Kurven-Stimmen: “Bleibt mal locker!”

Glaubt man diversen Medien-Vertretern, läuft Borussias Fan-Szene aktuell Amok. Von „Fan-Aufständen“ ist da die Rede, von „Protesten“, von „hasserfüllten Gesichtern“. Ist das so? Anstatt von außen plump zu mutmaßen, haben wir uns an der Basis umgehört und mit bekannten Leuten aus der aktiven Fanszene gesprochen.


René, Vorsänger, Sottocultura

Was soll man zur aktuellen Situation noch sagen? Wir spielen Champions League und in 14 Tagen spielen wir in BARCELONA! Barcelona, vielleicht das Spiel, was wir uns in den feuchtesten Träumen nicht erdacht haben. CAMP NOU MIT BORUSSIA!

Der Nachteil an diesem Erfolg oder dem stetigem Bergauf der letzten vier Jahre ist aus meiner Sicht aber auch die große Erwartungshaltung der Fans und auch der Medien, die nur auf Ausrutscher lauern. Wir befinden uns in einer Situation, in der wir schon nach der ersten Hälfte Pfiffe von der Ost vernehmen, weil wir eben nicht schon 3:0 führen und nicht den Hurra-Fußball spielen, den wir aus den letzten Jahren kennen. Mir persönlich fehlt diese „Jetzt erst Recht“ – Mentalität, die ich als 13/14-Jähriger auf dem Bökelberg kennen gelernt habe. Dieses Feeling, wenn du 0:5 zurückliegst, aber dafür dem Gegner auf den Rängen den Arsch aufreißt.

Genauso geht mir aber auch die Hetze untereinander in der Fanszene auf den Senkel. Zig Leute zerreißen sich im Internet hinter irgendwelchen Decknamen das Maul, NIEMAND sucht persönlich mal das Gespräch um mal Kritik loszuwerden. By the way: Wir Vorsänger, also Yannek und ich, stehen sowohl heute als auch am Samstag ab 1 ½ Stunden vor dem Spiel am Container hinter Block 18 bereit, um ernstgemeinte, konstruktive Kritik entgegenzunehmen und mit Euch zu diskutieren. Nutzt diese Chance!

Zurück zum Fußball: Wir haben mit Max Eberl wahrscheinlich den fähigsten Manager der Bundesliga im Borussia-Park sitzen. Der Max wird schon wissen, was in den nächsten Wochen zu tun ist. Ich persönlich würde mir einfach nur wünschen, dass André Schubert zurück zum klassischen 4-4-2 wechseln würde, um mal wieder (auch mit Blick auf die nächsten offensivstarken Gegner) ein wenig Stabilität in unsere Elf vom Niederrhein zu bringen.

Ohne dass ich ein wirkliches Statement zum Trainerposten loswerden möchte: Ich gewinne lieber die nächsten drei Spiele mit André Schubert, als dass wir nachher ohne Punkt dastehen und der Trainer womöglich gewechselt wird. Zu mehr „doppelpassähnlichen“ Aussagen, will ich mich aber auch nicht hinreißen lassen. Um einmal zum Punkt zu kommen: „Wir wissen wo wir her kommen“ – die 3 Euro zahle ich dann heute in Bierform im Stadion. In der Champions League, gegen Manchester City.


Thomas Ludwig, Vorsitzender FPMG Supporters Club

Was ist eigentlich normal?

Eins vorneweg: Ein Derby zu verlieren, ist, unabhängig von der Tabellensituation, immer kacke. Entsprechend ist die Laune seit Samstag nicht besonders. Doch das Ergebnis unserer Elf am Samstag ist nur ein Symptom für die aktuelle Lage. Daher ganz emotionslos der Blick auf die Zahlen: Letzte Saison reichten 55 Punkte für Platz vier und somit für die Qualifikation zur Champions League. Übrigens erreichten wir in der Saison 2013/14 mit diesen 55 Punkten Platz 6 und somit „nur“ die Qualifikation zur Euro-League.

Was will ich damit sagen? Eine leicht überdurchschnittliche Spielzeit mit 17 Siegen und 13 Niederlagen hat in der letzten Saison gereicht um in die CL-Play-Offs zu kommen. Die Gunst der Stunde führte in doppelter Hinsicht über Bern in die CL- Gruppenphase. Und hier beginnt für einige das verführerische Denken: „Wir sind eine europäische Topmannschaft!“ Nüchtern betrachtet sind wir es aber nicht. Das ist nicht die Normalität!

