Thema verfehlt!

Die bittere 1:2-Niederlage gegen Leipzig war nicht die einzige Enttäuschung des Samstages. Ebenso ärgerlich war aus unserer Sicht das niveaulose Spruchband gegen Ralf Rangnick, das einen ansonsten guten und einheitlichen Protest der Fanszene in den Schatten stellte. Der Inhalt des Transparentes geht im Übrigen eindeutig über die Grenzen einer Kritik an Red Bull hinaus. Unser Kommentar!

Um eines direkt zu Beginn klarzustellen: 99% des Protestes unserer Fanszene gegen RB Leipzig waren kreativ und gut. Leute aus allen Teilen der Fanszene haben sich gemeinsam engagiert, um ihrem Protest Ausdruck zu verleihen. Normalos neben Ultras, Altinternationale neben Nachwuchs. Daran gibt es absolut nichts auszusetzen, im Gegenteil: ein solches Engagement, das Menschen in ihrer Freizeit an den Tag legen, ist etwas Gutes und nicht weniger als eine demokratische Vereins- und Fankultur, an der es RB Leipzig mangelt. Und uns wäre es am liebsten gewesen, wenn wir heute fröhlich-österlich nur über dieses wunderbare und schöne Zeichen eines Traditionsvereins mit einer geschlossenen und bunten Fanszene hätten berichten dürfen.

Zwischen Geschmacklosigkeit & persönlicher Beleidung

Doch dann war da eben auch dieses Plakat, auf dem zu lesen war: „Trotz Burnout und null Akzeptanz – Ein Leben voller Ignoranz“ – versehen mit dem etwas kleineren Zusatz „Fick dich Rangnick“. Wie zu erwarten wurde im Anschluss vor allen in „den Medien“ kaum über den breiten Protest gesprochen, sondern mit wenigen Ausnahmen fast ausschließlich über dieses eine Spruchband. Wer das allerdings nun den berichtenden Zeitungen und Redaktionen vorwirft oder behauptet, so etwas müsse es im Fußball und in einer freien Gesellschaft geben, der liegt falsch.

Denn es gibt vieles, was an RB zu kritisieren ist: die fehlende demokratische Vereinskultur, mangelnde Transparenz und die Bereitschaft, Statuten bis zum äußersten auszureizen oder gar zu umgehen. Auch Ralf Rangnick ist kein Liebling der Fans – er ist aus vielen Gründen eine umstrittene Figur. Auch dass er angeblich irgendwann mal in Gladbach-Bettwäsche geschlafen hat, wie gestern auf der Pressekonferenz berichtet, beeindruckt uns als Fans der einzig wahren Borussia nicht.

Fakt ist aber, dass Ralf Rangnick mit einer ernstzunehmenden und tückischen Krankheit zu kämpfen hatte. Es ist und bleibt aus unserer Sicht beeindruckend, wie er damit umgegangen ist und weiterhin umgeht. Und obwohl Ralf Rangnick eine Person des öffentlichen Lebens ist, bleibt diese Krankheit seine Privatsache. Niemand hat das Recht, sie zu instrumentalisieren – vor allem nicht unter dem Deckmantel eines angeblich kreativen und sachlichen Protests. 

Wer von RB Moral fordert, der muss sie selber liefern

Zumal eine Krankheit absolut nichts mit der (generell total gerechtfertigten) Kritik an den RB-Strukturen zu tun hat. Ihre Instrumentalisierung bietet keinen Mehrwert für die Auseinandersetzung mit diesem Bundesliga-Kunstprodukt. Im Gegenteil: Sie ist absolut fehl am Platze.

Wer RB unmoralische Machenschaften vorwirft und selbst moralische Grenzen überschreitet, der macht sich unglaubwürdig. Wenn Boulevardmedien das Privatleben unseres Sportdirektors ausbreiten, wird das in Teilen der Fanszene kritisch gesehen, weil es nichts mit dem Sport und der operativen Arbeit eines Vereinsmitarbeiters zu tun hat. Bei aller Ablehnung RB gegenüber sollten wir Fans solche selbst eingeforderten Grundsätze dann auch gegenüber Externen, in diesem Fall Ralf Rangnick und RB, wahren.

