(K)eine einzige Enttäuschung?!

Zum Bundesligastart schlägt unsere Borussia die Werkself aus Leverkusen überzeugend mit 2:0 geschlagen, festigt die Vormachtsstellung am Rhein und spielt erfrischenden Fußball. Unser Nachbericht. 

Nach starkem Beginn der Leverkusener brauchten unsere Jungs gute 20 Minuten, um in der Bundesligasaison 2018/19 anzukommen. Dann aber ließen sie alles erkennen, was ihnen vereinzelte Nörglerinnen und Nörgler nach dem verhaltenen Beginn schon wieder abgesprochen hatten: eine klare Spielanlage, die nötige Griffigkeit in den Zweikämpfen und Kreativität sowie Tempo im Spiel nach vorne.

Zugegebenermaßen herrschte bei uns etwas Verwunderung, als wir hörten, dass Dieter Hecking auf Christoph Kramer und Denis Zakaria verzichten würde. Stattdessen sollte Tobias Strobl vor der Abwehr aufräumen. Dabei unterstützt wurde er von Jonas Hofmann und Florian Neuhaus, der in seinem Bundesligadebüt einen sehr guten Eindruck machte. Trotz Startschwierigkeiten schafften es Neuhaus und Hofmann ab Mitte der ersten Halbzeit eine Balance zwischen Offensive und Defensive herzustellen. Beide arbeiteten im Wechsel konsequent nach hinten, waren aber auch an diversen Offensivaktionen beteiligt – Hofmann übernahm schlussendlich beim Elfer Verantwortung, den Neuhaus gedankenschnell herausgeholt hatte. So legten Strobl, Hofmann und Neuhaus den Grundstein für den verdienten Erfolg und bewiesen, dass sie auch den kleinen Rückschlag des holprigen Beginns wegzustecken vermochten.

Dass es nicht leicht werden würde gegen die schnelle Leverkusener Defensive war zu erwarten. Der junge Jordan Beyer merkte zu Beginn, dass Bailey über die linke Seite Tempo mitbrachte. Da muss jeder Schritt eines Verteidigers sitzen. Doch der 18 Jahre alte Debütant biss sich ins Spiel, rettete auf der Linie und machte insbesondere in der zweiten Hälfte einen sattelfesten Eindruck. Beyer meldet Bayer ab – oder so. Und weil die gesamte Defensive mit zunehmender Dauer immer souveräner wirkte, hatte die Leverkusener Offensive in Halbzeit zwei kaum mehr etwas zu lachen. Die letzte Bastion war Sommer, der als Kapitän Sicherheit ausstrahlte. Hut ab!

Obwohl es am Ende sogar hätte 3:0 ausgehen können, war es vor allem das zweite Tor, das an spielerische Glanzzeiten erinnerte. Während der eine oder andere Leverkusener Defensivspieler vermutlich noch Stunden nach Abpfiff mit Schwindel zu kämpfen hatte, lachte sich der alte Mann Raffael ins Fäustchen.

Als sich dann auch noch die Nordkurve von Beginn an in ein buntes Fahnenmeer zurückverwandelt und der Mannschaft durch die schwierige Anfangsphase geholfen hatte, bevor die Mannschaft wiederum die Kurve durch ihr Spiel weiter anfeuerte, war der Samstagabend perfekt. Die Ultraszene feierte zu Beginn das 10-jährige Jubiläum ihrer Freundschaft zur Ultraszene Timisoaras. Obwohl die Freundschaft in der Vergangenheit immer mal wieder Fotos an die Öffentlichkeit brachte, zu denen wir uns mehr öffentliche Erklärungen gewünscht hätten, sorgte die internationale Verbindung zweier Fanszenen an diesem Tag für ein schönes Bild in der Mönchengladbacher Nordkurve. Ob diese Bilder Basis für die gute Stimmung waren, ob es die Ansprache der Vorsänger in der Blockflöte war (diesmal gab es das Szenemedium sogar in der gesamten Kurve) oder einfach die Euphorie zum Start gepaart mit dem guten Ergebnis den Rahmen boten, ist nicht mehr aufzuklären. Spielt aber auch keine Rolle, weil wir die Nummer 1 am Rhein sind.

Dass wir das diese Saison auch bleiben können, haben die Jungs am Samstag bewiesen. Denn wer kurz vor Schluss noch einen Mann wie Zakaria bringen kann, der auf Anhieb Ruhe und Ballsicherheit bewies, oder Alasanne Plea in der Hinterhand hat, der kann guten Gewissens behaupten, einen breiten Kader zu haben. Wer jetzt Kramer als großen Verlierer des Tages abstempelt, dem halten wir entgegen: Der Mann hat Erfahrung, Klasse und Selbstvertrauen. Er wird seine Chance bekommen und nutzen. Eine persönliche Niederlage könnte es dann aber doch gegeben haben in der Mannschaft. Wir lehnen uns jedenfalls aus dem Fenster und behaupten, dass Hazard den nächsten Elfer nicht mehr schießen wird. Er wird sie verschmerzen, diese einzige Enttäuschung des Tages.

Ein Gedanke zu „(K)eine einzige Enttäuschung?!

  • 28. August 2018 um 11:09
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    Schön geschrieben der Artikel und sehr zutreffend. Ich mag Hecking nicht, aber ich wünsche ihm ein glückliches Händchen. Nun wird sich zeigen, ob er die richtige Kommunikation mit allen Spielern findet und so der möglichen Unruhe durch Unzufriedenheit derer, die nicht spielen, vorzubeugen vermag. Der Kader gibt jedenfalls die Top 5 her.

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