Max Eberl – Teil 2: „Unser Sport driftet mir zu sehr in die Unterhaltung ab!“

Teil zwei unseren Interviews mit Max Eberl. Nachdem es im ersten Part vor allem um die vergangene Saison sowie Eberls persönliches Wirken in Mönchengladbach ging, schauen wir nun auf die kommende Spielzeit und beleuchten das Scouting der Borussia etwas genauer. Zu Beginn geht es aber vor allem um die Fans und einige fanpolitische Themen. Besonders hier, das haben wir im Interview sofort gemerkt, gab es bei Eberl Gesprächsbedarf. Uns hat das gezeigt: Dieser Mann interessiert sich nicht nur für die Fans, er ist leidenschaftlich und voll dabei.


Max, kommen wir zu den Fans: In der aktiven Fanszene wird die Entwicklung des Vereins sportlich natürlich positiv gesehen. Einige Fans glauben aber, der Verein habe sich ein Stück von der Basis entfernt. Häufiger Vorwurf: Borussia würde nur noch auf die Außenwirkung achten und Claims wie die „Fohlenelf“ oder Gesänge wie „Auf, auf, auf in die Champions League“ marketingmäßig ausschlachten. Verstehst Du solche Vorwürfe?
Nein, so ganz nachvollziehen kann ich das nicht. Ich verstehe zwar, dass es Tradition gibt und viele Fans darauf schwören. Es gibt aber eben auch die Neuzeit und die Aktualität, in der wir alle leben. Auf der einen Seite erwarten alle von uns, dass wir mit der Zeit gehen. Dann sollen und wollen wir gleichzeitig auf die Tradition achten. Ich weiß, dass dieser Klub, eine unglaubliche Strahlkraft durch das Ganze hat. Mannschaft, Verein, Fans – das ist ein Riesen-Faustpfand für uns. Für mich muss es dennoch so sein, dass gewisse Dinge benutzt werden, um Borussia und den ganzen Verein stabil zu halten.

Heißt: Die Fans sollten aus Deiner Sicht Claims wie die „Fohlenelf“ mittragen?
Das wünsche ich mir. Mit der „Fohlenelf“ wollen wir uns abgrenzen von anderen. Das steht für unseren Weg. Es gibt aber auch andere, weit tiefgreifendere Debatten. Wir werden irgendwann an den Punkt kommen, dass wir als Verein entscheiden müssen: Lassen wir jemanden zu, der dem Verein mehr Möglichkeiten gibt. Wenn wir alle zusammen sagen „Wir wollen das nicht“, dann wäre das eine klare strategische Entscheidung. Aber wir sollten wissen, dass wir dann vielleicht nicht mehr diese Hochphasen der vergangenen fünf Jahre erleben. Fakt ist: Wir dürfen unsere einzigartige Tradition keinesfalls vernachlässigen. Ich habe aber von einigen Fans gehört: Egal, ob erste oder zweite Liga – es zählt nur die Tradition. Dafür stehe ich nicht. Weil ich den Ehrgeiz habe, diesem Klub sportlichen Erfolg beizubringen. Jetzt kann man natürlich sagen: Mit zehn Euro kannst du auch einen guten Job machen. Aber ich möchte den bestmöglichen Job machen, also möchte ich auch so viel Geld wie möglich haben – im Rahmen unserer Werte und Vorgaben.

Da wollen wir noch einmal einhaken: Du hast erwähnt, dass der Verein sich irgendwann fragen wird, ob er externe Geldgeber haben möchte oder nicht. Würdest Du dir aus sportlicher Sicht manchmal einen Geldgeber wie Mateschitz oder einen Gönner wie Martin Kind in Gladbach wünschen?
Also ich wünsche mir auf keinen Fall einen Ismaik. Das können wir mal ganz klar festhalten. Das sollte im deutschen Fußball übrigens auch das abschreckende Beispiel für alle Vereine sein. Man sieht aber ja schon, wie fragil das ganze Gebilde ist: Ismaik klagt jetzt gegen die 50+1-Regel. Wir sind ein klarer Verfechter von 50+1. Wir sind der Überzeugung: Der Verein muss der starke Part sein. Und dennoch kann man strategische Partnerschaften abschließen. Das ist aber etwas Anderes, als wenn ich einen Mäzen dazu hole, der drei Spieler kauft, dann die Lust verliert und nach einem Jahr wieder weg ist. Dann ist der Verein am Boden. Leider muss ich wieder den Klassenprimus nennen.

Die Bayern also?
Genau. Es gibt Modelle und Partnerschaften, bei denen große Firmen mit einem Fußballverein zusammen agieren. Ich sage: Wenn wir gute strategische Partner finden, die zu Borussia passen, dann wäre ich nicht abgeneigt.

Läuft die Suche da schon?
Nein, eine konkrete Suche gibt es nicht. Aber man merkt natürlich, dass sich das Sponsoring entwickelt. Früher hast du einen Sponsor gehabt – zum Beispiel Erdgas. Da gab es dann einen Vertrag für drei Jahre und das war’s. Heute gibt es verschiedene Partnerschaften und Modelle, die sich da zwischen Firmen und dem Verein entwickeln. Wir merken auch, dass wir als Verein aufgrund unseres Erfolges, unserer Philosophie, der Tradition und des Auftretens der Fans interessant sind.

Foto: Tim Siebmanns für MitGedacht.

Dann nur mal ganz illusorisch gedacht: Was müsste ein strategischer Partner denn für Sie mitbringen, um ein Geschäft mit Borussia abzuschließen?
Er muss so sein, wie Borussia in der Öffentlichkeit auftritt und geführt wird. Das bedeutet Werte wie Ehrlichkeit, Bodenständigkeit, keine Spinnereien und Übertreibungen, alles stabil und solide, gepaart mit einer gewissen Aufbruchsstimmung. So einen Partner könnte ich mir vorstellen.