Grundsätzlich gilt ohnehin: Könnte der wesentliche und größer geschriebene Teil des Spruchbandes eben noch als Geschmacklosigkeit abgetan werden, so ist der Zusatz “Fick Dich Rangnick“ eine Beleidigung. Und da endet die freie Meinungsäußerung, auf die wir uns in einer freien Gesellschaft berufen können. 

Den Borussen-Kodex missachtet

Es spielt am Ende auch keine Rolle, von wem das Spruchband kam. Wir unterstellen niemandem eine tatsächlich böse Absicht. Vermutlich hat es sich einfach um eine Gedankenlosigkeit gehandelt. Nun täte die Fanszene aus unserer Sicht aber gut daran, sich nicht als Opfer einer Medienkampagne zu inszenieren. Natürlich schießen einige Redaktionen gerade übers Ziel hinaus und schreiben lächerlich schlecht recherchierte Unwahrheiten oder unterschlagen die fast durchgängig positiven anderen Spruchbänder. 

Das Spruchband hat aber eben eine Grenze überschritten und hatte nichts mit sachlicher Kritik zu tun. Darauf hinzuweisen ist leider auch die Aufgabe der Medien. Das sollte aus unserer Sicht auch der FPMG Supporters Club einsehen, der die Berichterstattung in seinem heute veröffentlichen Statement als „unser Ostergeschenk“ bezeichnet hat und vermutet, dass „Proteste ohne Überschreiten von Grenzen nicht wahrgenommen werden“. 

Wir halten so eine selbst gewählte Opferrolle für einen großen Fehler! Zumal damit auch der selbstauferlegte Borussen-Kodex konterkariert wird, in dem es heißt:  „ […] hierzu gehört auch die Gestaltungsfreiheit bei der optischen Unterstützung. Dabei ist uns stets bewusst, dass wir mit den Aussagen und Motiven Verantwortung für die gesamte Nordkurve übernehmen.“

Das diskutierte Spruchband fällt da ganz eindeutig durch. Denn in der Nordkurve stehen sehr viele Menschen, die sich von der Instrumentalisierung einer Krankheit deutlich distanzieren. Das sollte die gesamte Kurve tun, weil es den guten Protest überschattet und wesentliche Werte, für die Borussia steht, missachtet hat. Das ist schade. Denn der Protest war wichtig gut und vielfältig. Doch er ist nicht glaubwürdig, wenn er einzelne Personen diffamiert.

24 Gedanken zu „Thema verfehlt!

  • 21. April 2019 um 17:35
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    Wo genau liegt hier eine Beleidigung vor?
    Darin, dass er sich ficken soll?
    Naja, solche Sprüche bringen inzwischen 5-jährige vor der Kita – also direkt verhaften, oder was?
    Oder liegt die Beleidigung im Hinweis auf seine Erkrankung und darauf, dass er sich dennoch von einem Menschenverachtenden Konzern bezahlen lässt und sich nicht um die asozialen Machenschaften seines Arbeitgebers schert?
    Zur Erinnerung: Einige Opfer des Pissbrühekonzerns haben nicht nur ein Burnout, sondern sie von diesem Dreckskonzern in den Tod getrieben worden.
    Ein Bekannter von mir raucht trotz Lungenkrebs immer noch seine zwei Packungen Zigaretten am Tag und sponsort somit ignoranterweise die menschenverachtende Tabakindustrie.
    Hab´ ich Ihn jetzt beleidigt, weil ich seine Krankheit benannt habe?

    Ich hab´ weiss Gott nichts mit den soganannten “Ultras” am Hut (falls die überhaupt für diese Banner verantwortlich sind), aber warum ihr Protest so deutlich wird, das scheinen die ach so moralischen Damen und Herren, die sich jetzt ganz groß aufregen komplett auszublenden.
    Man kann doch froh sein, dass die Gegner dieser Produktvermarktung so besonnen sind und nur verbal ihren Abneigung deutlich machen – in den 60ern hätte das RB Headquarter gebrannt!
    Und bei dieser Thematik heucheln sich auch unsere Vereinsverantwortlichen ganz schön was zusammen.
    Wie soll Max Eberl gesagt haben: “Man kann zu RB stehen, wie man will. Aber die Personen haben damit nichts zu tun.” Also entweder hat er nicht genau darüber nachgedacht, was er da sagt, oder er sieht Herrn Mateschitz und seine Schergen nicht als Personen an – womit ich allerdings schon wieder bei ihm wäre!