Wer zu Beginn der Saison aufmerksam Max Eberl zugehört hat, weiß das auch. Das von ihm verkündete Saisonziel einstelliger Tabellenplatz wurde müde belächelt. Der Hinweis, dass die Führungsspieler Stranzl, Xhaka, Nordtveit und Brouwers nicht ohne weiteres zu ersetzen sind, wurde als Randnotiz abgetan. Nun ist die Realität da und sie ist unterdurchschnittlich. Drei Siege, fünf Niederlagen. Die Derbyniederlage schmerzt. Aber auch das ist nicht die Normalität.

Es gibt somit keinen Grund, den Weg unserer Borussia in Frage zu stellen. Erst recht nicht mit Blick zurück auf die letzten 20 Jahre. In die nächsten Spiele müssen nun aber alle wieder mit einer realistischen Einschätzung gehen. Dauerhafter, planbarer Erfolg kann in Deutschland nur der FC Bayern anbieten. WIR sind jedoch Borussia und mit all der Leidenschaft, die wir die letzten Jahre – „in guten und in schlechten Zeiten“ – gezeigt haben, werden wir den Verein auf seinem Weg weiter begleiten.


Peppo, De Kull

Wir haben eine junge Mannschaft, die derzeit ohne Leader da steht und an sich arbeiten muss, um zu alter Stärke zurück zu finden. Eine solche Mannschaft muss eben auch zu spüren bekommen, dass man in Berlin nicht wie ein Haufen träger Hühner rumlaufen sollte und dass ein Derby in keinem Fall, egal wie der Mond, die Sonne oder der Wind stehen, verloren gehen darf.

In meinen Augen war die Entscheidung, André Schubert damals nach seiner Interimszeit als Cheftrainer zu verpflichten, ein Fehler. Schubert macht als Trainer eine Wahnsinnsentwicklung und einen Erfahrungsgewinn durch, ist aber für die Anforderungen (oberes Tabellendrittel, Championsleague, DFB-Pokal) einfach nicht der Richtige. Es tut mir Leid für Schubert, dass er überhaupt in eine solche Situation gerät. Kerle wie Stindl als Kapitän, der gerade in die Rolle hineinwächst, werden die Mannschaft in den nächsten Monaten zu einem sympathischen Haufen formen, denen man zwar mal eine Niederlage (nicht im Derby) verzeiht, die aber Kampfgeist zeigt und Hunger auf Tore beweist.

Mentalität ist ein weitgespannter Begriff. Gerade unter älteren und jüngeren Ultras wird dieser Begriff beinahe täglich diskutiert. Die Mentalität hat, was unsere Fanszene betrifft, in meinen Augen in den letzten Jahren sehr gelitten. Mit der Entwicklung des Internets wurden die Tresen immer leerer, mit den Entwicklungen der Wirtschaft wurden die Busse und Züge erst einmal knapper besetzt. Mit dem sportlichen Aufwind wurden die Stehplatzblöcke wieder voller.

Unsere Szene hat sich in den letzten 20 Jahren von einer bodenständigen Trinkerszene zu einer verwöhnten und trägen Masse entwickelt. Leute, die früher mit Herzblut dabei waren, sieht man heute mit Bier und Bratwurst im Oberrang sitzen. Leute, die früher gar nicht da waren, sind in die Kurve gedrängt und verbreiten geistigen Dünnschiss. Dazu kommen die „Freigeister“ der Ostgeraden, die gerne mal pfeifen, wenn es nicht gerade nach 20 Minuten 1:0 steht. Dazu die seit 20 Jahren andauernde Diskussion, ob die Ultras nun ein Kindergarten sind, warum es keine Choreo gab und wieso bei Ecken immer Fahnen geschwenkt werden.

