Nordkurve Aktiv: „Für die Kids war es ein Highlight!“

Seit 2010 gibt es „Nordkurve Aktiv“ nun schon. Gegen Augsburg machte das Aktionsbündnis der Ultraszene mit einer bemerkenswerten Aktion auf sich aufmerksam. Wir haben uns mit Steven von NK-Aktiv darüber unterhalten.

Steven, am vergangenen Samstag habt ihr von Nordkurve Aktiv gegen Augsburg knapp 100 Kindern einen kostenlosen Stadionbesuch ermöglicht. Was steckte genau hinter dieser Idee?
Wir alle erinnern uns wahrscheinlich noch ziemlich genau an unseren ersten Stadionbesuch. Ob mit Papa oder Mama, Onkel bzw. Tante oder Schulfreunden – jeder hat da seine eigene Geschichte. Für viele Kinder aus unserem Stadtgebiet ist es leider keine Selbstverständlichkeit, unseren geliebten Verein mal live im Stadion zu sehen. Deshalb wollten wir einige Kinder unserer langjährigen Partner ins Stadion einladen. So kam es dann, dass wir gegen Augsburg knapp 100 Kids samt Betreuern verschiedenster Einrichtungen („Cantina Nest”, Drogenberatung MG, integrativer Montessori Familienzentrum Mönchengladbach, Verein “Kleeblätter 21 e.V., Fanhaus Kids, „ProJunXs“ sowie AfbJ) im Borussia-Park begrüßen durften. Eine tolle Geschichte!

Wie fiel die Resonanz aus?
Absolut positiv! Für die Kids war es ein richtiges Highlight. Das ist dann schon schön, wenn man in freudestrahlende Augen guckt – gerade bei dem mauen Ergebnis vom Samstag (lacht). Vielleicht hätte die Aktion insgesamt noch größer sein können. Für die meisten der jeweiligen Einrichtungen ist so ein Stadionbesuch aber eine große logistische Herausforderung. Und ehrlich gesagt war der Organisationsaufwand auch für uns extrem.

Das musst Du kurz erklären. Wie seid Ihr vorgegangen?
Nun ja, parallel mit sieben Einrichtungen abzustimmen, wer wie viele Karten in welcher Alters-Kategorie – also zum Beispiel U13 oder Ü13 – benötigt, braucht ja schon ein gewisses Organisationstalent. Anschließend mussten wir dann mit dem Verein schauen, wo es so viele zusammenhängende Karten gibt, um diese dann zu kaufen. Da sind schon einige Planungsstunden drauf gegangen, zig Mails hin und her geschickt und viele Telefonate geführt worden. Zum Glück hatten wir aber viele fleißige Helfer – ob vom Fanprojekt De Kull oder aus der Ultraszene. Mit dieser tatkräftigen Unterstützung konnten wir spontan sogar noch ein paar Geschenktüten für die Kids und ihre Betreuer packen.

Die sind uns am Samstag rund ums Stadion sogar aufgefallen. Papiertüten mit einem NK-Aktiv-Aufkleber drauf. Was war genau drin?
Nichts Großes – aber eine kleine Geste, die als eine Art „Willkommensgeschenk“ dienen sollte. Ein Trinkpäckchen, ein Apfel, etwas Süßes und ein Flyer über Nordkurve-Aktiv. Wir haben die Tüten am mobilen Jugendzentrum vor der Nordkurve verteilt. Dann ging es zu einem Gruppenfoto in die Südkurve, wo wir im Sitzblock über dem Gäste-Sektor gemeinsam das Spiel schauen konnten.

Kommen wir zu Eurer generellen Arbeit: Nordkurve Aktiv sorgt mit Aktionen wie dem Stadionbesuch immer wieder für Freude bei Mönchengladbacher Kindern. Welche Projekte gab es zuletzt noch?
Am Montag hatten wir unsere obligatorische Spendenübergabe in Höhe von 1.900 €. Das Geld ging dieses Mal an das Kinderhaus in Viersen. Eine tolle Einrichtung für pflegebedürftige Kinder, die jede Spende gerne entgegennimmt und sich wahnsinnig darüber freut. Wir bewerten es im Übrigen als sehr positiv, dass die Idee für diese Spende aus der Fanszene kam. Wir hatten zuvor bei Facebook einen Aufruf gestartet, uns Ideen zuzusenden. Wieder einmal ein Beispiel, dass es ohne die Unterstützung aus der gesamten Fanszene nicht funktioniert!

Das Nordkurve-Aktiv-Team bei der Übergabe im Kinderhaus Viersen.

Ganz ehrlich: Merkt man bei so einer Spendenübergabe nicht auch, wie unwichtig unsere ganzen „Problemchen“ im Alltag und im Fußball so sind?
Es ist definitiv beeindruckend, mit welcher Leidenschaft und Kraft in Einrichtungen wie dem Kinderhaus für das Leben der kleinen Patienten gerackert wird. Ja, ihr habt Recht: Man merkt schon, dass unsere alltäglichen Probleme eigentlich Lappalien sind und wie wertvoll es einfach ist, gesund und fit zu sein.

Ihr seid jetzt seit knapp sieben Jahren – also seit 2010 – am Start. Wie zufrieden bist Du mit der Entwicklung von Nordkurve Aktiv?
Nordkurve Aktiv hat sich definitiv sehr gut entwickelt. Das Projekt war ursprünglich mal „nur“ als Aktionsbündnis der Ultraszene gedacht. Auch wenn wir dort natürlich weiter unsere Wurzeln haben, glaube ich, dass wir mittlerweile voll in der aktiven Fanszene etabliert sind und unseren Platz gefunden haben. Unser Bekanntheitsgrad wächst immer weiter und damit auch unser Netzwerk. Das ist für unsere Arbeit elementar.

Gibt es eigentlich ein Kern-Ziel, das ihr für Euch formuliert habt? Also was wollt ihr mit „Nordkurve Aktiv“ genau erreichen?
Wir wollen Kontinuität, Bodenständigkeit und eine gewisse familiäre Basis vermitteln und vorleben. Und wir versuchen kontinuierlich über das Jahr hinweg Aktionen zu realisieren. Das kann dann auch mal etwas Kleineres sein. Ich glaube, mit diesem Weg haben wir eine eigene soziale Identität entwickelt und können deshalb richtig stolz auf die Entwicklung von „Nordkurve Aktiv“ sein.

Welche Aktionen sind in der Zukunft geplant?
Mit der Spendenübergabe vom Montag und dem Stadionbesuch vom Wochenende verabschieden wir uns fürs Erste in die Sommerpause. Einige weitere Ideen schwirren aber schon in den Köpfen unseres Teams herum. Mal schauen, was in den kommenden Wochen konkreter angegangen bzw. geplant werden kann. Ziel sollte aber natürlich sein, dass wir spätestens zu Beginn der neuen Saison weitere soziale Projekte unterstützen können. Dabei sind wir auch weiterhin für jeden Tipp und jede Unterstützung aus der Fanszene dankbar.

Fotos zu diesem Beitrag: Nordkurve Aktiv

Ein Gedanke zu „Nordkurve Aktiv: „Für die Kids war es ein Highlight!“

  • 11. Mai 2017 um 17:23
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    Immer wieder richtig coole Aktionen… Daumen hoch!

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