    Antwort
    • 22. April 2019 um 8:46
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      Wenn ich deine Antwort hier lese, hab ich keine Fragen mehr. Da frag ich mich nur noch, welche Erziehung du genossen hast. Unglaublich!

      Antwort
      • 26. April 2019 um 5:21
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        Moin Gabilein, meinst Du mich? Ich habe nicht geantwortet, sondern kommentiert.
        Antworten kannst Du mir vielleicht auf meine Fragen, oder?
        Erklär mir doch bitte den Tatbestand der Beleidigung beim Satz “Trotz Burnout und Null Akzeptanz ein Leben voller Ignoranz”. Hier wird lediglich im Rahmen der erlaubten freien Meinungsäußerung eine Haltung beschrieben, die objektiv betrachtet äußerst Fragwürdig erscheint und die das heuchlerische Auftreten des Herrn Rangnik durchaus treffend beschreibt. Hast Du da eine andere Meinung?
        Was die Erziehung betrifft – speziel im Zusammenhang mit dem Zusatz auf dem Banner – , da empfehle ich Dir (auch wenn Du keine eigenen Kinder haben solltest) mal auf den Schulhof der nächsten Grundschule zu gehen und die Kinder dort bei ihrer Konversation zu belauschen.
        Aber Vorsicht! Dir werden wahrscheinlich die Ohren abfallen! Naja, das muss man im Zeitalter der frei verfügbaren Pornographie auf den Smartphones (welche die progressiven aber ach so besorgten Eltern Ihren Kindern ja schon zum 3. Geburtstag schenken müssen) wohl hinnehmen.
        Oder bist Du gar ein überzeugter Konsument des östereichischen Chemiedrinks und aller Werbeaktionen des Diktators aus Fuschl am See und musst Dich schützend vor diesen über Leichen gehenden Großindustriellen stellen um ihn vor allzu harten Worten zu schützen?
        Dann schau doch lieber zu, wenn er Leute von Hochhäusern springen lässt und lass uns den Fußball.

        Danke!

        Antwort
    • 24. April 2019 um 22:58
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      In welchen Rausch sind Sie denn? Das was Sie absondern bezeichne ich als Hetze und, Sorry, an Dümmlchkeit nicht zu überbieten. Wiederlich.

      Antwort
      • 26. April 2019 um 5:22
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        Vielleicht können Sie Gabi ja helfend zur Seite stehen…

        Antwort
  • 21. April 2019 um 18:05
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    Guter Kommentar, man hätte das ganze auch anders machen können… hier mal meine Gedanken dazu…

    Ich habe heute den Nachbericht des FP zu der gestrigen Aktion gelesen. Mit etwas Erstaunen musst ich feststellen, wie das Anti-Rangnick-Plakat zu rechtfertigen versucht wird. Dem kann ich nicht ganz folgen. Nicht immer muss ein Protest derart provozierend sein um Anklang oder Aufmerksamkeit zu finden. Zumal diese dann vielleicht den „Gegner“, wie gestern auch geschehen, in die Opferrolle bringt und die eigentliche Sache aus dem Blick gerät… so liegt der „schwarze Peter“ mal wieder bei uns, nicht bei denen… Stattdessen hätte man sich etwas mehr Kreativität wünschen können. Denn diese Form des Protests war aus meiner Sicht (wie das Schweigen zuvor) nicht sonderlich kreativ. Leider war es mir aufgrund meines weiten Wohnorts (Frankfurt) leider nicht möglich im Vorfeld vielleicht Ideen unter der Woche einzubringen… daher vielleicht auf diesem Wege für die nächsten Spiele…

    Eine kreative Idee wäre es vielleicht gewesen, die Vorzüge und Errungenschaften unseres Clubs herauszustellen und zu zeigen, was RB nie erreichen wird…!!! Hier mal ein paar kleine Ideen:

    Jeder zeigt sein Kennzeichen auf einem Transparent um zu zeigen, wo die Borussen überall herkommen… so zeigen wir die deutschlandweite Akzeptanz und Beliebtheit unserer Borussia

    Man hätte eine Choreografie aller (oder ausgewählter) Jugendspieler machen können um zu zeigen, dass bei uns viele Jungs aus dem eigenen Stall den Weg zu den Profis geschafft haben…