Das ist aber ein schwieriges Unterfangen, oder?
Natürlich ist das nicht einfach. Wenn es einfach wäre, würde es jeder machen. Wir haben mit Puma jetzt einen Partner gefunden, der auch für unsere Geschichte und Tradition steht. Wer weiß, was in ein paar Jahren passiert. Wir wünschen uns, dass wir weiter mit 10.000 zur Spanischen Treppe fahren und trotzdem mit Demut nach Augsburg reisen. Das ist das, was Borussia ausmacht.

Kommen wir noch einmal zurück zur generellen Fan-Entwicklung in Deutschland: Nicht nur bei Borussia, auch in anderen Vereinen zeichnet sich ab, dass viele Anhänger „fußballsatt“ sind. Du hast zuletzt im Focus-Interview die Ausschlachtung des Fußballs kritisiert. Verstehst Du Fans, für die der Volkssport Fußball nicht mehr die Faszination wie noch vor 10 Jahren hat?
Ich beobachte den Fußball schon mit Argusaugen und habe auch ein bisschen Respekt vor der Entwicklung, die er da gerade nimmt. Beispiel Pokalfinale: Diese Unmutsbekundungen waren ja ein klares Zeichen, dass das, was gerade passiert, nicht gewollt ist. Es sollte klar sein, dass wir jetzt nicht alles wie früher machen können. Aber ich finde auch, dass Helene Fischer nicht in der Halbzeit im Stadion singen muss. Wir brauchen nicht alles, was in Amerika funktioniert auch bei uns. Wir haben eine eigene Kultur und unseren eigenen Sport. Er entwickelt sich rasant und auch nicht ungefährlich, zum Beispiel bei Transfers.

Merkst Du das auch im Tagesgeschäft?
Auf jeden Fall. Dass etwa bei Zakaria jetzt eine für einen so jungen Spieler relativ hohe Ablösesumme fällig ist, das ist heutzutage keine Sensation mehr. Bei Spielern, die nach England wechseln, sind es fast immer 30 oder 40 Millionen. Das ist für mich eine Gefahr. Aber zurück zur allgemeinen Entwicklung im Fußball: Ich sehe es genauso, dass der Fußball nicht jedem Euro hinterherlaufen muss. Natürlich müssen die Einnahmen stimmen, damit wir etwas bieten und die Zukunft sichern können. Aber ich bin kein Freund von Pausenshows und Feuerwerken, die mit dem Fußball nichts zu tun haben. Das wollen die Fußballfans nicht. Und das müssen wir spüren als Vereine und auch als Verbände. Vielleicht wünscht sich ein kleiner Teil des Publikums diese Show. Wir müssen aber nicht versuchen, jetzt auch noch die Leute von Party-Veranstaltungen mit ins Boot zu holen. Das will ich nicht! Fußball soll Fußball bleiben. Und da stört mich gleich noch eine andere Sache.

Und zwar?
Leider rückt das Spiel allgemein immer mehr in den Hintergrund. Das Fußballspiel ist meist nur noch Vehikel, um irgendwelche Storys zu kreieren: Spieler X ist ein Superstar, Trainer Y der Loser, der eine Verein verhält sich katastrophal, der andere Spieler ist mit dem Topmodel XY zusammen und ein anderer fährt dieses oder jenes Auto. Das sind Geschichten, die die Fußball-Berichterstattung momentan schreibt. Unser Sport driftet mir zu sehr in die Unterhaltung ab. Das Sportliche kommt zu kurz. Es geht nur noch um die Storys drum herum. In die Diskussion, warum man das Spiel 1:2 verloren hat, kommt man meist gar nicht mehr rein.

Ich verstehe die Fans wegen Übersättigung und der Eventisierung. Ich verstehe Fans aber nicht, die unsere Mannschaft nicht unterstützen und die beim 1:1 gegen Augsburg gegen die eigenen Spieler pfeifen.

Naja, viele aktive Fans führen diese Diskussion schon. Viele sind sogar genervt von den Storys über Freundinnen, Autos oder Party-Nächte…
Das hoffe ich auch. Da brauchen wir Euch Fans auch. Der Fußball hat kein einfaches Umfeld und wir leben in keiner einfachen Zeit. Seitdem ich bei Borussia bin, versuchen wir unseren Weg zu gehen und suchen auch den Kontakt zu den Fans. Das mag ich an Borussia auch sehr. Andere Vereine haben nicht mehr diesen engen Draht zu ihren Fans und das merkt man auch.

Wir hören aus Deinen Aussagen zwar konstruktive Kritik an Fans heraus, aber auch eine Menge Verständnis. In letzter Zeit hat sich zwischen aktiven Fans und den Verbänden, wie DFB, UEFA oder FIFA, ein Konflikt entwickelt. Viele Anhänger fühlen sich ungerecht behandelt und sehen ihre Interessen vom Verband nicht vertreten. Verstehst Du ihren Protest?
Ganz kurz zur Klarstellung: Ich verstehe die Fans wegen Übersättigung und der Eventisierung. Ich verstehe Fans aber nicht, die unsere Mannschaft nicht unterstützen und die beim 1:1 gegen Augsburg gegen die eigenen Spieler pfeifen. Grundsätzlich sollten wir schauen, dass wir im Fußball die Volksnähe nicht verlieren. Die Verbände haben sicher die eine oder andere Gelegenheit verpasst, bei der man vielleicht mal auf die Fans hätte zugehen können. Aber liegt es vor allem bei uns Vereinen Fan-Nähe zu bewahren. Und da dürfen wir uns nicht hinter Verbänden verstecken. Wir haben den direkten Draht zu den Fans.