All diejenigen, die die schlechten Zeiten der Borussia mitgemacht haben, all diejenigen, die das auf und ab seit Ende der Neunziger mit Herzblut durchlebt haben, all diejenigen, die für die alten Werte des Fußballs in der modernen Zeit stehen, sollten zusammen halten und versuchen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Wir sollten zusammenstehen und gemeinsam das Team anfeuern. Und wenn dies am Ende nichts zu bringen scheint, dann lasst uns zumindest den Verein hochhalten und diese ganzen Befindlichkeiten vergessen. Denn es ist egal, ob man Ultrá, Hool, Kutte oder „normaler“ Allesfahrer ist: uns alle hat die Sucht VfL gepackt und nie mehr losgelassen.


Bender, Sottocultura

Ich hatte mir geschworen, mir das Derby weder in der Zusammenfassung anzuschauen, noch irgendwelche Artikel zu lesen. Die zig ungenutzten Chancen, die beiden saudummen Gegentore und die feiernden Bastarde gegenüber nach Abpfiff. Das alles sind keine Dinge, die ich mir ein zweites Mal hätte geben wollen. Die Derby-Nachbetrachtung des SPIEGELs kam mir dann aber doch irgendwie vor die Flinte. Von ,,hasserfüllten Gesichtern” war da die Rede, auf die die Spieler nach dem Abpfiff zugehen mussten. Die Message: In Gladbach läuft das Fass über.

Sind die hasserfüllten Gesichter eine Lüge? Natürlich nicht. Aber sind sie ein Beweis dafür, dass hier alles den Bach runtergeht? Auch das nicht. Denn, verehrter SPIEGEL-Autor, was zur Hölle, hast Du erwartet? Es war halt Derby, wir spielten gegen Köln. Wer da nicht sowieso mit einem hasserfüllten Gesicht in der Kurve stand, der war in meinen Augen letzten Samstagnachmittag zur falschen Zeit am falschen Ort. Und erst recht, nachdem die Mannschaft zum ersten Mal seit acht Jahren ein Derby auf Gladbacher Boden vergeigt hatte, war Hass mehr als angebracht. Das hat aber zu null Prozent etwas mit der aktuellen Situation zu tun. Hasserfüllt auf dem Zaun hätte ich auch gesessen, wenn wir die vorangegangenen zehn Spieltage allesamt haushoch gewonnen hätten. Derby ist nun mal Derby.

Es passt aber ins Gesamtbild und steht exemplarisch dafür, wie von außen Unruhe erzeugt wird. Die Medien bauschen eine völlig normale Reaktion der Kurve zu einem Riesending auf. Bescheuerte Facebook-Fanpages springen auf den Zug auf und stoßen noch bescheuertere Diskussionen an. Zig Fans lassen sich davon anstecken. Fertig ist die künstlich erzeugte Unruhe. Man kann förmlich hören, wie sich die Schmierfinken in den Sportredaktionsstuben auf die Schultern klopfen.

Unabhängig davon, wie man zur (mittlerweile zweifelsfrei stattfindenden) Trainerdiskussion steht: Bleibt mal locker! Es ist okay, solche Debatten nach den Ergebnissen der letzten Monate zu führen. Nicht okay ist es, in Panik zu verfallen und besagten Schmierfinken auf den Leim zu gehen. Wenn schon kein Vertrauen in André Schubert da ist, dann doch aber wenigstens in Max Eberl. Und für den Moment bin ich der Meinung, dass wir es bei dem Vertrauen in unseren sportlichen Leiter belassen sollten.


Sven Körber, Ex-Vorsänger, jetzt: FPMG Supporters Club

Flutlichtspiel in der Champions League – schwarz-weiß-grüne Festtage, wie lange haben wir auf solche Ereignisse gewartet. Vor mir liegt eine Karte für das Spiel gegen Manchester City, von einem Freund, der leider berufsbedingt kurzfristig passen muss. „Du kennst doch so viele, die Karte kriegst du doch sicher weg.“

Aber die Stimmung ist gedämpft. Karten werden hier und dort noch reichlich angeboten. Der November ist da: grau, stürmisch, ungemütlich – Derbyniederlage, Auswärtsschwäche, sportlicher Negativtrend. Der Herbst nach einem langen Sommer.

Eine Situation, die wir seit einigen wenigen Jahren so nicht mehr erlebt haben. Und unsere Szene begegnet diesem Zustand unterschiedlich. Die Stimmen gegen den Trainer werden lauter. Was ist das richtige für unsere Borussia? Welche sportlichen Entscheidungen bringen uns weiter? Oder fehlt einfach nur das „Quäntchen“ Glück? Auch ich bin aufgewühlt und angekratzt, kenne die „passende“ Antwort nicht.

