(K)ein einfacher Spaziergang.

Die Derby-Vorbereitungen sind gespickt mit ungläubigen, verständnislosen Blicken in Richtung Domstadt: Die „ehrlichen“ rot-weißen Anhänger wollen doch wirklich demonstrierend durch Mönchengladbach-Rheydt ziehen. Wir wollen das nicht so stehen lassen. Ein Kommentar.

Seit Tagen sorgen vor allem folgende Fragen bei uns immer wieder für Kopfschütteln: Was macht Ihr hier? Was wollt Ihr hier? Was denkt Ihr Euch dabei, liebe Kölner? Eine Demonstration eben nicht vor dem Dom, am schönen Rhein oder aber wenigstens vor dem Stadion im Borussia-Park – dem Ort, der symbolisch für das Fehlverhalten einiger Idioten aus Euren Reihen und die daraus resultierende DFB-Strafe steht. Eine Demonstration mitten in des Gegners Stadt.

Glaubt Ihr eigentlich ernsthaft, dass Ihr ohne Gegenwind problemlos demonstrieren könnt? Der Polizei sind in diesem Fall per Gesetz die Hände gebunden. Und klar, es ist Euer gutes Recht zu demonstrieren – wo und wann immer Ihr das wollt! Wer, wenn nicht wir, würde sich als erstes darüber echauffieren, sollte uns eben jenes Recht abgesprochen werden. Aber mal ehrlich: Kein halbwegs anständiger Mensch kommt auf die Idee, so einen Schwachsinn durchführen zu wollen. Mit Sack und Pack in die Stadt des Erzfeindes zu fahren und da einen angeblich ja so wichtigen Protestmarsch „für den Erhalt der Fankultur“ zu organisieren.

Immerhin dürft Ihr ja schon einmal nicht durch Eicken ziehen. Das wäre auch die Krönung gewesen. Eine Demonstration vom Hauptbahnhof zum ehemaligen Bökelberg – unglaublich! Ist das der viel zitierte Kölner Kampf für die Fankultur? Dass Ihr jetzt durch Rheydt laufen wollt, macht die Sache allerdings auch nicht viel besser. Versteht uns nicht falsch: Der Protest ist wichtig. In der von Euch geplanten Umsetzung ist er aber eher dazu geeignet, unschöne Szenen heraufzubeschwören. Diese Demonstration ist pure Provokation, die den Inhalt komplett in den Hintergrund rücken lässt.

Wir verstehen einfach nicht, warum die Demonstration nicht an einem weniger provokanten Ort abgehalten wird. Ganz nüchtern betrachtet würden nach Köln oder zum Stadion wohl auch mehr Demonstrierende kommen. Nehmt Euch doch ein kleines Beispiel an unserem „Heimspiel gegen Köln“ im September. 2.000 friedlich für die Sache demonstrierende Leute in den schönsten Vereinsfarben der Welt – auf den Straßen der eigenen Stadt. Ein total verwaister Gästeblock in Müngersdorf. Ein Zeichen. Und was wird bleiben vom kommenden Samstag?

Wohl nur Wenige, die es mit Borussia halten, werden tatenlos zusehen, wie ein rot-weißer Mob durch Gladbach zieht. Und leider (!) wird es erwartungsgemäß auf beiden Seiten einige Unverbesserliche geben, deren maßvoller Umgang mit Pöbeleien und Unmutsbekundungen weit weg liegt vom allgemein erträglichen Maße. Ihr wisst genauso wie wir: Eine Demonstration ist generell Raum für solche erlebnisorientieren Fußballfans. Eine Demonstration in Mönchengladbach anzumelden, ist daher einfach idiotisch!

Mit Eurem Vorhaben legt Ihr die Zukunft aller Fanproteste, aller gut gemeinter Aktionen und alle wichtigen Anliegen in die Hände von ein paar unverbesserlichen Idioten! In Eurer Stellungnahme schwafelt ihr etwas davon, dass „die anhaltenden Diskussionen um angebliche Sicherheitsprobleme (…) endlich wieder versachlicht und entschärft werden“ müssten. Dann tut ihr doch auch etwas dafür – und sorgt nicht schon vor dem Spieltag für neuen Zündstoff.

Vielleicht dürft ihr dann während der kommenden Derbys wieder in unserem Stadion provozieren und pöbeln. Das würde uns gefallen. Das ist Derby. Mit Hinblick auf Samstag können wir aber nur kopfschüttelnd konstatieren: Scheiß FC!

Foto zum Beitrag: nordkurvenfotos.de

2 thoughts on “(K)ein einfacher Spaziergang.

  • 18. Februar 2016 at 18:00
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    Ja und bitte dabei auch erwähnen, dass leider einer Gladbacher Gruppierung nichts besseres einfällt, als in so einer Situation auf die Anfeuerung der Manschaft zu verzichten. Auch wenn Kollektivstrafen nicht der richtige Weg sind, so ist dieser Stimmungsboykott genauso wenig der richtige Weg. Absprachen mit dem FP – Fehlanzeige, man zieht sein eigenes Ding durch und dabei muss man ja gerade bei der Bestrafung der *ölner nun mal auch resümieren, dass diese Strafen nach Platzsturm & Co. zu erwarten waren. Warum die Gladbacher bestraft wurden ist ein anderes Ding und für mich nicht nachvollziehbar, dass man sich aber eben nicht so benehmen kann wie die *ölner ohne dabei eben mal bestraft zu werden sollte jedem vernünftig denkenden Menschen klar sein. Aber genau daran wird es mangeln, für mich steht fest, ziehen die Ultras den Stimmungsboykott so durch, dann werde ich zukünftig nichts mehr spenden. Da verzichte ich gerne auf die Choreos.

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