Aber wären Vereine wie Borussia nicht auch mal am Zug, die Fans gegen Verbände wie die Uefa zu verteidigen? Beispiel: Borussia bekam von der UEFA eine Strafe für das Spruchband „UEFA – we care about Money“, das den Slogan „We care about Football“ abänderte. Das ist doch eine freie Meinungsäußerung!
Ich verstehe die Diskussion um UEFA und FIFA und manche Vorgänge dort, die auch ich nicht gutheiße. Es gibt aber gewisse Auflagen von der UEFA, die sehr streng sind. Es gibt Regeln, an die wir uns halten müssen. Noch einmal zum Beispiel Pokalfinale: Da hat sich Fußball-Fan-Deutschland in anderer Art und Weise nicht von der besten Seite präsentiert. Stichwort Pyro. Das ist eben verboten und wir erwarten von unseren Fans ganz klar, dass sie sich an die Regeln halten. Das gehört auch zu unserem Weg und zu unserer DNA – siehe Borussen-Kodex. Die Fans sollen und dürfen auch ihre Meinung auf Bannern oder Plakaten äußern. Gewisse Dinge wollen wir aber nicht sehen. Da denke ich vor allem an die Schalke-Choreo.

Du spielst auf die kleinen Streitigkeiten mit den Ultras an…
So ist es. Es gab da also diese Schalke-Choreo, bei der wir gesagt haben, dass sie in dieser Form bei uns im Stadion nicht gezeigt wird. Dann gab es fehlerhafte Kommunikation von mehreren Seiten, die zum Unglücksfall mit der zerstörten Frankfurt-Choreo führte. Das war natürlich alles verdammt unglücklich. Dass man gewissen Unmut hat, kann ich nachvollziehen. Aber warum bestraft man eine Mannschaft, die gerade um Europa kämpfen konnte?

Foto: Tim Siebmanns für MitGedacht.

Da diskutiert ja auch die Fanszene sehr kontrovers drüber. Sicher ein schwieriges Spannungsfeld, wobei die Ultras sich nun einmal so entschieden haben. Uns wurde immer wieder gespiegelt, dass viele Ultras enttäuscht über das Verhalten von Borussia waren. Sie hätten sich gewünscht, Borussia hätte öffentlich Fehler eingestehen können…
Ich möchte das Thema gar nicht zu hoch hängen. Klar ist: Die Kommunikation mit den Ultras ist da, es gab sie auch unmittelbar nach dem Choreo-Unglück. Natürlich wurden Fehler gemacht. Dass Borussia Mönchengladbach oder die GEM alleine dafür die Verantwortung tragen, ist aber falsch. Man erwartet immer ein Miteinander von allen Beteiligten – das gilt auch in diesem Fall. Da stehen auch die Ultras in der Verantwortung. Es ist mir auch zu einfach, jetzt zu sagen: Das war der Auslöser, weil zuvor schon andere Sachen passiert sind. Am Wichtigsten ist mir aber, dass die Mannschaft nichts für dieses „Kommunikations-Unglück“ kann.

Ist die Sache in der Mannschaft Thema?
Natürlich bekommen die Jungs das mit. Die Mannschaft hat in letzter Zeit Zuhause schlechter gespielt als auswärts. Weil sie sich fragt: Moment, was ist denn hier gerade los. Was rumort hier so? Das hat uns belastet. Deswegen sage ich jetzt auch: Im Sommer einen Cut machen, und versuchen, wieder eine neue Stimmung entstehen zu lassen. Denn dieser Zusammenhalt hat uns vor sechs Jahren in der Liga gehalten. Bochum, die Fangesänge ab der 65. Minute. Die haben uns Kraft gegeben. Das sollten wir alle nicht vergessen. Das was gegen Bochum passiert ist, sollte sich jeder Borusse vor Augen führen. Das hat uns alles ermöglicht, was danach kam.

Wir hören aus Deinen Aussagen heraus: Der Verein ist nicht abgeneigt mit Hinblick auf die neue Saison Gespräche zu führen!
Auf jeden Fall. Wir haben ja schon Gespräche geführt und führen sie auch weiter. Ich hoffe, dass wir die Unstimmigkeiten in diesem Sommer beilegen. Das ist ja auch genau das, was ich eingangs erwähnt habe: Bei Borussia wird es immer nur zusammen gehen. Dieser Verein wird nie funktionieren, wenn der Verein in die eine Richtung, die Fanszene aber in die Andere steuern will. Es geht dabei nicht um mich als Max Eberl, es geht nicht um die Mannschaft, um Lars Stindl, nicht um Fangruppe X oder Y – es geht einzig und alleine um Borussia Mönchengladbach. Das ist mein Ansinnen und nichts Anderes. Eine Sache möchte ich an der Stelle aber noch einmal klarstellen…

Ja?
Es gibt in Gladbach – das wisst ihr selber – keinen Fan-Zwist oder so. Da werden ja teilweise die skurrilsten Dinge geschrieben. Es ist bei uns gerade wie in einer normalen Beziehung. Es gibt Phasen, in denen man sich mal nicht ganz einig ist. So sehe ich das gerade. Wir werden uns aber wieder finden. Ich werde nicht müde zu betonen: Dieser Verein muss eine Einheit sein. Führung, Mannschaft, engeres Umfeld müssen zusammenstehen. Wir wissen es aus der Vergangenheit doch selbst am besten: Die Einschläge von außen kommen auf jeden Fall irgendwann. Und wenn wir offene Flanken haben, werden sie sich heftiger auswirken.

Kommen wir mal etwas von diesem Thema weg. Du sagst ja selber: Man sollte das nicht zu hoch hängen und das ist gut so. Daher die Frage: Inwiefern verfolgst Du eigentlich genau die aktive Fanszene?
Ich interessiere mich schon sehr dafür und setze mich mit den Aktivitäten unserer Fans auseinander, soweit es die Zeit zulässt. Ob es ein kurzer Besuch bei der Allesfahrer-Party ist, Fußballturniere oder Informationen über De Kull – ich versuche schon einiges mitzunehmen. Zugeben muss ich, dass ich mit sozialen Netzwerken nicht viel anfangen kann. Das kostet einfach zu viel Kraft. Ihr merkt hier bei unserem Interview vielleicht: Wenn ich mich mit etwas beschäftige, dann mit Haut und Haaren. Ich kann kein Thema einfach so abhaken. Das nehme ich dann auch mit nach Hause und es beschäftigt mich. So war es auch am Ende der Saison, als ich mal ein bisschen mehr in diesen Netzwerken gelesen habe. Da hat die eine oder andere Diskussion schon Kraft gekostet, auch weil es eigentlich nicht mein Kerngeschäft war. Ich hoffe aber, dass ich immer einer sein werde, der ein offenes Ohr hat, der immer für die Fans da ist.