Wie reagieren wir Fans? Gemecker an vielen Ecken. Im Derby ein (wenn überhaupt, nur) durchschnittlicher Auftritt der Kurve. Keine Lust auf Manchester City. Herbst-Tristesse.

Flutlichtspiel in der Champions League. Ich denke an die Spiele in Bern und Glasgow, absolute Highlights – nicht nur sportlich. Eine bunte Szene gemeinsam für Borussia. Einmal als weiße Wand, einmal lautstark gegen den Celtic-Park. Emotionen, die auf die Mannschaft übergesprungen sind. Spiele, die wir mitentschieden haben – schwarz-weiß-grüne Festtage, weil wir sie dazu gemacht haben.

Wie reagieren wir Fans? Es liegt an uns. Herbstdepression oder frischer Wind? Wir haben oft genug gezeigt, dass wir ein gutes Gespür dafür haben, was gerade dran ist! Die Kurve ist der 12. Mann – heute Abend, am Samstag gegen Hoffenheim und erst Recht dann, wenn es nicht rund läuft. Lasst uns Spiele mitentscheiden. Das ist unsere Stärke, das ist unsere Aufgabe.

Gestern, heute und morgen: Auf geht’s – gemeinsam für Borussia!


Rübi, jahrzehntelanger Allesfahrer, BFC Hagener Löwen

Liebe Borussinnen/Borussen, 11 Spieltage,12 Punkte, Platz 13. So klingen die nüchternen (schreckliches Wort) Zahlen. Ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn wir uns alle ein bisschen mehr erhofft haben. Nach einem relativ guten Start hat unsere Borussia irgendwie, irgendwo, irgendwann den Faden verloren.

Sicher hat zu der negativen Entwicklung auch das Verletzungspech beigetragen. Vor allem das Fehlen von Raffael hat sich bemerkbar gemacht. Es kann aber nicht sein, dass im Sturm nichts mehr geht, nur weil ein Mann fehlt. Verschweigen darf man allerdings auch nicht, dass unser Trainer für einige taktische und personelle Turbulenzen gesorgt hat. Bei den Ein- und Auswechselungen hat er, aus meiner Sicht, ab und an voll daneben gelegen.

Ansprechen will ich auf diesem Wege auch mal das Thema Standards. Dass z.B. unsere Ecken eine Katastrophe sind, hat bei uns ja schon fast Tradition, aber so schlimm wie zuletzt waren sie schon lange nicht mehr. Dazu die Freistöße (Arango wo bist Du?!) und die Elfmeter. Sofort Straftraining! Das muss besser werden!

Es gilt jetzt, bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich zu ergattern. Eine Serie wie letzte Saison wäre dabei ganz hilfreich. Vom potenziellen Absteiger in die Champions-League – man wird ja noch träumen dürfen. Ansonsten sehe ich ungemütliche Weihnachten auf uns zu kommen. Wir kennen sicher alle die Automatismen im Fußball.

Mit der Hoffnung auf baldige, bessere Zeiten in den Stadien und Kneipen dieser Welt, Euer Rübi


Joy, Allesfahrer, Viersen

So kurz nach dem Derby ein Statement abzugeben, mit dem Hintergrund dieser Schmach in  letzter Minute, ist schwer aber ggf. ist es jetzt genau der richtige Zeitpunkt dafür. Denn meiner Meinung nach befindet sich unsere Borussia gerade an einem Scheideweg.

Der Erfolg bleibt, ergebnistechnisch gesehen, im Moment aus, aber strukturell und finanziell ist alles wunderbar im Verein. Worauf legt der Verein nun sein Hauptaugenmerk? Ohne Erfolg gibt es kein Geld und ohne Geld können die Strukturen nicht wachsen. De facto geht – meiner Meinung nach – der Erfolg auf dem Platz vor. Auch wenn ich die Leier nicht mehr hören kann, sollten wir nicht vergessen, wo wir herkommen. Es gab zum Beispiel eine Zeit, da sind wir zwei Mal von den Kilometern her gesehen um den Globus gereist um einen Auswärtssieg zu sehen. Man war schon vor der Anreise bedient, und wusste, heute holst du nichts. Diese Zeit will ich nie wieder haben.