    Ebenso hätte man alle Fanclubs, die wir haben, in irgendeiner Form in der Kurve darstellen können um zu zeigen, wie weit die vertreten sind und wie lange es diese schon gibt…

    Diese Liste hätte sich wahrscheinlich beliebig weiterführen lassen können… das wäre vielleicht die etwas kreativere Lösung gewesen und hätte auch eine gute mediale Resonanz hervorgerufen, vor allem weil man sich vielleicht dadurch auch etwas von den anderen Fanszenen abgehoben hätte…

    Was aber auch deutlich ist… nein zu RB ✌🏻

    Antwort
    • 21. April 2019 um 19:00
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      Kleiner Ergänzung bzw. Änderung… in der Wir-Form, da wir mehrere sind 🤘🏻

      Wir haben heute den Nachbericht zu der gestrigen Protestaktion gelesen. Mit etwas Erstaunen mussten wir feststellen, wie das Anti-Rangnick-Plakat zu rechtfertigen versucht wird. Dem können wir aus unserer Sicht keineswegs folgen. Vor allem nicht, wenn es sich um den Dachverband aller Fanclubs und Fans handelt! Nicht immer muss ein Protest derart provozierend sein um Anklang oder Aufmerksamkeit zu finden! Und auch die Karte Meinungsfreiheit sollte in diesem Kontext nicht gespeilt werden. Denn die Freiheit der Meinung des einen Menschen hört da auf, wo es bewusst gegen dem anderen Menschen geht. (Und ja, auch wir schimpfen oder beschimpfen den Gegner das ein oder andere Mal. Nur ist es für uns ein Unterschied ob dies vielleicht aus der Emotion heraus passier oder bewusst gemacht wird). Dass heißt aber auch, dass man andere Lebensweisen/Werte vielleicht nicht mag, aber sie trotzdem akzeptieren muss. Vor allem dann nicht, wenn es sich um ernstzunehmende und schlimme Erkrankungen handelt. Wie würden wir damit umgehen, wenn einer unserer Spieler, Trainer oder Offiziellen eine solche Erkrankung öffentlich macht? Würden wir ihn unterstützen oder ihn auch niedermachen? Die Antwort dürfte jedem klar sein, sodass man sich diese Doppelmoral getrost sparen könnte.
      Zumal diese dann vielleicht den „Gegner“, wie gestern auch geschehen, in die Opferrolle (in Bezug auf den Fußball) bringt und die eigentliche Sache völlig aus dem Blick gerät… so liegt der „schwarze Peter“ mal wieder bei uns (allen Fans), nicht bei denen, die unseren Sport so unterwandern. Stattdessen hätte man sich etwas mehr Kreativität wünschen können. Denn diese Form des Protests war aus unserer Sicht (wie das Schweigen zuvor) nicht sonderlich kreativ. Leider war es uns aufgrund unseres weiten Wohnorts (in der Nähe von Frankfurt) leider nicht möglich im Vorfeld vielleicht Ideen unter der Woche einzubringen. Daher vielleicht auf diesem Wege für die nächsten Spiele…
      Eine kreative Idee wäre es vielleicht gewesen, die Vorzüge und Errungenschaften unseres Clubs herauszustellen und zu zeigen, was RB nie erreichen wird…!!! Denn darum sollte es doch gehen! Um die Liebe zu unserer Borussia. Wenn man diese Liebe darstellt kann man auch die Abneigung gegen das Konstrukt zum Vorschein bringen!

      Hier mal ein paar kleine Ideen, wie man vielleicht hätte anders vorgehen können:

      Jeder Fan zeigt sein oder das Kennzeichen eines Bekannten/Verwandten auf einem Transparent um zu verdeutlichen, wo die Borussen überall herkommen und wie sie ihre Kennzeichen mit ihrem Club gestalten. So zeigen wir die deutschlandweite Akzeptanz und Beliebtheit unserer Borussia.

      Man hätte eine Choreografie aller (oder ausgewählter) Jugendspieler machen können um zu zeigen, dass bei uns viele Jungs aus dem eigenen Stall den Weg zu den Profis geschafft haben.