Dieses Wort „dumm“ war aus der Emotion heraus unglücklich gewählt, dafür habe ich mich entschuldigt. Es war eher auf die konkrete Spielsituation bezogen, man könnte also das Wort „fußballdumm“ stattdessen erfinden. Dass jemand im Stadion in der Situation pfeift, war für mich völlig unverständlich.

Du hast die sozialen Netzwerke angedeutet. Wie können wir uns Max Eberl dann vorstellen, wenn er ab und zu mal Kommentare im Netz liest?
Ich bin jetzt seit 18 Jahren bei Borussia und kenne viele Menschen, die in der Fanszene sind. Diese Menschen schicken mir Dinge, weisen mich auf Kommentar-Verläufe im Netz hin. Was ich da teilweise lese, regt mich schon auf. Da muss ich mich manchmal richtig zusammenreißen. Am liebsten würde ich direkt antworten oder etwas schreiben, zum Glück bremst mich unser Mediendirektor Markus Aretz meist. Aus meiner Sicht wollen viele Menschen in den sozialen Netzwerken nur Unzufriedenheit loswerden. Das kann anstrengend sein. Tiefgründig ist die Kritik meist nicht.

Nicht nur Fans in sozialen Netzwerken regen Dich auf: Du hast im November 2016 im Spiel gegen Manchester City die Pfiffe im Stadion kritisiert. Auch wenn Du das Wort „dumm“ mittlerweile zurückgenommen hast: Was hat Dich so genervt?
Dieses Wort „dumm“ war aus der Emotion heraus unglücklich gewählt, dafür habe ich mich entschuldigt. Es war eher auf die konkrete Spielsituation bezogen, man könnte also das Wort „fußballdumm“ stattdessen erfinden. Dass jemand im Stadion in der Situation pfeift, war für mich völlig unverständlich. Da wird gegen eine Truppe wie Manchester City ein gelbvorbelasteter Spieler beim Stand von 1:1 in Unterzahl gegen einen defensiveren Spieler ausgewechselt. Fußballerisch hat diese Maßnahme total Sinn gemacht. Die Pfiffe haben aus meiner Sicht gezeigt, dass es nur um eine Abneigung gegen unseren damaligen Trainer ging. Ich fand es dann aber gut, dass meine Äußerung, die in dem Moment sicher etwas aus der Emotion heraus kam, eine Diskussion angestoßen hat. Wenn dann kontrovers diskutiert wird, finde ich das gut. Es muss mir ja niemand nach dem Mund reden.

Pfiffe gab es zuletzt auch immer wieder. Sind durch den Erfolg vielleicht mehr „fußballdumme“ Menschen im Stadion – um mal bei dem Begriff zu bleiben?
Es gibt sicherlich Leute, die dazu gekommen sind, weil Gladbach jetzt hip ist. Die sagen sich dann vielleicht: „Mensch, hier steht’s nur 1:0 – warum ist das so? Da pfeife ich doch mal.“ Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: Diese wurden natürlich auch besser hörbar, weil auch die Stimmung im Stadion nicht mehr so war, wie vielleicht früher noch. Zuvor war es ja so, dass diese Pfiffe übertönt wurden durch die Fans, die die Mannschaft angefeuert haben. Das hat am Ende ein bisschen gefehlt, deswegen war es so eine Wechselwirkung. Ich merke schon, dass bei manchen Zuschauern die Erwartungshaltung in den letzten Jahren eine andere geworden ist. Die sagen dann zum Beispiel: Wenn der und der ausfällt, kaufst du eben einen Neuen. Nein, so einfach ist es nicht.

Droht die Blase, in der sich der Fußball und die Bundesliga befinden, nicht irgendwann zu platzen?
Ich glaube, dass wir hier in Deutschland noch auf einem soliden Weg sind. Dass im Fußball sehr viel Geld generiert wird, ist Fakt. Der Fußball schafft auch viele Arbeitsstellen. Und er hat eine unglaubliche Kraft entwickelt, regional und national. Der Fußball muss aber auf soliden Beinen bleiben. Das, was im Jahr 2000 passiert ist mit der Kirch-Krise, dass dann auf einmal der TV-Sender platt ist und nichts mehr zahlen kann, das sollte nicht passieren. Da habe ich aber großes Vertrauen in die Arbeit des Vorsitzenden der DFL-Geschäftsführung, Christian Seifert und der DFL, die das herausragend machen.

Die DFL zerfleddert den Spieltag aber auch immer mehr. Nicht gerade fanfreundlich…
Wir müssen uns leider eine gewisse Variabilität bewahren. Dass du über Anstoßzeiten diskutieren kannst, ja! Dass du nicht alles zerfleddern kannst, ja! Nehmen wir mal die Diskussion um die Montagsspiele: Es gibt 306 Spiele in einer Saison – und wir reden über fünf Montagsspiele, für die Mannschaften, die am Donnerstagabend zum Beispiel in Krasnodar gespielt haben und erst am Freitagmittag wieder in Deutschland landen. Wenn du diesen Rhythmus hast, kannst du nicht am Samstag und eigentlich auch nicht am Sonntag wieder spielen. Das verzerrt den Wettbewerb. Wir hatten die Gefahr ja auch beinahe in der vergangenen Saison: Wenn wir in der Europa-League weitergekommen wären und im Pokal dienstags gespielt hätten, hätte ein Tag zwischen den Spielen gelegen. Sorry, aber das geht nicht.