Damals wurde Max Eberl aus der Jugendabteilung befördert und erst mal belächelt. Dieser machte aber eine hervorragende Arbeit und ist einer der Grundbausteine, warum wir heute gegen Manchester spielen und nicht am Montag bei 1860. Ich denke, wir sollten ihm und dem Präsidium einfach auch soweit vertrauen, dass diese die richtigen Schlüsse beim Ausbleiben des Erfolges ziehen und uns wieder in ruhige Fahrwasser bringen. Eine Spaltung der Fanszene, “pro” oder “contra” den Entscheidungsträgern, bringt im Moment gar nichts. Außer Futter für die Medien.

Das soll aber nun nicht heißen, dass ich persönlich alle Entscheidungen verstehen kann. Eine Verlängerung mit einem Trainer, der sichtlich  von seinem Vorgänger profitiert hat, zu einem Zeitpunkt, der völlig unerklärlich war, und keine positiven Reaktionen in der Mannschaft und Verein verursacht hat, ist mir bis heute unerklärlich. Wichtig ist, dass die Mannschaft nun wieder Erfolg hat. Ausreden wie verletzte Spieler und Dreifachbelastung, von der man sicherlich schon vor der Saison bei der Kaderplanung etwas wusste, sind ad acta gelegt.

Bleibt der Erfolg aus, müssen Max Eberl und das Präsidium handeln, andernfalls wird die Kontinuität ihnen selber zum Verhängnis und die Stimmung kippt. Ich hoffe einfach, dass sich die handelnden Personen dessen bewusst sind und vertraue ihnen, in der Hinsicht nur das Positive für den Verein zu wollen. In welche Richtung es geht, werden die nächsten Spiele zeigen.


Ingo „Hoschi“ Hoschkara, Borussen-Fohlen Westerwald, FPMG

Natürlich mache ich mir, wie fast alle Fans, Sorgen um unsere Borussia. Allerdings tauchen zugegebenermaßen viele Fragen auf, wenn ich über unsere aktuelle Situation nachdenke: Ist die Krise nur eine Momentaufnahme? Geht es schon bald wieder aufwärts? Ist der Traum von Europa bald ausgeträumt? Ich glaube, gerade diese letzte Frage beschäftigt mich am meisten.

Natürlich hatte ich, wie wohl fast alle Borussen, immer im Hinterkopf, dass dieses Abenteuer Europa möglicherweise nur eine Momentaufnahme ist, dass wir diese Reisen als Geschenk werten und nicht glauben sollten, dass sie uns immer erhalten bleiben. Aber wenn man dann mal all das erlebt hat, was wir in den letzten Jahren erleben durften, fällt es schwer, das wieder los zu lassen. Es macht sich also das Gefühl breit, dass es weniger die Angst vor sportlichen Misserfolgen ist, die mich beschäftigt, sondern die Angst, diese Reisen durch Europa nicht mehr erleben zu dürfen. Aber noch ist der Zug ja nicht abgefahren, noch haben wir eine Chance wieder ran zu kommen. Es sind noch viele Spieltage vor uns. Sollte es dann doch mal ein Jahr Europa-Pause sein, freuen sich Urlaubskonto und Geldbeutel.

Natürlich mache ich mir auch Gedanken um die aktuelle sportliche Lage. Ist André Schubert noch in der Lage, der Mannschaft die Impulse zu geben, die sie braucht? Ist er in der Lage, den Hebel umzulegen? Ich tue mich schwer, diese Fragen zu beantworten und hoffe da auf die sportliche Leitung in unserem Verein. Sie hat uns in den letzten Jahren so viel Gutes beschert. Und so vertraue ich den Leuten um Max Eberl und hoffe sehr, dass uns die viel zitierte Kontinuität am Ende wieder in gute Bahnen führt.

Lasst uns also das Team weiter unterstützen und auf die handelnden Personen vertrauen. Noch haben wir alle Möglichkeiten. Nutzen wir sie und hoffen wir, dass die Welt am Samstag nach dem Hoffenheim Heimspiel wieder rosiger aussieht. Möglich ist es ja, dass wir dann schon sicher in Europa überwintern und in der Liga wieder einen Dreier eingefahren haben. Ich hoffe da auch auf die Nordkurve! Natürlich schmerzt die Derbyniederlage sehr, aber auch wir alle müssen uns an die Nase fassen. Denn bei der Stimmung ist viel Luft nach oben. Kritik üben können wir später, noch ist einiges zu retten. Daher mein Aufruf an alle Akteure auf dem Platz und auf den Rängen: AUF GEHT’S, LEUTE!


