tabellenregionen etablieren. Zumal Borussia jetzt plötzlich im Europapokal wieder alles in der eigenen Hand hat. In diesem Sinne: Weiter, immer weiter! Sonntag gegen Bremen – und dann Ende November auch in Graz. Die Reise geht weiter …

Foto zu diesem Beitrag: Jörg Schüler / Bongarts / Getty Images

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