Foto: Tim Siebmanns für MitGedacht.
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Max, kommen wir abschließend zum Ausblick auf die kommende Saison: Jetzt steht die Sommerpause an – für Dich die heiße Phase. Dahoud und Christensen gehen – die Verträge anderer Leistungsträger wurden zum Glück verlängert. Mit Cuisance, Grifo und zuletzt Zakaria hast Du den Kader schon verstärkt. Wo sind die Stellschrauben, an denen Du noch drehen willst?
Erst einmal haben wir schon in der Rückrunde der letzten Saison einiges vorbereitet – speziell was die Strukturen im Verein und um die Mannschaft herum angeht. Dr. Andreas Schlumberger vom FC Bayern und Otto Addo kommen da hinzu.

Zwei „Transfers“, die Du gerne erklären darfst…
Wir haben gemerkt, dass wir Probleme in der Umsetzung der Betreuung der Spieler bekommen haben. 51 Spiele sind 15 Spiele mehr, als wir sonst mit 34 Bundesliga-Spielen und vielleicht den ersten beiden Pokalrunden bei Borussia gespielt haben. Das ist einfach eine Menge. Da gab es ein Defizit, das wir dann auch an einigen Ausfällen zu spüren bekommen haben. Andreas Schlumberger wird sich besonders um die medizinische Betreuung der Spieler kümmern. Otto Addo haben wir geholt, um den Cuisances, Ndenges, Simakalas, Bénes’, aber auch A-Jugend-Spielern wie Aaron Herzog oder Mirza Mustafic, eine spezielle Förderung zukommen zu lassen. Otto ist am Lizenz-Trainerstab angedockt, sodass die Jungs auch nah dran sind. Er soll genau auf die Jungs achten: Was haben sie gut gemacht, wo haben sie Defizite, was muss ich besser machen? Die jungen Spieler sollen einen geführten Weg bekommen und nicht einfach irgendwann bei den Profis mittrainieren und hoffen, dass sie den Durchbruch schaffen.

Jetzt zu den Spielern und den Transferplänen…
(Lacht) Mit Mikael Cuisance haben wir ein junges Talent dazu bekommen. Grifo und Zakaria sind zwei Spieler, bei denen wir glauben, dass sie uns im Mittelfeld und in der Offensive besser machen. Sie sollen das ergänzen und ersetzen, was wir mit Mo Dahoud verloren haben. Zakaria ist übrigens ein ganz anderer Spieler als Dahoud. Das will ich hier noch einmal betonen. Ich habe damals die Diskussion als sehr hinderlich empfunden, als Luuk de Jong ständig mit Marco Reus verglichen wurde. Das ist, wie Sonne und Mond zu vergleichen. Wir haben es damals leider nicht geschafft, Luuk Flankengeber mit der Schnelligkeit zur Seite zu stellen, die wir gebraucht hätten, um ihn mit Bällen zu füttern. Wir hatten Ideen, die wir aber nicht umsetzen konnten. Deswegen wurde leider am Ende alles sehr stark auf den armen Luuk reduziert.

Also die Klarstellung: Zakaria ist kein Dahoud!
Ja! Er ist ein anderer Spieler. Mo war fußballerisch besser, Zakaria ist eher so der Box-to-Box-Spieler. Wir haben darüber hinaus noch die eine oder andere Idee. Mit Reece Oxford haben wir einen Jungen an der Hand, bei dem wir hoffen, dass wir die Leihe realisieren können. Und wir gucken natürlich auch, was die Offensive betrifft. Aber da komme ich irgendwann an einen Punkt, an dem es heißt: Ich kann nur ausgeben, was ich habe. Und wenn dann irgendwann der Geldbeutel leer ist, dann muss ich versuchen, einen kreativen Weg zu finden. Und dann kann es eben auch wieder der Weg sein, dass man jemanden ausleiht.

Was die Innenverteidigung betrifft, ist man schnell bei „Kolo“. Er hat bislang noch nicht richtig eingeschlagen. Warum tut er sich in der Bundesliga so schwer?
Ich habe damit gerechnet, dass er kommt und uns schnell hilft. Aber er hat Zeit gebraucht, anzukommen und sich an das Niveau der Bundesliga, unseres Trainings und an die Intensität zu adaptieren. Das hat uns überrascht, weil er fast 200 Spiele auf höchstem Niveau in Europa gemacht und zweimal die Europa League gewonnen hat. An der Tatsache, dass so einer so viel Zeit braucht, sieht man, wie stark die Bundesliga geworden ist. Aber wir haben es aber verstanden und hatten zum Glück mit Yannik und Andreas auch zwei Innenverteidiger, die es dann auch sehr gut gemacht haben und an denen es auch kein Vorbeikommen gab.

Also ist „Kolo“ quasi als ein hausinterner neuer Transfer anzusehen?
Das kann man schon so sagen. Er ist ein Spieler, der neu anfängt, obwohl er schon ein halbes Jahr da war. Ich erwarte ab Sommer von ihm, dass er dieses halbe Lehrjahr genutzt hat, um sich zu sortieren und jetzt voll anzugreifen.

Durch unseren Weg der letzten Jahre haben wir uns in Europa einen Namen gemacht und können den Spielern unsere Geschichte erzählen. Die Talente sind von unserem Weg überzeugt. Sie haben die ganzen Marins, Reus’, Neustädters, Hermanns, ter Stegens oder Xhakas im Kopf, die bei uns den Durchbruch geschafft haben.

Eben hast Du Reece Oxford als potentiellen Neuzugang genannt, Moreto Cassamá hat laut portugiesischen Medien seinen Wechsel selber verkündet. Wir geben Dir hier die Chance, einen Wechsel zu verkünden: Ist schon etwas in trockenen Tüchern?
(Schmunzelt) Der deutsche Markt ist momentan sehr umkämpft und teuer geworden. Deswegen haben wir seit Jahren auch den internationalen Markt im Blick. Auf jeden Fall wollen wir den Weg mit diesen Talenten weitergehen. Cuisance, Doucouré, Bénes oder Elvedi sind solche Top-Talente. Ob wir ein weiteres verpflichten, hängt auch davon ab, wie viel vom Budget übrig ist. Generell werden momentan viele Namen reingeworfen, die von der Ablöse oder dem Gehalt für uns nicht realisierbar sind.