Steffen, Vielfahrer, Block 16

Mal ganz abgesehen von Borussia, stehe ich für die Philosophie: Zusammenhalt und positive Stimmung bringen jeden von uns weiter, als Miesmacherei und Nörgeln.

Auf welchen Lebensbereich könnte dies besser passen, als auf die 90 Minuten im Block? Nah wie fern, zusammen mit Freunden, unsere große Liebe Borussia unterstützen. Was haben uns die Jungs in den letzten Jahren begeistert? Dass es jetzt mal nicht so läuft – da sind wir uns alle einig. Dennoch bin ich der festen Überzeugung: Wir Fans als 12. Mann sollen und müssen geschlossen hinter unserem Team stehen.

Deshalb frage ich alle, die dies nicht tun: Was habt Ihr davon, der Mannschaft euren Support zu verweigern und gegen Trainer und Spieler zu schießen? Glaubt ihr, die Jungs werden dann selbstbewusster und können die nötigen letzten Prozent bringen? Glaubt ihr, der Trainer wird in Zukunft die richtigen Entscheidungen treffen, wenn „Fans“ seinen Kopf fordern? Wird eure Leistung in Schule oder im Job besser, wenn euer Lehrer, Chef oder sonstwer ständig drauf haut? Ich glaube nicht!

Der Druck auf alle Verantwortlichen ist durch die Medienlandschaft heutzutage bereits enorm. Auf diesen Zug sollten wir nicht aufspringen, sondern einen Gegenpol darstellen! Und Argumente wie „Die verdienen Millionen“ oder „Profis müssen immer ihre Leistung bringen“ lasse ich nicht gelten. Wir sind alle Menschen und funktionieren besser, wenn wir eine positive Grundstimmung erzeugen und Unterstützung erhalten!

Zusammen kommen wir aus dieser schwierigen Situation wieder raus. Fußball und speziell unsere Borussia ist nicht nur ein Nehmen, sondern auch ein Geben. In den letzten Jahren haben wir unserem Team natürlich, wie in allen Zeiten, viel gegeben – aber auch überdimensional genommen: Jetzt ist es an der Zeit, allen Verantwortlichen das Vertrauen zu zurückzugeben, welches unser Dreamteam in den letzten Jahren ausgezeichnet hat!


Ruud, FPMG Supporters Club

Tja, was ist mit unserer Borussia passiert? Für die Fans, die schon lange dabei sind und schon den einen oder anderen Ab- und Aufstieg miterlebt haben und auch die mageren Jahre der Borussia mit durchschritten haben, sind wir nach diesem verlorenen Derby wohl wieder in der Realität angekommen. Für die Leute, die bei einem Spielstand von 1:1 im Derby in der 80 Minute gehen, wohl nicht.

Ich will hier gar nicht die Spiele analysieren und auch nicht auf die Ein- und Auswechslungen eingehen oder andere Dinge, die falsch oder richtig gemacht wurden.

Ich habe es am Anfang der Saison schon vermutet, dass es keine leichte Saison wird und das nach diesen „fetten“ Jahren auch wieder mal eine magere Zeit kommen wird. Auch dort werden wir wieder rauskommen – aber nur gemeinsam.

In diesem Sinne: Stolzer Blick zurück, volle Kraft nach vorn!

Foto zu diesem Beitrag: nordkurvenfotos.de

11 Gedanken zu „Kurven-Stimmen: “Bleibt mal locker!”

  • 23. November 2016 um 14:34
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    Hallo Borussia, ich fahre nicht regelmässig zu Heimspielen.War Dauerkarteninhaber 15 Jahre am Böckelberg und 5 Jahre im Borussiapark.
    Ich bin erschrocken über die Stimmung in unserer Nordkurve , vorallen im Oberrang
    Bitte kehrt wieder zum Zusammenhalt zurück. Nur so funkioniert es.
    Es grüßt Euch. Es gibt nur eine Borussia Borussia MG

    Antwort
  • 23. November 2016 um 15:45
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    Was ich schlimm fande, beim Stand von 1:1 kam nichts rein garnichts an Stimmung. Gerade in solch einer Phase, sollte man die Mannschaft nach vorne schreien. Ich stehe selber seit Jahren im Block 14 und versuche immer alles zu geben.