      Ebenso hätte man alle Fanclubs, die wir haben, in irgendeiner Form in der Kurve darstellen können um zu zeigen, wie weitläufig diese vertreten sind und wie lange es diese schon gibt.

      Diese Liste hätte sich wahrscheinlich beliebig weiterführen lassen können…
      Das wäre vielleicht die etwas kreativere Lösung gewesen und hätte sich auch eine gute mediale Resonanz hervorgerufen, vor allem weil man sich vielleicht dadurch auch etwas von den anderen Fanszenen abgehoben hätte… vielleicht hätten wir dann rausstellen können, warum WIR etwas Besonderes sind, und damit besser als alle anderen!!

      Was aber auch deutlich ist… nein zu RB ✌🏻

      Antwort
      • 21. April 2019 um 22:04
        Permalink

        Ein wirklich lesenswerter, konstruktiver Beitrag! Hoffentlich können wir mal so etwas in der nächsten Saison mache, um unsere Haltung zum Marketingvehikel zu zeigen.

        Oder warum nicht mal wieder einen Flagday, um den lächerlichen Haufen an Bullen im Gästeblock optisch zu zeigen, was Support heißen kann …

        Nein zu RB!

        Antwort
        • 21. April 2019 um 22:56
          Permalink

          Danke! Wir haben dies als Fanclub auch mal an das Fanprojekt geschrieben… Mal schauen 😉

          Antwort
  • 21. April 2019 um 21:23
    Permalink

    Unsere Borussia steckt in einer heftigen Krise. Anstatt das zu thematisieren, verfasst man tatsächlich vor dem Spiel gegen Leipzig einen Beitrag zu RB mit all seinen Begleiterscheinungen. Jetzt, wo der mediale Aufschrei nach dem Spiel riesengross ist, krebst man zurück und will mit all dem nichts zu tun haben. “Thema verfehlt” – sehr richtig. Allerdings trifft das auf euren Beitrag vom vergangenen Donnerstag “RB – zwischen Protest und Realität” zu. In die gleiche Kategorie gehört auch ein Beitrag wie “Düsseldorf – Derby oder nicht”.

    Nochmal, es geht hier um ganz andere Probleme. Es ist an der Zeit endlich einmal vor der eigenen Haustüre zu kehren (und zwar nicht im Stile des FohlenEcho). Wie wäre es mal mit einem Beitrag zum Thema: Unsere Lichtgestalt Max E. – wie lange ist er nach all den Pleiten, Pech und Pannen der letzten Jahre noch tragbar.

    Das wäre mutig. Oder fällt das jetzt unter Nestbeschmutzung.

    Bei der Gelegenheit noch herzliche Grüsse von Nico Schulz;-).

    Antwort
  • 21. April 2019 um 21:59
    Permalink

    Der Richtung des Kommentars ist aus meiner Sicht absolut zuzustimmen. Dass allerdings “99%” der Plakate okay waren, finde ich überhaupt nicht.

    Was sollen Botschaften wie “Tod den Bullen”, “Bullen aufs Maul” undundund? All diese Plakate lassen uns als eine Fanszene von Hirntoten erscheinen, sie sind einfach nur über das Ziel schießend provokant und bringen dem eigentlichen Anliegen, Öffentlichkeit zu schaffen, aber mal gar nichts.

    Die Öffentlichkeit mit Witz und etwas Geistreichtum auf die eigene Meinungsseite zu ziehen, das hätte etwas. So aber bleibt der Protest in der Wahrnehmung dumpf, dumm und in weiten Teilen wirkungslos.