Beispielsweise Maximilian Arnold?
Zum Beispiel! Wir können mit anderen großen Vereinen, die zwar vielleicht gerade nicht erfolgreich sind, das Geld aber dennoch haben, finanziell nicht mithalten. Oftmals wird vergessen, dass es in der Liga sieben bis acht Vereine gibt, die ganz andere Möglichkeiten haben. Obwohl sich unser Budget in den letzten Jahren gesteigert hat, ist der Unterschied noch vorhanden.

Bleiben wir kurz bei der Strategie der jungen europäischen Talente. Bei dem Transfer von Luuk de Jong beispielsweise hast Du oft betont, dass du ihn schon lange aus den U-Mannschaften kennst. Wie läuft so eine Verpflichtung ab?
Unsere Scouting-Abteilung hat sich in den letzten Jahren verdoppelt, was die Mitarbeiter-Anzahl angeht. Du musst einfach viel unterwegs sein. Unsere Scouts sind nach Ländern angeordnet. Ab der U16 werden die Talente in den jeweiligen Ligen aber vor allem auch bei großen Jugendturnieren gesichtet. Obwohl wir mit Julio Villalba einen Südamerikaner verpflichtet haben, bleiben Europa und natürlich Deutschland klar unsere Zielmärkte. Ich glaube, wir können aber behaupten, dass wir jeden U17-Nationalspieler in Europa kennen.

Klingt nach einem großen koordinativen Aufwand. Wie entscheidest Du dann, welcher Spieler geholt wird?
Zunächst tragen die Scouts aus den einzelnen Ländern ihre Top-Talente zusammen. Wir haben dazu noch einen Scout eingestellt, der für die einzelnen Positionen eine detaillierte Analyse zu diesen Spielern zusammenstellt. Falls wir Bedarf auf einer konkreten Position sehen und wir dafür keinen eigenen Spieler aus unserer Jugendabteilung im Kopf haben, gucken wir uns zuerst den deutschen Markt an. Da dort aber viele Vereine Talente langfristig unter Vertrag nehmen, gucken wir uns danach oft den europäischen Markt an. So haben wir einen Christensen oder Bénes gefunden.

Wie oft schaust Du dir die Spieler persönlich an oder verlässt Du dich voll und ganz auf das Urteil der Scouts?
Bei den Top-Talenten verlasse ich mich voll auf die Scouts, weil das Risiko aus meiner Sicht begrenzt ist. Falls es aber um einen Kaderplatz geht, gucken sowohl der Trainer als auch ich mir die Spieler zusätzlich an, um ein Gefühl für sie zu bekommen. Andreas Christensen habe ich mir zum Beispiel ein paar Mal angeschaut. Auch wenn Spieler bei solchen Beobachtungen immer auch mal einen schlechten Tag haben können, will ich gewisse Dinge wie Spielanlage aber auch den Einsatz und die Mentalität sehen. Generell bin ich ein Sportdirektor, der nicht nur am Schreibtisch sitzt und sein Netzwerk pflegt, sondern auch viel unterwegs ist.

Foto: Tim Siebmanns für MitGedacht.

Wie überzeugt ihr diese Top-Talente eigentlich dann letztlich zu Borussia zu kommen?
Zunächst schauen wir uns die Vetragssituation an. Falls wir wie beispielsweise bei einem Doucouré die Möglichkeit sehen, den Spieler zu holen, nehmen wir Kontakt auf. Auch wenn es viele Leute immer noch nicht ganz glauben können: Durch unseren Weg der letzten Jahre haben wir uns in Europa einen Namen gemacht und können den Spielern unsere Geschichte erzählen. Die Talente sind von unserem Weg überzeugt. Sie haben die ganzen Marins, Reus’, Neustädters, Hermanns, ter Stegens oder Xhakas im Kopf, die bei uns den Durchbruch geschafft haben.

Oder aktuell Andreas Christensen?
Genau – wir haben damals Andreas Christensen und Nico Elvedi geholt, weil wir mit Stranzl und Brouwers zwei ältere Innenverteidiger im Kader hatten und zwei Talente langsam aufbauen wollten. Beide erfahrenen Spieler haben sich aber in der Vorbereitung verletzt. Deshalb mussten wir mit Marvin Schulz und Andreas Christensen in der Innenverteidigung spielen. Obwohl es in St. Pauli super lief, haben wir am ersten Bundesligaspieltag in Dortmund Lehrgeld bezahlt. Trotzdem sehen diese Spieler, dass wir dann nicht aus der Not einen Panik-Transfer tätigen, sondern ihnen das Vertrauen schenken. Dieses Vertrauen ist sehr wichtig, sonst gehen die Spieler zu anderen Vereinen.

Du hast einen großen Anteil an der eben erwähnten Geschichte gehabt. Seit wann würdest Du sagen, kannst Du Talente damit überzeugen?
Seit fünf, sechs Jahren etwa. Bei Marco Reus brauchte ich noch extrem viel Überzeugungskraft. Ihm musste ich sehr eingehend erklären, was wir genau vorhaben. Als sein Transfer funktioniert hat und eine Reihe von Talenten aus der eigenen Jugend wie ter Stegen, Jantschke oder Herrmann den Durchbruch geschafft haben, konnte ich darauf verweisen.

