„Es wird ein toller Fight!“

Heute Abend ist es dann endlich soweit: im DFB-Pokals tritt unsere Borussia beim FC St. Pauli am Millerntor an. Vielleicht eines der schwierigsten Lose in der ersten Runde, gewiss aber eine Partie zweiter traditionsreicher Vereine. MitGedacht. traf einen Akteur, der beide Trikots in seiner Vergangenheit trug: Sebastian Schachten, mittlerweile beim FC Luzern unter Vertrag, stand uns Rede und Antwort. Der 30-jährige Abwehrspieler vermochte zwar nicht auf alle kritischen Fragen auch die gewünschten Antworten zu geben – aber gerade das spricht für seinen einwandfreien Charakter: lieber schaut er in die nahe Zukunft als in die ferne Vergangenheit.

Lieber Sebastian, vielen Dank, dass Du zu Saisonbeginn bei Deinem neuen Verein Zeit für uns nimmst. Kürzlich wurdest Du aufgrund einer Verletzung etwas zurückgeworfen. Ist denn alles soweit wieder auf dem Weg der Besserung?
Sicher wäre ich gern zum Start der Meisterschaft einsatzbereit gewesen. Doch eine kleine Verletzung hinderte mich daran. Nun bin ich fast fit, deshalb fühle ich mich auch wohl und sehr gut.

Für Dich beginnt nun ein neues Kapitel, eine neue Liga, ein anderes Land. Was bedeutet Dir der Schritt in die Schweiz? Und warum gerade Luzern?
Deutsche Fussballprofis zieht es nicht so häufig ins Ausland, die Anziehungskraft der Bundesliga ist enorm. Ich war aber schon froh, dass ich neben Angeboten aus Deutschland auch eines aus der Schweiz vorliegen hatte. Ein Auslandsaufenthalt – das wollte ich als Fussballer wirklich einmal machen. Dass mit Roland Vrabec mein ehemaliger Trainer bei St. Pauli nun hier in Luzern Assistenztrainer von Markus Babbel ist, hat mich natürlich zusätzlich überzeugt, in die Schweizer Super League und zum FC Luzern zu wechseln.

Kommen wir einmal zur Borussia: für Dich sollte es der nächste Schritt in der Karriere werden. Ein Bundesliga-Traditionsclub, der auch gerne wieder nach oben schielen wollte. Was hat Dich damals dazu bewogen an den Borussia-Park zu wechseln?
Sportdirektor Christian Ziege und das Trainergespann um Jos Luhukay und Markus Gellhaus wollten mich haben. Wir führten gute Gespräche – und für mich war es eine tolle Sache, zu einem solch renommierten Verein zu wechseln.

Leider war deine Zeit nicht unbedingt die Einfachste im Dress des VFL. Im Verein rumorte es, die Leistung der Mannschaft war, sagen wir mal, eher schwach, und auch in der Fanszene regte sich Ärger. Wie hast Du das Ganze wahrgenommen?
Es war eine schwierige Zeit für alle. Die Mannschaft kämpfte gegen den Abstieg und wie Sie richtig gesagt haben, gab es viel Unruhe. Viele schrieben uns bereits ab. Doch wir schafften es, oben zu bleiben. Sowohl Lucien Favre als auch Michael Frontzeck sind sehr gute Trainer. In der Hinserie unter Michael Frontzeck sind unter anderem unsere besten Spieler Dante und Reus lange verletzungsbedingt ausgefallen, die beiden waren sehr schwer zu ersetzen.

Du sprachst unseren Schweizer Coach an, der dann zu Beginn der Rückserie übernahm und Borussia sensationell zum Klassenerhalt führte. Was hältst Du von Lucien Favre?
Favres Arbeit spricht für sich. Er ist ein hervorragender Taktiker und hat die Mannschaft bis in die Championsleague geführt, mehr braucht man dazu eigentlich nicht zu sagen. Ein toller Erfolg für ihn, die Mannschaft und den ganzen Verein.

Dann der Wechsel nach St. Pauli. Ein ganz anderer Club, eine andere Identität – St. Pauli hat ohne Frage ein besonderes Image. Warum ging es damals für Dich ans Millerntor? Und wie siehst Du im Vergleich dazu die Borussia?
Ich habe mich damals sehr gefreut über das Angebot aus St. Pauli – und habe den Wechsel im Nachhinein nicht eine Sekunde bereut. Es waren vier unfassbar schöne Jahre, ich habe dort jede Minute genossen.

Was macht den FC St. Pauli so aussergewöhnlich?
Die Fans von St. Pauli sind wie jene von Borussia ganz besonders, bei beiden Vereinen ist die Fan-Kultur aussergewöhnlich. Bei St. Pauli kommt die ganz spezielle Lage des Stadions nahe am Kiez hinzu. Es gibt ja fast keine Stadien mehr inmitten eines Stadtteils. Das macht den speziellen Reiz des Stadions am Millerntor aus.

Zu guter Letzt: Was erhoffst Du Dir von der Partie in der 1. Runde des DFB-Pokals, FC St. Pauli gegen die Borussia?
Ich wünsche beiden Mannschaften alles Gute – und ich bin davon überzeugt, dass sich die Zuschauer auf einen tollen Fight einstellen können.

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