    Antwort
  • 23. November 2016 um 15:59
    Permalink

    Hallo Borussen , Hallo ihr Jungs von der Sotto

    Mein Mann und ich und auch meine Tochter sind bei jedem Auswärtsspiel und bei Heimspielen
    in Block 15. Unser Eindruck ist das die Capos von Sotto sich richtig Mühe geben..doch durch die
    ” Fans ” die nur da rum stehen ..nicht mit supporten ..sich dann aber beschweren das unsere Fohlen nicht genügend angefeuert werden..wird sehr oft der Support nicht genügend in die anderen Blöcke rüber getragen.
    Mein Vorschlag : Einen zusätzlichen Vorsänger vor Block 15…die beiden Capos nicht nur vor 16 sondern einer mehr zu 17 hin. …
    Es kann doch nicht sein das die geilsten Fans der Liga das nicht hinbekommen..
    Wir müssen zusammenhalten Sotto und Fans
    Jetzt erst recht !!!

    Antwort
  • 23. November 2016 um 20:00
    Permalink

    Einmal Borusse, immer Borusse!
    In guten UND in schlechten Zeiten!

    Damit ist alles gesagt!

    Antwort
  • 23. November 2016 um 20:14
    Permalink

    Die Stimmung gegen Köln war mehr als bescheiden. Statt Lieder anzustimmen die die Tribüne mitsingen kann ständig viel zu viel Text und Insider Lieder. Das war nicht gut. In der letzten Zeit wird es dazu viel zu schnell unruhig von den Rängen. Hier muss die Kurve viel mehr “los” machen und das ganze Stadion mitreißen. Damit die Spieler merken das alle hinter Ihnen stehen. Ich erinnere mal an das Relegationsspiel gegen Bochum. In der 93. Minute wurden alle für ihren Einsatz, die Unterstützung und die Leidenschaft belohnt. Also – alle vollen Einsatz für den Erfolg unserer Borussia!

    Antwort
  • 24. November 2016 um 6:51
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    Sorry, aber wer in Zusammenhang mit Fußball von Hass spricht, wie es hier im Zusammenhang mit dem Derby mehrfach der Fall ist, hat scheinbar vergessen, dass es am Ende – trotz aller Leidenschaft – nur um Fußball geht.

    Antwort
  • 24. November 2016 um 7:50
    Permalink

    Völlig richtig, Fantasmo. Ich gehe seit 1976 zu Borussia. Mit Leuten, die es für normal halten, beim Derby “hasserfüllt” zu sein, sehe ich keine gemeinsame Basis für ein “Wir” in der Kurve.

    Stimmung ergibt sich und lässt sich nicht steuern oder erzwingen. Und mit diesem “Elite-Fan-Gehabe” einiger Gestalten in der Kurve sowieso nicht. Was andere Leute da machen oder nicht geht Euch auch einen feuchten Kehricht an.

    Und was “böse Presse” angeht: Wenn man die Statements da oben liest sagen doch die meisten exakt dasselbe. Alles super bei Borussia, nur Schubert nicht. Wenn das so ist können Eberl und Co. davon aber auch nicht freigesprochen werden. You never walk alone, außer du bist Andre Schubert in Gladbach.

    Antwort
    • 24. November 2016 um 22:12
      Permalink

      Stimme dir zu. Was unseren Trainer angeht: Wenn ich ihm im Moment
      etwas vorwerfe, dann, dass er die Mannschaft (zu) lange Zeit so aufgestellt hat, als wäre quasi jeder Spieler polyvalent, wie es ja heute so gerne genannt wird. Das aber ist mitnichten der Fall. So wird letztlich das Kollektiv instabil und individuelle Stärken gehen zudem verloren. Was ich hoffe – und auch glaube – ist allerdings, dass er lernfähig ist und das Credo der Variabilität durch mehr Stabilität des Systems ersetzt. Ich würde es ihm und der Mannschaft jedenfalls von Herzen wünschen.