Die Spieler müssen trotz allem Talent natürlich auch in den Kader passen. Wie findet der Manager Max Eberl die richtige Mischung?
Zweifelsohne müssen die Spieler ins Mannschaftsgefüge passen. Max Kruse ist dafür ein gutes Beispiel: Der hat bei uns überragend gepasst, weil er eine „Leck mich am Arsch-Mentalität“ verkörpert hat. Max war kein Trainingsweltmeister, im Spiel war auf ihn aber immer absolut Verlass. Wir konnten das mit unserem Kader sehr gut tragen, andere Vereine haben da mehr Probleme mit. Das meine ich nicht persönlich oder negativ, aber bei fünf Max Kruses könnte es schwierig werden. (schmunzelt)

In diesem Zusammenhang hört man immer wieder, wie viel Wert Du auf das Umfeld eines Spielers legst. Es gibt diese Geschichte mit dem polizeilichen Führungszeugnis, das Du anforderst. Was ist noch wichtig?
Der Führerschein (lacht). Es ist eine total absurde Geschichte, dass uns das passiert, obwohl wir so viele Reports über die Spieler anfertigen. Hans Meyer hat immer gesagt, dass es bei jedem Spieler darum geht, Wahrscheinlichkeiten zu reduzieren. Und bei mir geht es bei jedem Transfer darum, Wahrscheinlichkeiten zu reduzieren. Das heißt, ich will so viel wie möglich über ihn wissen. Transfers sind für mich wie ein Mosaik: Es muss sowohl sportlich als auch menschlich passen. Das wurde mal auf das Wort „Polizeireport“ reduziert, im Grunde will ich aber einfach das Gesamtbild des Spielers verstehen. Dazu gehört eben auch, ob er schon einmal eine Schlägerei hatte oder so. Das möchte ich wissen und möchte auch mit dem Spieler drüber reden können. Vielleicht klärt sich die Situation ja dann auch auf. Grundsätzlich muss nicht immer alles makellos sein. Ich möchte nur wissen, ob ich den Spieler trotz möglicher Macken verpflichten will. Spieler, die einfach anders sind, wie Kruse oder auch Granit Xhaka, braucht eine Mannschaft sicherlich.

Wenn ich von Einstelligkeit spreche, dann lacht ja jeder. Aber die Einstelligkeit bedeutet am langen Ende ja vielleicht trotzdem Europa. Also mich wundert eigentlich, dass noch niemand gesagt hat: Der Eberl will Meister werden.

Fehlt so ein Spielertyp im aktuellen Kader?
Diese Typen sind leider in den letzten Jahren weniger geworden. Mit Christoph Kramer oder Ibo Traoré haben wir auf jeden Fall Typen in der Mannschaft. Sie sind aber nicht diese großen Reizfiguren wie vielleicht Xhaka, Kruse oder Effenberg, wenn wir mal ganz weit zurückgehen. Auf jeden Fall werden solche Charaktere in der Mannschaft gebraucht. Aber man muss Spielern auch die Chance geben, sich in diese Rolle zu entwickeln.

Abschließend noch kurz der Ausblick auf die neue Saison und die Saisonziele. Geht es wieder um die Einstelligkeit oder ist ohne Dreifachbelastung doch ein bisschen mehr drin?
Fakt ist ja: Wenn ich von Einstelligkeit spreche, dann lacht ja jeder. Aber die Einstelligkeit bedeutet am langen Ende ja vielleicht trotzdem Europa. Also mich wundert eigentlich, dass noch niemand gesagt hat: Der Eberl will Meister werden. Denn das ist ja auch einstellig. Es wird andauernd das Negative gedacht. Es heißt immer: „ Der will nur Neunter werden.“ Das habe ich nie gesagt. Ich weiß, dass einige gerne höhere Ziele von mir hören würden. Aber in den letzten sechs Jahren gab es nur drei Mannschaften, die immer einstellig waren: Bayern, Dortmund und wir. Das zeigt, dass eben diese kontinuierliche Einstelligkeit nicht so leicht zu erreichen ist, wie viele glauben. Für die nächste Saison aber mal ganz konkret: Wir wollen besser werden als in dieser Saison.

Welche persönlichen Wünsche hast Du für die kommende Saison?
Dass der Kader, den wir planen, uns zum Großteil zur Verfügung steht und dass wir die Gemeinschaft wiederherstellen, die diesen Verein ausgezeichnet hat, die uns in der Bundesliga gehalten und letztendlich nach Europa geführt hat.

Und natürlich den Pokalgewinn, oder?
Absolut richtig. Das sage ich ja jedes Jahr. (Lacht)

Fotos zu diesem Beitrag: Tim Siebmanns für MitGedacht.

14 Gedanken zu „Max Eberl – Teil 2: „Unser Sport driftet mir zu sehr in die Unterhaltung ab!“

  • 16. Juni 2017 um 17:16
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    Phantastisch,dieses Interview von allen Beteiligten.Hut ab,so wünsche ich mir Berichterstattung.
    P.S.Danke nochmal an unseren Präsident,daß er Max Eberl auf dem Fahrrad entdeckt hat.Nur durch unseren Sportdirektor spielen wir in der ersten Liga!

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  • 16. Juni 2017 um 17:17
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    Wer mit mit soviel Herzblut bei der Sache ist, wer so ein tolles Angebot der Bayern ausschlägt,der hat es auch verdient irgendwann mal einen Pokal zu gewinnen.Tolles und ehrliches Interview,
    toller Typ unser Max und toller Verein unsere Borussia. Bin einfach nur stolz Fan dieses Vereins zu sein.

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  • 16. Juni 2017 um 17:58
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    Mich interessiert in Bezug auf die Talentförderung, wie die Arbeit der Jugendtrainer von der E-Jugend an, in Die der Profiabteilung hinenspielt. Mit etwas mehr Geld für die eigene Jugend ließe sich die Ausbildung sicherlich verbessern und dadurch müsste man nicht unbedingt ständig auf Talente anderer Klubs zurückgreifen. Bilde ich von kleinauf die Jungs und Mädels so gut wie irgendmöglich aus, kommen vielleicht 1-2% für die Profis infrage. Gerade weil schon jetzt die zugekauften Talente sehr teuer sind, sollte man noch intensiver mit den ganz jungen Spielern arbeiten. So kann man auch Spieler auf Positionen generieren, die notorisch unterbesetzt sind und teuer gekauft werden müssen. Als Nebeneffekt ließen Diese sich dann auch gut verkaufen.
    Die Scouts im Ausland sind sicherlich wichtig, doch sehe ich die Arbeit der Scouts (Jugendtrainer) im eigenen Jugendbereich als vielleicht noch wichtiger an.