    Antwort
    • 22. April 2019 um 8:03
      Permalink

      Liebe Gladbachfans, schon immer fand ich eure Mannschaft symphatisch, aber als gebürtiger Leipziger, mag ich RB besonders. Es war nicht nur ein Spruch, der mich verärgert hat. Mich wegen einer Fussballmannschaft als Ratte zu beschimpfen oder den Tod an den Hals zu wünschen finde ich fürchterlich. Vielleicht beschäftigt ihr euch etwas mehr mit der schönen Stadt Leipzig. Hier wurde der DFB gegründet, der erste deutsche Fussballmeister (VfB) kam aus Leipzig, das größte Fussballstadion Europas stand hier. Von hier aus würde das SED-Regime weggejagt und letztlich die Mauer geöffnet. Leipzig ist die am dynamischsten wachsende Stadt Deutschlands mit einer unglaublichen Geschichte in Sport, Kultur, Musik, Literatur und Handel. Fährt doch einfach Mal hin. Bekannt ist doch: Ohne Moos nichts los und das hat vor allem im Fussball bedenkliche Ausmaße angenommen. Und Leipzig hat eben das Angebot der Brause angenommen und jetzt ein richtig starkes Team. Der im Fussball unter entwickelte Osten brauchte das!! Oder würden die Obstvereine nach der Einheit nicht für Geld leergekauft? Da andere deutsche Geldgeber nicht zu finden waren, hat es eben zum Glück ein Österreicher getan. Und eine Brausefirma ist keine kriminelle Bank, kein verlogener Autokonzern oder eine Panzerschmiede für die Saudis. ( Was trinkt ihr denn so? Coke?, Pepsi? Evian?, Warsteiner?Oder irgendetwas von vom Budweiser- Konzern? Auch die Borussia muss sich dem Markt anpassen und Geldgeber finden. Hans Meyer, der Trainer aus Jena, der euch vor dem Absturz bewahrt hat, findet RB übrigens als Bereicherung. Ich muss nicht alles gut finden, was RB da als Verein macht, aber sie spielen einen klasse Fussball und darüber freue ich mich sehr!!!

      Antwort
      • 26. April 2019 um 6:41
        Permalink

        Bester Ingolf,

        Sie haben leider nicht begriffen, um was es geht!
        Leipzig mag eine tolle Stadt sein und ihre Bewohner sind wahrscheinlich alle sehr nette Leute.
        Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich die Menschen, die sich dem Werbeträger dieses Drecksunternehmens aus Österreich verschrieben haben, für die Machenschaften eines Despoten missbrauchen lassen.
        Das Emblem dieses Produktes gleicht exakt dem des Konzerns – alleine das ist schon ein Zeichen dafür, dass es nicht um Leipzig, sondern einzig um den Absatz der Pissbrühe geht.
        Hätte sich der SSV Markranstädt nicht kaufen lassen, dann wäre Mateschitz nach Dresden, Cottbus, Rostock oder Aue gegangen. Dort hätte er allerdings auf das tolle, vom Steuerzahler finanzierte 116Mio.€ – Stadion verzichten müssen.
        Ein Schlag ins Gesicht z.B. des KSC oder anderer Vereine, die sich bemühen auf sportlichem Weg in die 1.BL zu kommen und wegen fehlender Tribünendächer den Mittelfinger gezeigt kriegen.

        Antwort
    • 22. April 2019 um 10:43
      Permalink

      Aber mal sowas von auf den Punkt gebracht,danke.
      Diese,ich sag es mal so,”Wandlung” in der sogenannten Fanszene in u.
      um Mönchengladbach herum beobachte wir “Auswärtigen”( ich komme aus SH) schon die
      letzten 3-4 Jahre.Ich habe als Mitglied auch bisher das Fanprojekt unterstützt,aber die versuchte
      Rechtfertigung des FP gegenüber der Aktion(en) stossen mir “sauer” auf!
      Quo Vadis FPMG Supportes Club…vielleicht mal intensivere “Fanbetreuung” in den eigenen Reihen!
      BG aus SH
      Michael

      Antwort
      • 22. April 2019 um 23:56
        Permalink

        Der beste Protest wäre ein 4:1 Heimsieg gewesen. Alles andere ist in dieser Kommerzliga Nonsens. Und jede gekaufte Dauerkarte/ Eintrittskarte und jeder Schal und jedes Trikot sponsern diesen Kommerz. Die Scheinheiligkeit dieser sogenannten Fans wird sich spätestens offenbaren, wenn man nächstes Jahr einen Trainer namens Rose bejubelt ( hoffentlich gibt es was zu jubeln), der sich „von einem Menschenverachtenden Konzern bezahlen lässt und sich nicht um die asozialen Machenschaften seines Arbeitgebers schert?“ ( siehe @ Scott). Willkommen bei der Borussia Herr Rose. Irgendwie scheinen Sie die beste Antwort auf die Aktionen dieser Klamaukfans zu sein.