      Mal off-topic… habe ich erwähnt, dass ich ein Stindl-Liebhaber bin: cooler, smarter Typ. Klarer Kopf mit aufrechter Haltung… und diese Offensivpässe – Mr. Packing-Rate! Und der Bundesjogi hat ne Gladbachallergie. Eine Schande! So, das musste mal kurz raus. 😜

      Antwort
    • 24. November 2016 um 23:31
      Permalink

      wir gehen auch zusammen mit unserer Borussia, aber Du lieber Edo bleib lieber Zuhause !!!!
      hört endlich auch mit dem rumgehacke auf Trainer und Manager, denkt daran wo wir herkommen, jetzt haben wir eine Delle aber da kommen wir auch wieder raus, hoffentlich zusammen wenn alle wieder mitmachen !!! der Support auswärts ist top aber daheim im Borussia-Park ?????? sorry Edo wenn ich Dich im ersten Satz so angreife aber ist wirklich Schubert Schuld wenn wir die G-böcke in der ersten Halbzeit an die Wand spielen und keiner mehr die Hütte trifft ? und die Pfiife weil er Mo rausnimmt ??? Schubi hat ihn nur vor der nächsten Karte bewahrt wie später Raffael auch, nicht alles ist schlecht was er macht in diesem Sinne viele Rautengrüße !!!!

      Antwort
  • 24. November 2016 um 11:02
    Permalink

    Das Einzige , welches in dieser Situation helfen würde, um die , “Sitztrainer” zur Vernunft zu bringen ist ein gemeinsames Treffen, am besten im Stadion. Ich glaube Magath hat es einst bei Schalke gemacht, und es hatte sofortige Wirkung. Bezüglich der sogenannten Presse ist Folgendes zu sagen. Spiegel eben ….. spiegelverkehrt , und Springer sowieso…. ich springe dahin ,wo ich am meisten verdienen kann. Als Gladbach in den unteren Rängen zu finden war, hat sich für uns keiner interessiert, und jetzt wissen Sie Alles besser.
    Ich habe bis heute nicht vergessen, wie in dieser denkwürdigen Nichtabstiegssaison, wenn mal wieder nichts Anderes zu berichten gab, der Spiegel das Drama der bereits abgestiegenen Borussia aufgriff, um es seinen Lesern zu orakeln was mit der Borussia in Zukunft passieren wird, und wie schlecht der Verein auf allen Ebenen positioniert ist. Als es dann anders kam , war der Spiegel wie üblich der Erste der sich schleimend an Allem was ein Borussiaemblem trug an den Hals warf, um denen zu erzählen , dass sie es sowieso erwartet haben ….. und dann haben sie uns gratuliert. Kotz hoch drei. Schauen sie bei Y.Tube nach .Spiegelreporter werden von ihren Redaktionen wie kleine Kinder behandelt …. Das darfst du nicht sagen….. dies auch nicht … usw.

    Ich weiss nur eins…. und das habe ich vorwiegend im Norden erlebt. Als Borussia damals abgestiegen ist, waren Alle traurig … die keine Borussen waren. Als Köln abgestiegen ist – vor 3 Jahren – haben sich Alle gefreut … nach dem Motto … wer drittklassige Fans hat , kann von Glück reden dass er überhaupt noch in der 2. Liga antreten darf.

    Die Borussenfans fahren zu einem Auswärtsspiel um Fussball zu sehen, und nicht um die halbe Stadt zu verwüsten … und wie Herr Steffen schon schrieb

    Einmal Borusse, immer Borusse!
    In guten UND in schlechten Zeiten!
    Damit ist alles gesagt!

    Antwort
  • 26. November 2016 um 8:55
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    Hey Andi, kannst Du lesen? Ich habe mitnichten geschrieben dass Schubert schuld sei, sondern dass (nach meinen Eindrücken im Stadion) sehr viele Fans Schubert als den allein Schuldigen sehen, und ich deshalb bei der “Anti-Schubert-Stimmung” keine Schuld bei der Presse erkennen kann.

    Nobody is perfect, auch Schubert nicht, aber “Schubert raus” ist keine Lösung. Denn der Verein als Ganzes hat in dieser Saison einfach nicht so gut gearbeitet wie in der Jahren davor.

    Antwort

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