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  • 16. Juni 2017 um 20:07
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    Dieses Interview zeigt, wie wichtig unser Manager ist. Er ist der perfekte Borusse und lebt das auch vor. Es wird nicht einfacher werden international zu spielen, deshalb sollten wir großes Vertrauen in unsere Führungsetage setzen. Mein persönlicher Traum ist es, dass wir in der Winterpause wieder Andreas Christensen im Park sehen, bin da auch sehr optimistisch. Weiter so, Max🙏🏻🙏🏻🙏🏻🙏🏻🙏🏻

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  • 16. Juni 2017 um 23:10
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    Und das ist der Grund warum wir einen Manager haben , der Hr. Eberl heißt. Hr. Eberl ist mit Sicherheit einer der Besten seines Faches in Europa . Ich konnte Bayern gut verstehen , aber trotz des Geldes ( in München hätte er wahrscheinlich das 3-4 fache verdient) hat er sich letztendlich für uns entschieden . Man doch hin und wieder sehen das das Geld nicht immer alles ist. Wir können uns glücklich schätzen das Hr. Eberl bei uns verlängert hat. 👍👍🎉😆🤗

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  • 17. Juni 2017 um 0:50
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    Ich kann Max Eberl nur zustimmen. Max macht seit Jahren einen super Job, ohne Max wären wir nicht da, wo wir heute sind!!!!! Wir Fans müssen unseren Part auch genau so, wie Max mit voller Power erfüllen!!!!! Dann stellt sich auch der Erfolg wieder ein!!!!!!! Vielen Dank Max für deine super tolle Arbeit!!!!!!! Mach weiter so. Es gibt keinen besseren für unsere Borussia!!!!!!! Ich bin stolz darauf ein Borussia Mönchengladbach Fan zu sein!!!!!!😃😃

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  • 17. Juni 2017 um 22:23
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    Max Eberl ist wirklich unser Glücksfall. Und manche Fans vergessen wirklich, wo wir herkommen. Ich glaube, man müsste sich auch bald über einen Nachfolger für Raffael machen, vielleicht einen jungen Brasilianer, den Raffael vielleicht auch ein bisschen unter seine Fittiche nehmen könnte, ein begeisterter Vater ist er ja und es wäre schön, wenn Borussia auch in Zukunft den besonderen Spieler hätte,,wie seinerzeit auch Arango
    Und ich wünsche allen Spielern daß sie dieses Jahr gesund bleibt!!!

    Gruß

    A.Weinzierl

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  • 18. Juni 2017 um 2:46
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    Hallo, bin absolut begeistert von Eurem grossen Eberl-Interview und mir spricht Max Eberl voll und ganz aus dem Herzen ! Meine Frau und ich sind als langjährige Borussia-Mitglieder einfach nur stolz darauf, einen solch fachkundigen Manager und tollen Menschen in unserem auch sonst sehr kompetenten und seriösen Vorstand zu haben. M.E. ist ohne Wenn und Aber einer der besten Manager der Bundesliga und das wird sich auf Strecke mit seiner besonnenen und cleveren Art für Borussia auch mit weiteren Erfolgen auszahlen .

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  • 18. Juni 2017 um 3:02
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    Zudem möchten wir uns auch bei Euch ganz ausdrücklich für Eure kompetente und serioese Arbeit rund um den (Borussia-)Fussball bedanken – grosser Sport, DANKE dafür ! MfG Elke und Udo Schreinemachers, Neuwied-Engers

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  • 18. Juni 2017 um 9:04
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    Max Eberl ein Glücksfall für Borussia Mönchengladbach und für den Sport allgemein, wer den Fußball liebt kann sich den Gedankengängen von Max Eberl nur anschließen, jetzt fehlt nur noch das Verständnis der Fans und einiger Hitzköpfe damit der Fußball eine SUPER Begleiterscheinung für uns alle bleibt , viel Glück🍀 auf eine hoffentlich erfolgreiche Zukunft für die Fohlen 👍⚽️

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  • 18. Juni 2017 um 12:22
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    Max Eberl ist der größte Glücksfall für unsere Borussia!!
    Super Typ, super Einstellung, super Job.
    Ich kann mich zu 100% mit seinen Ansichten und Aussagen identifizieren und hoffe, Max hat noch lange Bock auf unsere Borussia

    Ich hoffe, die sinnfreien Unmutsäußerungen während der Spiele hören in der neuen Saison endlich auf. Ich muss mich ja nicht politisch äußern wie unser Manager. Deshalb meine Meinung: das ist komplett Hirnlos.

    Ich finde es befremdlich, die eigene Mannschaften WÄHREND des Spiels auszupfeifen. Es gibt Tage, da läuft es eben nicht so, wie man sich das wünscht. Pfiffe sind da kontraproduktiv und verunsichern zusätzlich. Meine Devise: während des Spiels Unterstützung für das Team. Wenn man dann den Eindruck hatte, das die Jungs nicht alles gegeben haben, kann man das NACH dem Spiel immer noch rauslassen.
    Zu erwarten, dass BMG alle Teams mit Hurra-Fußball aus dem Stadion fegt, ist doch völlig schwachsinnig. Ich habe immer nur eine Erwartung: dass die Jungs alles geben und versuchen. Ansonsten weiß jeder, der selbst mal Fußball gespielt hat, dass Spiele sehr unterschiedlich laufen können.

    Antwort
  • 18. Juni 2017 um 20:03
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    Sehr geehrter Max,

    bitte bitte – Sie lesen dass doch ab und zu.
    Bitte erlauben Sie mir ‚mal ein paar Fragen an Sie. Ich verspreche, dass ich auch kein Stichwortgeberinterview machen werde. Ich schreibe Sie die nächsten Tage einmal persönlich an. Liebe Grüße aus der Nachbarschaft.

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  • 9. Juli 2017 um 2:09
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    Glückwunsch zu eurem Interview !!
    Es ist alles gesagt !
    Max Eberl führt die erfolgreiche Arbeit von den Herrn Grashoff / Rüssmann fort.
    Wir, als Fans sollten sehr glücklich sein, so einen kompetenten Manager zu haben.
    Grüße an Fans !! Weiter so !

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