        Antwort
  • 23. April 2019 um 6:29
    Permalink

    @DocMa: Sie haben vollkommen Recht! Das Herr Rose sich 6 Jahre lang in den Dienst des Herrn Mateschitz gestellt hat ist ein Makel, den er nicht mehr verlieren wird.
    Er hätte mit Sicherheit auch einen weniger bedenklichen Arbeitgeber finden können – wenn er denn so ein guter Trainer ist.
    Nun wechselt er zu einem solchen.
    Aber ob Marco Rose in der Lage ist, zwischen den “Leitplanken der Gladbach-Philosophie” erfolgreich zu arbeiten muss er ja erst noch zeigen. Hier wird ihm kein Mateschitz die Spieler aus der privaten Geldschatulle bezahlen.
    Mal sehen, ob er gute Herr Rose wirklich der Messias ist, für den ihn die ganzen Experten halten.
    Und mal sehen, ob er sich nicht doch irgendwann ärgert, nicht nach Gazprom 04 oder zur VW Sportabteilung gegangen zu sein.

    Antwort
  • Pingback:Presse 23.04.2019 | rotebrauseblogger

  • 23. April 2019 um 10:45
    Permalink

    Mein lieber Gott, wie lange wollt ihr euch noch über RB Leipzig aufregen. Fakt ist doch, diese Mannschaft hat sich in der Bundesliga etabliert. Über Hoffenheim regt sich auch keiner mehr auf! Akzeptiert Leipzig doch einfach! Ihr sollt diesen Verein doch nicht lieben und heiraten.
    Und wie lange liegt Rangniks Burnout schon zurück?! Da immer noch mit Spruchbändern drauf rumzureiten ist lächerlich. Auch wenn er nicht gerade ein Sympathieträger ist. Und was ist mit Marco Rose? Wo kommt der denn her? Auch von einem Klub der von Red Bull gesponsort wird. Aber da schreien alle Hurra! Oder haben für ihn auch schon einige Spruchbänder bereit.

    Antwort
    • 27. April 2019 um 17:56
      Permalink

      Lieber Rotebrauseblogger,

      wenn Du in Deinem Leben mit der Strategie gut gefahren bist, immer alles einfach hinzunehmen und Dir keine Gedanken über irgendwas zu machen, dann herzlichen Glückwunsch. Man sagt ja, das phlegmatische – um nicht zu sagen dumme – Menschen die glücklicheren sind.
      Als selbstdenkender Mensch kann ich sowas allerdings nicht und ich bin auch froh, dass das so ist.
      Wenn alle Deine Einstellung hätten, dann würde heute noch die Mauer stehen oder die Nazis wären noch am Ruder.

      PS: Weder die Rotzbrühe- oder die SAP-Sportabteilung, noch die Monsantogymnastikruppe oder die Werksmannschaft von VW werden je von mir “akzeptiert” werden.
      Und der Herr Rose muss erst mal beweisen, dass er auch ohne die Millionenzukäufe eines Mäzen ein guter BL-Trainer ist.

      Antwort
  • 26. April 2019 um 14:11
    Permalink

    Mitgedacht, Ihr seid so wichtig für die Szene mit euren Texten … Nicht !

    Antwort
    • 27. April 2019 um 0:19
      Permalink

      Danke für diesen qualifizierten und mindestens ebenso wichtigen Kommentar, Daniel. Begründe das doch gerne inhaltlich und wir kommen sicher ins Gespräch! Bis dahin die besten Grüße von den vier MitGedacht.‘lern

      Antwort
  • 30. April 2019 um 20:17
    Permalink

    Ich stimme eurem Kommentar voll und ganz zu.
    Das war mehr als ein Eigentor für unsere Fanszene, da weder um ein Grundsatzprinzip zum Protest noch um eine kreative oder provokative Auseinandersetzung. Aggressive, diffarmierende und beleidigende Rhetorik mag sich im Ultra(affinen-)kontext zu etablieren, zeugt meiner Meinung nach allerdings von Unkreativität. Wer Argumente hat, hat das nicht nötig!
    Warum das FP dieses Vorgehen verteidigt frage ich mich auch. Hat man den Ultras versprochen, ihnen in jedem Fall den Rücken zu stärken?
    Verstehe die Beziehung da nach wie vor nicht und habe zum Teil das Gefühl, dass FP lässt sich hier und da vor ‘nen Ultra-Karren spannen.

    Antwort

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